Gewaltexzesse in Frankreich: Ausgangssperren gelten ab Montag
Von Valeria Nickel
Paris (Frankreich) - Nach den schweren Ausschreitungen am Rande von Protesten in Frankreich werden in mehreren Städten im Norden des Landes Ausgangsbeschränkungen für Minderjährige eingeführt.
Die Maßnahmen sollen vorerst für Montag und Dienstag zwischen 20 und 6 Uhr gelten und betreffen die Städte Lille, Douai, Wattignies und Denain, wie das Premierministeramt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte.
Französische Medien berichteten unter Berufung auf die Präfektur des Départements Nord, dass die Ausgangssperren noch finalisiert würden und "Teilbereiche" der Städte betreffen sollen.
Zuvor hatte Premierminister Sébastien Lecornu (40) nach einem Krisentreffen der Regierung in Paris örtlich begrenzte Ausgangssperren angekündigt.
Am Wochenende waren landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden.
Die Beschränkungen sollten "teilweise" und "sehr lokal begrenzt" sein, sagte Lecornu. Ein Ziel sei der Schutz von Personen und insbesondere auch Geschäften, die unter Plünderungen litten.
Weitere Demos am kommenden Samstag angekündigt
Mindestens 3000 Geschäfte seien beschädigt oder geplündert worden, gab Lecornu an. Der Premierminister betonte, dass das "Chaos" auf die Stadtzentren begrenzt sei. "Meine Entschlossenheit, die Ordnung wiederherzustellen, sie ist absolut", sagte Lecornu. Er werde sämtliche Mittel, die der Regierung zur Verfügung stehen, einsetzen, wenn es nötig sei.
Für den kommenden Samstag hat die Protestbewegung der Gelbwesten weitere Demonstrationen angekündigt.
Erstmeldung: 19. Oktober, 15.21 Uhr; zuletzt aktualisiert: 19. Oktober, 19.04 Uhr
Titelfoto: Bildmontage: Stephanie Lecocq/Reuters Pool/AP/dpa / Emma Da Silva/AP/dpa
