Schadet der Deal Verbrauchern? Brüssel ermittelt wegen Porta-Übernahme durch XXXLutz

Von Niklas Treppner

Brüssel (Belgien) - Die EU-Kommission ermittelt wegen möglicher Wettbewerbsverzerrungen bei der geplanten Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen XXXLutz.

Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Roller, Home24, Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Es gebe nach einer vorläufigen Untersuchung Hinweise, dass der Zusammenschluss dem Wettbewerb in Deutschland, Tschechien und der Slowakei schaden könne, teilte die Brüsseler Behörde mit. Besonders in der Bundesrepublik hätten XXXLutz und Porta eine besonders starke Stellung im Bereich der Möbel-Discounter.

Viele ihrer Filialen konkurrieren laut Kommission in denselben Regionen um Kunden. Falle der gegenseitige Wettbewerbsdruck weg, drohten höhere Preise und weniger Auswahl für Kunden, so die Sorge der Behörde. 

Auch auf der Beschaffungsseite sieht die Kommission Risiken für die Märkte in Deutschland, Tschechien, Slowakei und Polen. XXXLutz sei bereits ein wichtiger Kunde für Möbelhersteller und verfüge über erhebliche Einkaufsmacht. 

Aus aller Welt Im Land wo Schmugglern Todesstrafe droht: Fluggästin mit Koks-Shampoo erwischt

Würden auch die Porta-Marken Teil von XXXLutz, fiele einer der wenigen großen alternativen Abnehmer weg, heißt es in der Mitteilung. Die Kommission will demnach nun prüfen, ob Lieferanten dadurch stärker vom fusionierten Unternehmen abhängig würden. 

Die Brüsseler Behörde hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die nun ausgeweiteten Ermittlungen bedeuten nicht, dass die Übernahme am Ende untersagt wird. 

Anzeige

Übernahme zu spät in Brüssel angemeldet?

Bereits im Juli hatte die Kommission eine Untersuchung gestartet. Die Wettbewerbshüter verdächtigen die Unternehmen, mit der Durchführung der Übernahme nicht abgewartet zu haben, bis eine Genehmigung dafür vorliegt. 

Das Vorhaben war nach Kommissionsangaben erst am 7. September dieses Jahres in Brüssel angemeldet worden. Die geplante Transaktion zwischen XXXLutz und Porta sei demnach aber bereits Anfang Januar 2025 öffentlich bekanntgegeben worden.

Mehr zum Thema Aus aller Welt: