Österreich - 24 Jahre lang hielt Josef Fritzl seine eigene Tochter im Keller gefangen. Seine Anwältin kämpft um seine Freilassung - bislang jedoch ohne Erfolg.
Josef Fritzl, der durch seine grausamen Verbrechen als das "Monster von Amstetten" bekannt wurde, wollte nach einer möglichen Haftentlassung wieder in ein Haus ziehen - eines, das wie sein früheres Anwesen über einen Keller verfügt. Auch ein Pflegeheim hatte sich bereits bereit erklärt, den inzwischen 91-Jährigen aufzunehmen.
Doch weder sein Wunsch noch die Aussicht auf einen Platz im Pflegeheim dürften sich vorerst erfüllen.
Wie die österreichische Zeitung "Heute" berichtet, wurde Fritzls Antrag auf vorzeitige Haftentlassung trotz medizinischer Gutachten, die ihm eine fortgeschrittene Demenz bescheinigen und ihn nicht mehr als gefährlich einstufen, erneut abgelehnt.
Als Begründung für die Entscheidung wurden sein fehlendes stabiles soziales Umfeld sowie die mangelnde Perspektive für ein Leben außerhalb der Gefängnismauern genannt.
Neuer Antrag auf Freilassung für 2027 geplant
Damit droht dem inzwischen 91-jährigen Straftäter, der seine eigene Tochter über Jahre hinweg wiederholt vergewaltigte und sieben Kinder mit ihr zeugte, den Rest seines Lebens hinter Gittern zu verbringen. 2009 war er zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Seine Anwältin Astrid Wagner, die wegen ihrer Verteidigung Fritzls sogar Morddrohungen erhalten hatte, will den Kampf um seine Freilassung dennoch nicht aufgeben.
Sie kündigte an, einen weiteren Antrag vorzubereiten und im Jahr 2027 einen neuen Versuch zu unternehmen.
Gegenüber dem britischen "Mirror" erklärte sie: "Niemand stellt infrage, was mein Mandant in der Vergangenheit getan hat. Aber er hat seine Strafe verbüßt. Er hat sich für diese Verbrechen entschuldigt, eine Therapie absolviert und alle ihm auferlegten Bedingungen erfüllt."
Zudem betonte Wagner: "Man darf die Bestimmungen des österreichischen Rechts nicht einfach außer Kraft setzen, nur weil man aufgrund der begangenen Verbrechen eine bestimmte persönliche Abneigung gegen einen Menschen hegt."