Apple-Boss gibt Posten ab! Dieser Mann übernimmt jetzt das Steuer von Tim Cook

Von Andrej Sokolow

Cupertino (Kalifornien, USA) - Apple bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef: John Ternus (50), der bisher für Hardware zuständig war, rückt an die Spitze vor. Sein Vorgänger Tim Cook (65), der 2011 die Führung vom legendären Mitgründer Steve Jobs (†56) übernahm, wird Vorsitzender des Verwaltungsrates. Der Wechsel soll am 1. September vollzogen werden.

Tim Cook (65) legt nach 15 Jahren im Dienst als Chef sein Amt nieder.  © Godofredo A. Vásquez/AP/dpa

Der 50-jährige Ternus wurde schon seit einiger Zeit als wahrscheinlicher Cook-Nachfolger gehandelt, über den Zeitpunkt des Wechsels gab es aber unterschiedliche Informationen.

Vor einigen Monaten gab es bereits Berichte, wonach Cook bald abtreten wolle. Der Zeitplan bedeutet, dass Ternus bereits als Apple-Chef im September ein unter seiner Regie entwickeltes auffaltbares iPhone präsentieren dürfte, über das seit Monaten spekuliert wird.

Die Entscheidung für Ternus ist auch eine strategische Weichenstellung in der Chefetage. Cook wurde von Jobs Ende der 90er Jahre als Lieferketten-Experte an Bord geholt und galt als jemand, der für das reibungslose Funktionieren des Mega-Konzerns sorgte. Ternus ist ein Technologie-Spezialist, der tief in die Entwicklung verschiedener Apple-Geräte involviert war.

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Die Berufung von Ternus - und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi (56) - signalisiert, dass Apple auch in der anbrechenden KI-Ära seinen Technik-Wurzeln treu bleiben will.

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Der Neue: John Ternus (50), früherer Hardware-Chef.  © Christoph Dernbach/dpa

Das iPhone warf Samsung vom Thron

Rivalen wie Google und Samsung werben mit immer neuen KI-Funktionen für ihre Smartphones. Apple tat sich bisher schwer, eine bereits 2024 angekündigte bessere Version seiner Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz auf den Markt zu bringen. Die Kunden scheint das jedoch nicht zu stören: Apple stieß mit dem iPhone im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung vom Thron.

Dass Cook in dieser Situation bereit war, die Zügel zu übergeben, zeuge davon, dass Apple die KI-Probleme aus seiner Sicht im Griff habe, sagte Branchenanalyst Dan Ives im Wirtschaftssender CNBC. Zumal an der Börse verstärkt gefordert werde, eine KI-Strategie zu präsentieren.

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Apple-Höhenflug unter Cook

Das Apple-Geschäft wuchs unter Cooks-Führung enorm.  © Godofredo A. Vásquez/AP/dpa

Unter Cooks Führung stieß Apple unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille vor und verdiente immer mehr Geld mit Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Zugleich zog er Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen den Stecker.

Das Wachstum des Apple-Geschäfts unter Cook war enorm. Im Geschäftsjahr 2011, in dem er wenige Wochen vor Jobs' Krebstod an die Spitze rückte, machte Apple knapp 26 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 108 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr blieben in der Kasse 112 Milliarden Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 416 Milliarden Dollar. An der Börse ist Apple mehr als vier Billionen Dollar wert.

Ternus werde "etwas Skepsis" entgegenschlagen, da er in die Fußstapfen eines der besten Konzernchefs unserer Zeit treten werde, prognostizierte Ives.

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Zugleich erinnerte er an die Zweifel, die es einst an Cook gab: Dieser sei weder ein Innovator noch eine Kultfigur wie Jobs gewesen - "aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen".

Apples Trump-Flüsterer

Tim Cook hatte bislang einen guten Draht zum launischen US-Präsidenten Donald Trump (79).  © Alex Brandon/AP/dpa

Zuletzt fiel es dem 65-jährigen Cook zu, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump (79) zu pflegen. Unter anderem gab es einen gemeinsamen Auftritt, bei dem Cook dem US-Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem Ständer aus Gold überreichte. Unter den oft liberal eingestellten Apple-Fans - und auch in Teilen der Belegschaft - gab es einige Kritik dafür. 

Allerdings zeigte sich insbesondere in Trumps zweiter Amtszeit - mit zum Teil erratisch wirkenden Entscheidungen etwa über Importzölle und Ausnahmen davon - wie unerlässlich für ein US-Unternehmen ein freundliches Verhältnis zum Weißen Haus und zum Präsidenten ist.

Cook gelang es unter anderem, anfängliche Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA wieder verstummen zu lassen.

Wie es aussieht, wird Cook Ternus den heiklen Umgang mit dem Weißen Haus auch weiterhin abnehmen: Er werde mit Politikern rund um die Welt interagieren, teilte Apple mit.

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