Ohio (USA) - Nanu, was ist denn das? Während eines Spaziergangs durch ein Naturschutzgebiet im US-Bundesstaat Ohio entdeckte der begeisterte Makrofotograf Matt Jacobsen eine winzige Blattlaus auf dem Boden. Noch im selben Moment fiel ihm ein weißer Zweig auf - nicht weit von dem Insekt entfernt. Als Jacobsen diesen aufhob, konnte er seinen Augen kaum trauen.
Der Fotograf musterte den dünnen Ast von oben bis unten. Was zunächst wie ein Pilz oder ein seltsames Gewächs aussah, entpuppte sich rasch als etwas ganz Besonderes: Buchenrindenkrebs-Blattläuse wippten synchron von rechts nach links.
"Zunächst konnte ich kaum fassen, was ich da überhaupt gefunden habe - es sah einfach so unnatürlich aus", erklärte Jacobsen gegenüber The Dodo.
Warum sich diese speziellen Blattläuse so schwungvoll bewegen und schon fast wie mystische kleine Kreaturen aussehen, ist unklar. "Die Wissenschaftler haben noch keine perfekte Erklärung dafür, warum sie diesen Tanz aufführen, aber die Haupttheorie besagt, dass sie durch ihren Tanz für Raubtiere zu einem schwierigeren Ziel werden."
Sollten die fein einstudierten Tanzschritte nicht genügen, um ihre Feinde abschrecken, greifen die Insekten zu einem anderen wirksamen Mittel: einem klebrigen Sekret. "Diese Substanz existiert, damit ein Fressfeind, wie ein Marienkäfer, der versucht, die Blattlaus zu schnappen, nur einen Mundvoll Wachs bekommt."
Für Jacobsen ein echter Glücksgriff: Er konnte gleich beide Abwehrtechniken der Buchenrindenkrebs-Blattläuse begutachten. "Ich hatte zwar schon Videos von Blattläusen bei ihrem Balztanz auf Instagram gesehen, aber ich hatte es noch nie selbst erlebt", schwärmte er.
Die kleinen Kreaturen sind nicht so gefährlich, wie man denkt
Bei fast allen Hobby-Gärtnern und Pflanzenliebhabern läuten bei dem Wort "Blattlaus" sofort alle Alarmglocken. Bei diesen Tieren sieht das allerdings anders aus - von ihnen geht keine große Gefahr aus.
"Es handelt sich um eine einheimische Art, und sie haben keine größeren negativen Auswirkungen" betonte der Fotograf. Passend zu ihrem geschmeidigen Hüftschwung erhielten die Insekten den Spitznamen "Boogie-Woogie-Blattläuse".
Doch nicht nur Jacobsen war von den Läusen fasziniert. Mehr als 330.000 Instagram-User likten den Beitrag der Woogie-Tiere. "Normalerweise bin ich kein großer Fan von Blattläusen, aber das hier ist echt cool", kommentierte ein Nutzer.