Washington D.C. - Auf dem jüngsten UN-Gipfel hat US-Präsident Donald Trump (80) angedroht, dass Kuba "fallen" werde. Schon bald könnten Taten folgen, wie ein neuer Bericht des Senders "CBS" offenlegt.
Aus einem internen Schreiben der US-Army geht dem Medienbericht zufolge hervor, dass derzeit geprüft wird, ob medizinisches Personal, Polizeikräfte und weitere Unterstützungseinheiten innerhalb der nächsten vier Monate für das US-Südkommando (SOUTHCOM) in der Karibik bereitgestellt werden können.
Die zusätzlichen Kräfte sollen dabei aus der Reservearmee kommen und könnten bereits in "90 bis 120 Tagen" benötigt werden, zitierte CBS am Freitag aus dem Schreiben - also circa ein Jahr nach dem Großangriff auf Venezuela.
Während in dem Dokument das Wort "Kuba" nicht auftaucht, bestätigen mehrere anonyme Quellen gegenüber dem Sender, dass es hierbei um die "weitere militärische Planung für Kuba" gehe.
Das Bekanntwerden dieses Schreibens folgt dabei auf umstrittene Aussagen von Trump, der beim jüngsten UN-Gipfel sagte, dass Kuba fallen werde. Die kubanische Delegation verließ daraufhin empört den Saal.
Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der kommunistischen Karibik-Insel nehmen bereits seit längerer Zeit zu. Zu Jahresbeginn hatte Trump mit Strafzöllen auf Öl-Lieferungen nach Kuba die dortige Energiekrise massiv verschärft, landesweite Stromausfälle waren die Folge. Weiteren Sanktionen erlauben es der US-Regierung auch, die Vermögenswerte des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel (66) einzufrieren.
Grönland, Kuba, Venezuela und Co.: USA will Vorherrschaft in westlicher Hemisphäre
Bereits kurz nach dem Überraschungsangriff auf Venezuela samt Entführung des Ex-Präsidenten Nicolás Maduro (63) Anfang Januar wurde ein ähnliches Schicksal auch in Kuba befürchtet.
"Alle Nationen der Region müssen wachsam bleiben, da die Bedrohung über allen hängt", warnte die kubanische Regierung in einer Mitteilung kurz nach der US-Militäroperation in Venezuela.
Trump bezeichnete Kuba im Rahmen des UN-Gipfels als einen "Zufluchtsort" für Feinde, direkt vor der Haustür der USA. Er betonte, dass der Kommunismus niemals in die USA kommen werde, dafür aber die "Freiheit" nach Kuba.
Doch neben einer - an den Kalten Krieg erinnernden - kommunistischen Bedrohung, dürfte das Interesse der US-Regierung an Kuba einen weiteren Hintergrund haben: Die neue US-Sicherheitsstrategie, die das Weiße Haus im vergangenen Dezember veröffentlicht hatte und deren Bedeutung, neben Venezuela, bereits auch Grönland, Kanada oder gar Island spüren konnten.
Darin erheben die USA nämlich Anspruch auf eine Vorherrschaft in der gesamten westlichen Hemisphäre und: "Wir werden Wettbewerbern außerhalb der Hemisphäre die Möglichkeit verweigern, Streitkräfte oder andere bedrohliche Fähigkeiten in unserer Hemisphäre zu stationieren oder strategisch wichtige Anlagen zu besitzen oder zu kontrollieren", heißt es darin weiter.