Krieg im Nahen Osten: So ist die Gefahrenlage in Berlin

Von Sarah Knorr, Johannes Kohlstedt

Berlin - Der Iran-Krieg beschäftigt die ganze Welt. Seit Samstagfrüh fliegen die Raketen - aus beiden Richtungen. Auch in Dubai bekommen Influencer, Einheimische und Touristen den Konflikt hautnah zu spüren. Doch reichen die Auswirkungen auch bis nach Berlin?

Vor dem Brandenburger Tor herrschte ausgelassene Stimmung.
Vor dem Brandenburger Tor herrschte ausgelassene Stimmung.  © Christoph Soeder/dpa

Die Berliner Innenverwaltung schätzt die Gefahrenlage in der Hauptstadt als unverändert hoch ein - auch nach Beginn des Kriegs gegen den Iran. "Wir sprechen hier von einer unverändert abstrakt hohen Gefährdungslage", sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen koordinierte Raketenangriffe gegen Ziele im Iran gestartet. Teheran griff im Gegenzug mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion an. Die israelische Armee teilte mit, Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet zu haben.

"Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten beobachten wir die Lage sehr genau und stehen in engem Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden", schrieb die Berliner Polizei am Samstag auf X. "Für Berlin besteht nach derzeitigem Stand keine akute Gefährdung."

86-Jährige nach schwerem Schicksalsschlag finanziell am Ende: Was dann passiert, lässt mitfühlen
USA 86-Jährige nach schwerem Schicksalsschlag finanziell am Ende: Was dann passiert, lässt mitfühlen

Die Polizei sei präsent, wachsam und vorbereitet. "Wir schützen nach wie vor besonders sensible Einrichtungen", hieß es weiter. Dafür seien vorsorglich weitere Einsatzkräfte mobilisiert worden.

Die USA haben sich am Krieg gegen den Iran beteiligt.
Die USA haben sich am Krieg gegen den Iran beteiligt.  © U.S. Navy/U.S. Central Command/dpa

Dankesrufe und ausgelassene Stimmung bei Iran-Demo in Berlin

Teilnehmer der Demo dankten unter anderem Donald Trump.
Teilnehmer der Demo dankten unter anderem Donald Trump.  © Christoph Soeder/dpa

Derweil gehen die Menschen wie schon am Samstag auf die Straße - nicht aber, um gegen den Krieg zu demonstrieren. Die Stimmung bei einer Kundgebung am Brandenburger Tor beschrieb eine Polizeisprecherin als "friedlich und ausgelassen".

Angemeldet waren laut Polizei 5.000 Menschen, zwei Stunden nach Beginn der Versammlung "Freiheit für Iran unter Führung von Prinz Reza Pahlavi" waren es 1.800 Teilnehmer.

Es werde viel getanzt und gefeiert, beobachtete ein dpa-Reporter. Es gebe Rufe wie "Iran, Iran", "Danke USA", "Danke Trump" oder "Danke Bibi". An der iranischen Botschaft in Dahlem demonstrierten etwa 90 Menschen.

Vor Jahren in Tasmanien verschwunden, jetzt identifiziert: Gewissheit im Fall Celine Cremer
Australien Vor Jahren in Tasmanien verschwunden, jetzt identifiziert: Gewissheit im Fall Celine Cremer

Insgesamt seien rund 420 Kräfte der Polizei im Einsatz, so die Sprecherin der Polizei. Bereits am Samstag nahmen in der Hauptstadt rund 1.600 Menschen an einer Iran-Demonstration am Pariser Platz teil.

Zudem äußerte sich Berlins Regierender Bürgermeister auf der Plattform X. "Keine Mauer, kein Terrorregime halten dem Freiheitswillen eines Volkes ewig stand", schrieb Kai Wegner (53, CDU). "Der Angriff auf die Mullah-Diktatur ist eine historische Chance für einen Neuanfang." Berlin stehe an der Seite der mutigen Menschen im Iran.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa, U.S. Navy/U.S. Central Command/dpa

Mehr zum Thema Iran: