Erstickt, erwürgt, verhungert: 190 tote Kinder in Weltuntergangssekte! "Pastor" muss Jahrhunderte in den Knast

Mombasa (Kenia) - Schock-Prozess in Westafrika: Als Anführer einer Weltuntergangssekte sorgte Paul Mackenzie in Kenia für den Tod von mindestens 191 Menschen - darunter 190 Kinder! Am Freitag wurde er wegen seiner grausamen Taten zu insgesamt 200 Jahren hinter Gittern verurteilt.

Sektenführer Paul Mackenzie (M.) wird den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen.  © Luis TATO / AFP

Es ist eine der tödlichsten Sekten-Aktivitäten aller Zeiten: Der selbst ernannte Pastor Mackenzie hatte die Mitglieder seiner Hunger-Sekte "Internationale Kirche der guten Botschaft" laut der Nachrichtenagentur AFP dazu aufgerufen, sich bis in den Tod zu hungern, um "Jesus zu begegnen".

Wie BBC berichtete, erklärte Richterin Diana Mochache bei der Strafmaßverkündung in Mombasa, Mackenzie trage die "hauptsächliche strafrechtliche Schuld" an der Tragödie. Außerdem soll er laut AFP an der "direkten" Tötung von acht Menschen beteiligt gewesen sein.

Sowohl für die Hungertoten als auch für die Mordfälle bekam der Möchtegern-Spirituelle jeweils eine Gefängnisstrafe von 100 Jahren auferlegt. "Das Urteil ist angemessen und gerecht, um ein unmissverständliches Signal zu senden, dass solche Gräueltaten die gesetzlich zulässige Höchststrafe rechtfertigen", erklärte die Richterin.

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Laut Mochache werden die Strafen nicht miteinander verrechnet, sondern seien (theoretisch) nacheinander abzusitzen. Von der Todesstrafe sah sie indes ab. Diese wurde in Kenia zuletzt 1987 verhängt.

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Es starben Hunderte Menschen, größtenteils Kinder. (Symbolfoto)  © dpa | epa YONGRIT
Mitarbeiter des "Kenya Prisons Service" brachten den Angeklagten zum Prozess.  © Luis TATO / AFP

Insgesamt 429 Leichen entdeckt!

Der früherer Taxi-Fahrer Mackenzie wurde bereits 2023 festgenommen, nachdem im Shakahola-Wald Hunderte Leichen entdeckt worden waren. Der Sektenführer soll extreme Fastenpraktiken "veranlasst und geleitet" haben. Im Laufe der Ermittlungen wurden laut AFP 429 Tote entdeckt, viele von ihnen wurden bis heute nicht identifiziert.

In der 2003 von dem Kenianer gegründeten "Internationalen Kirche der guten Botschaft" gab es demnach eine "strukturierte Hierarchie des Todes". Erst sollten die Kinder, dann Jugendliche, Frauen und zuletzt Männer sterben. Die 190 toten Kinder waren zum Großteil verhungert, aber auch durch "Ersticken, Erwürgen und schwere Kopfverletzungen" getötet worden.

Mackenzie war nach BBC-Angaben gemeinsam mit 28 Komplizen angeklagt worden. Alle plädierten vor Gericht für nicht schuldig, wurden am 19. Oktober dennoch verurteilt. Am Freitag folgte schließlich die Verkündung des Strafmaßes.

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