Alarm in kleinem Bergdorf! 250.000-Tonnen-Eisbrocken droht, ins Tal zu stürzen
Randa (Schweiz) - Weit oben über den Dächern des kleinen Ortes im Schweizer Kanton Wallis rutscht ein tonnenschwerer Eisblock Tag für Tag rund 20 Zentimeter talabwärts. Sollte er abbrechen, könnte er unter Umständen eine verheerende Lawine aus Schnee und Eis auslösen.
In einem Interview, was der Schweizer Tageszeitung "Blick" vorliegt, schildert Norbert Carlen, Ingenieur für Naturgefahren, die Gefahr, die von dem massiven Brocken ausgeht. Dieser "zeigt eine ununterbrochene Dynamik und schiebt sich derzeit mit bis zu 20 Zentimeter pro Tag talwärts". Zudem machen die bevorstehenden Schneefälle die Situation noch brenzliger.
Der Eisklotz am "Hängegletscher Ost am Weisshorn" bringt schlappe 250.000 Tonnen auf die Waage. Sollte dieser abbrechen, könnten die Menschen im Tal gefährden werden.
Auf dem Plateau unterhalb des Berggletschers wird sich den Erwartungen nach in den kommenden Tagen einiges an Neuschnee ansammeln. Sollte der Brocken abbrechen, "nimmt dieser den Schnee, der darunter auf dem Plateau liegt, sicher mit", so Carlsen.
Die größte Gefahr geht dabei davon aus, dass es sich bei der Lawine nicht, wie sonst üblich, um eine Eis- oder Schneelawine handelt, sondern um eine Art Mischform. "Die Durchmischung der Eis- und Schneepartikel erhöht das Volumen und die Bewegungsenergie der Lawine, was wiederum sowohl die Wucht als auch die Reichweite vergrößert", erklärt Stefan Margrath, Experte für Lawinenschutz am Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, gegenüber der Tageszeitung.
Doch müssen die Bewohner von Randa wirklich um ihr Zuhause bangen?
Zerstörung ist abhängig von der Lawinengefahr
Die Bewohner von Randa müssen (noch) nicht um ihr Hab und Gut fürchten. Ob die Lawine tatsächlich eine solche zerstörerische Wucht hat, ist abhängig von der Lawinengefahr. Dass am Tag des Abbruchs die Lawinengefahr extrem hoch ist, hält Margrath für "eher unwahrscheinlich".
Ebenfalls ist es möglich, dass der Koloss am Berg nicht als Ganzes, sondern in kleineren Teilen abbricht, was die Situation entschärfen würde. Die Behörden behalten den Berg weiterhin im Blick.
Titelfoto: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa
