Brutale Eskalation bei Massenprotesten: Brennende Gebäude, Plünderungen, Tränengas-Schwaden in der Luft
Paris (Frankreich) - Bei Massenprotesten gegen hohe Lebenshaltungskosten hat es in Frankreich schwere Ausschreitungen gegeben. Präsident Emmanuel Macron (48) drohte den Verantwortlichen mit Konsequenzen.
"In unserer Republik ist kein Platz für Gewalt", sagte der 48-Jährige am Samstagabend. "Diejenigen, die sowohl Präfekturen als auch Geschäfte zerstört und angegriffen sowie sogar unsere Rathäuser geplündert haben, werden strafrechtlich verfolgt und bestraft."
Innenminister Laurent Nuñez (62) bezifferte die Zahl der Teilnehmer des landesweiten Protesttages auf 550.000. Die Organisatoren hatten ihrerseits zuvor von rund 800.000 Menschen gesprochen.
Am Rande der Demonstrationen war es an vielen Orten zu Gewalt und zu Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei gekommen. Vermummte Randalierer, die laut Nuñez aus dem linksextremen Spektrum kamen, setzten Gebäude in Flammen, beschädigten Rathäuser und plünderten Geschäfte.
In Paris, wo laut Innenministerium 110.000 Menschen an den Protesten teilnahmen, wurden nach Angaben von Bürgermeister Emmanuel Grégoire (48) ganze Straßen "methodisch verwüstet". Tränengasschwaden lagen in der Luft. Der entstandene Schaden sei "immens", sagte Grégoire dem Fernsehsender Franceinfo.
400 Menschen wurden festgenommen und 60 Polizisten verletzt. Die Regierung kam am Abend zu einer Krisensitzung zusammen.
Titelfoto: Montage: KIRAN RIDLEY/AFP (2)
