Techno-Tragödie: Junge Frau stirbt im Kugelhagel - Polizei kann Anschlag nicht ausschließen
Aarau (Schweiz) - Auf einem Techno-Festival in der Schweiz wurden in der Nacht auf Sonntag Schüsse abgefeuert. Eine junge Frau (†22) kam ums Leben, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Der oder die Täter sind noch immer auf der Flucht.
Seit den frühen Morgenstunden läuft in der Stadt Aarau - knapp 40 Kilometer südlich von Basel - ein großer Polizeieinsatz, wie die Kantonspolizei in einem Beitrag auf X am Sonntagmorgen mitteilte.
Ein Sprecher der Kantonspolizei erklärte gegenüber TAG24, dass die Einsatzkräfte gegen 2.30 Uhr alarmiert wurden.
Auslöser waren mehrere Schüsse, die während des auf der größten Pferderennbahn der Schweiz stattfindenden "Aarauer Rave" abgegeben wurden. Dabei wurde eine 22-Jährige getötet, die junge Frau erlag ihren Verletzungen noch vor Ort.
Fünf weitere Personen im Alter zwischen 24 und 27 Jahren, darunter vier Männer und eine Frau, wurden teils schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Bei allen Opfern handelt es sich um Personen mit Wohnsitz in der Schweiz.
Laut der italienischen Nachrichtenagentur "Ansa" handle es sich bei der Toten um eine Italienerin. Dies konnte eine Polizeisprecherin auf TAG24-Nachfrage bislang jedoch nicht bestätigen.
Die Zeitung "Corriere Della Serra" berichtete zudem, dass das italienische Außenministerium eine Anti-Terror-Einheit zur Unterstützung der Kollegen in der Schweiz entsandt habe. Die getötete Italienerin habe demnach in der Schweiz gearbeitet. Unter den Verletzten sollen sich dem Bericht zufolge noch zwei weitere italienische Staatsbürger befinden.
Polizei fahndet mit "Hochdruck" nach Täter(n)
Die Täter sind derzeit noch unbekannt, wie die Polizei am Morgen auf X mitteilte. Eine Fahndung wurde eingeleitet: "Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat sind noch unklar."
Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag zog die Polizei mehrere Szenarien in Betracht: "Ein Anschlag, eine Abrechnung, eine Schiesserei", zitierte das Magazin "Blick" einen Polizeisprecher vor Ort. Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass "viele Schüsse" abgefeuert wurden.
Gegenüber TAG24 erklärte der Polizeisprecher am Morgen, dass ein Großaufgebot an Einsatzkräften in "hochfrequentierten Bereichen" auch über Aarau hinaus im Einsatz ist. Auch bis zu den Mittagsstunden waren hunderte Einsatzkräfte sowie ein Hubschrauber im Einsatz - bislang ohne Erfolg.
Am Nachmittag erklärte eine Polizeisprecherin, dass noch "keine neuen Erkenntnisse" mitgeteilt werden können. Sie sagte zu TAG24, dass die Fahndung mit "Hochdruck" läuft. Neben der Suche nach den Tätern hat auch die Spurensicherung am Tatort "oberste Priorität".
Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber Blick: "Es gibt keine konkreten Hinweise auf die Täterschaft." Die Ermittler gehen aber nicht davon aus, dass sich der oder die Täter noch im Raum um Aarau aufhalten.
Rave in Aarau: Eine tote Frau, fünf Verletzte
Ein an den Tatort angrenzendes Schwimmbad sowie ein Sportplatz wurden zuvor bereits abgesperrt. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, dem Gebiet dringend fernzubleiben.
Auch auf deutscher Seite der Grenze sind Einsatzkräfte an den Fahndungsmaßnahmen beteiligt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg gegenüber mehreren Medien bestätigte. Es handelt sich demnach um "reine Routine".
Eine Augenzeugin berichtete gegenüber Blick unterdessen, wie sie bei den Schüssen hinter dem DJ-Pult in Deckung ging. Sie habe mitansehen müssen, wie ihre Freundin erfolglos versucht habe, eine leblose Person zu reanimieren.
Titelfoto: Bildmontage: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa, Keystone/Peter Schneider/KEYSTONE/dpa

