Nach missglückter Hinrichtung ist Christa Pike wieder ansprechbar: Arzt verrät, woran sie sich erinnern kann
USA - Vor rund einer Woche sollte Christa Pike (50) im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden, doch die Exekution schlug fehl. Nun ist die 50-Jährige im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein gekommen. Ein Arzt erklärte, woran sie sich nach dem missglückten Hinrichtungsversuch erinnern kann.
"Sie hat einige Erinnerungen an ihren Aufenthalt im Krankenhaus, aber ich glaube, keine Erinnerung an den Hinrichtungsversuch", sagte Dr. Joel Zivot, ein Anästhesist, der die Anwälte von Pike beraten hatte.
Gegenüber BBC verriet er darüber hinaus, dass sie sich auf "grundlegende Weise" verständigen könne, aber ein falsches Zeitgefühl habe. Sie sei in der Annahme, es sei immer noch September.
Mittlerweile werde Pike auch nicht mehr künstlich beatmet. Zuvor war sie intubiert worden, während medizinisches Personal daran gearbeitet hatte, das Pentobarbital aus ihrem Körper zu entfernen, das ihr im Zuge der Injektion verabreicht worden war.
Ihr Anwalt erklärte: "Trotz der schweren Verletzungen an ihren Armen ist sie weiterhin mit Handschellen und Fußfesseln am Bett fixiert. Ihre Genesung ist medizinisch beispiellos."
"Die Prognose ist weiterhin unklar, aber wir rechnen zumindest mit einer langen Genesungsphase", führte er aus.
Anwälte fordern, Christa Pikes Todesstrafe umzuwandeln
Er fügte hinzu, dass sie weiter dringend notwendige medizinische Versorgung erhalte. Nun fordern ihre Anwälte, dass Pikes Todesstrafe umgewandelt wird.
Sie argumentieren, dass die 50-Jährige "eine Bestrafung erlitten hat, die größer ist als die jedes anderen Menschen in der Geschichte der amerikanischen Todesstrafe".
Einen entsprechenden Antrag reichten ihre Anwälte bereits ein. Darin bezeichneten sie das Vorgehen des Tennessee Department of Correction (TDOC) während der missglückten Hinrichtung als "inkompetent und rücksichtslos".
Unter anderem heißt es darin: "Offenbar hat zu keinem Zeitpunkt ein Mitglied des Hinrichtungsteams bemerkt, dass die Infusionsleitungen nicht korrekt platziert waren oder dass die Venen geplatzt waren und das Pentobarbital ganz oder teilweise in den Körper von Frau Pike gelangte."
Pike war zum Tode verurteilt worden, nachdem sie 1995 ihre 19-jährige Mitschülerin Colleen Slemmer in einem Anfall von Eifersucht brutal ermordet hatte.
Titelfoto: Montage: Uncredited/Tennessee Department of Correction/dpa, George Walker IV/AP/dpa

