Queensland (Australien) - Ein Gefängnis-Vorfall in Australien sorgt aktuell für Aufsehen. Eine Insassin wurde direkt nach der Geburt gefesselt und von ihrem Neugeborenen getrennt.
Bereits am 10. Oktober hatte die Frau im Townsville Hospital im Norden von Queensland ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt gebracht, während sie sich in Haft befand, wie ABC News nun berichtet.
Demnach soll die indigene Frau direkt nach der Geburt von Gefängnisbeamten gefesselt und von ihrem Neugeborenen getrennt worden sein. Einen ersten Kennenlern-Moment zwischen ihr und ihrem Baby soll es nicht gegeben haben. Das Kind soll direkt auf die Neugeborenen-Intensivstation gebracht worden sein.
Auch wenn die Strafgefangene während der Wehen und der Geburt nicht gefesselt gewesen sein soll, meldeten Krankenschwestern und Hebammen, die die Geburt begleiteten, ihre Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von Fesseln an die Strafvollzugsbehörde von Queensland.
Ein Sprecher erklärte daraufhin, man überprüfe den Umgang mit der Patientin. Fesseln bei schwangeren Häftlingen würden nur als letztes Mittel eingesetzt werden, hieß es.
Ministerin äußert sich zu Gefängnis-Vorfall
Inzwischen wurde auch die zuständige Ministerin, Laura Gerber (41), über den Vorfall informiert. "Eine schwangere Frau darf nur als letztes Mittel aus Gründen der öffentlichen Sicherheit gefesselt werden", so Gerber. Sie betonte, dass die betroffene Frau während der Entbindung nicht gefesselt wurde.
Die Gewerkschaft der Krankenschwestern und Hebammen fordert nun ein landesweites Verbot von Fesseln während der Schwangerschaft, der Geburt und nach der Geburt.