Wegen Nachhilfe für Tochter inhaftiert? Ulmer aus türkischer Haft entlassen - doch er darf nicht heim

Von Aleksandra Bakmaz

Ankara/Ulm - Nach mehr als zwei Monaten in türkischer Haft ist der Ulmer Ferdi Soylu (46) laut seiner Familie wieder auf freiem Fuß.

Das private Foto der Familie zeigt den Ulmer Ferdi Soylu (46). Nach mehr als zwei Monaten in türkischer Haft wurde er nun entlassen.  © -/Familie Soylu/dpa

Der 46-Jährige sei am Montagabend freigelassen worden, dürfe die Türkei allerdings vorerst nicht verlassen, bestätigte sein Bruder Sebahattin Soylu auf Anfrage. "Ihm geht's gut."

Soylu war Mitte August in der türkischen Hauptstadt Ankara inhaftiert worden. Ihm wird nach Angaben seines Anwalts die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Hinter dem Vorwurf könnte nach Vermutung der Familie ein früherer Kontakt zu einem Ulmer Bildungsverein stehen: Eine Tochter Soylus hatte dort vor rund 14 Jahren Nachhilfeunterricht genommen.

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Die türkischen Behörden bringen den Verein FEZA mit der sogenannten Gülen-Bewegung in Verbindung, die sie als terroristische Organisation einstufen.

Die türkische Regierung macht die Bewegung für den gescheiterten Putschversuch im Jahr 2016 verantwortlich.

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Wie es nun weitergeht

Mitte August wurde der Baden-Württemberger verhaftet und in ein Gefängnis gebracht. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa

Soylu lebt seit rund 25 Jahren in Deutschland und besitzt seit mehr als zehn Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft. Er war mit seiner Frau und den vier Töchtern zu einem Familienbesuch in die Türkei gereist. Das Auswärtige Amt hatte den Fall bestätigt und den Mann konsularisch betreut.

Der Bruder von Soylu erklärte, die Familie wolle nun gegen das Ausreiseverbot Widerspruch einlegen. Sie hoffe, dass Ferdi Soylu bald nach Deutschland zurückkehren könne.

Bis zu einer möglichen Gerichtsverhandlung könne er zunächst bei seinen Eltern in Bursa bleiben, einer Großstadt im Nordwesten der Türkei.

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Wann es zu einem Prozess kommt, ist noch offen. Eine Anklageschrift liege bislang nicht vor, teilte der Bruder mit. Auch einen Termin für eine Gerichtsverhandlung gebe es noch nicht. Die Familie hoffe, dass das Verfahren bald vorankomme und der 46-Jährige anschließend nach Ulm zurückkehren könne.

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