Belästigungsvorwürfe erschüttern öffentlichen Rundfunk: ORF-Direktor zieht Reißleine

Wien (Österreich) - TV-Skandal in Österreich! Roland Weißmann (57), der Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Österreichs (ORF), ist aufgrund von Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten.

Eine Mitarbeiterin beim ORF hat schwere Vorwürfe gegen Roland Weißmann (57) erhoben. (Archivfoto)  © Christoph Soeder/dpa

Dabei gehe es um Anschuldigungen einer Mitarbeiterin, die Weißmann unangemessenes Verhalten vorwerfe, wie der Sender am Montagmorgen mitteilte.

Weißmann ließ über seinen Anwalt darin erklären, dass der "genaue vorgebrachte Sachverhalt" bis heute zwar nicht vorliege. Um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, sei er dennoch "zu weitreichenden Zugeständnissen bereit" gewesen und habe bereits am Sonntag seinen Rücktritt erklärt.

Die vorgeworfenen Taten sollen sich bereits im Jahr 2022 abgespielt haben. Zu diesem Zeitpunkt habe Weißmann seine Amtszeit als ORF-Generaldirektor gerade erst begonnen.

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Weißmanns Anwalt kündigte zudem rechtliche Konsequenzen an: "Die mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Vorwürfe kann nur als überschießende Reaktion interpretiert werden, obwohl mittlerweile sogar eine Einigung mit der betreffenden Mitarbeiterin gefunden wurde. Diese Vorgehensweise, wie auch die Wiedergabe der Vorwürfe durch Dritte, verletzen massiv die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten und werden zu entsprechenden rechtlichen Konsequenzen führen."

Bis zur Wahl eines neuen Generaldirektors übernehme nun die amtierende Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher interimistisch die Führung.

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