Tennessee (USA) - Schon neun Monate vor der missglückten Hinrichtung der US-Mörderin Christa Pike (50) hatten ihre Anwälte zu bedenken gegeben, dass sie an einer seltenen Form von Blutkrebs leidet. Dass sie nun die eigentlich tödliche Injektion der Giftspritzen überlebt hat, wirft die Frage auf, ob ihre Krankheit damit in Zusammenhang steht.
Pikes Anwälte hatten bereits am 8. Januar eine Beschwerde zu der geplanten Hinrichtung eingereicht und davor gewarnt, dass die Injektionen bei ihrer Mandantin "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu unnötigen und zusätzlichen Schmerzen und Leiden, Angst und Schande führen" würden.
In der Beschwerde, die "People" vorliegt, wies ihr Anwaltsteam daraufhin, dass die Teenie-Mörderin an einer sogenannten myeloproliferativen Erkrankung, also an einer seltenen Form von Blutkrebs leidet. Dabei sei bei Pike die Anzahl an Blutplättchen deutlich erhöht.
Ihre Anwälte warnten ausdrücklich, dass bei der 50-Jährigen ein hohes Risiko für ein schweres Lungenödem bestehe, sollte sie die tödliche Injektion verabreicht bekommen.
Dabei sammelt sich eine potenziell gefährliche Menge an Flüssigkeit in der Lunge. "Ein Lungenödem ist nicht nur schmerzhaft oder unangenehm, es kann ein Gefühl des Erstickens oder Ertrinkens hervorrufen", heißt es in dem Schreiben. Experten gehen sogar so weit, das Gefühl mit der Foltermethode Waterboarding zu vergleichen.
Pikes schwer zugängliche Venen bereiteten bei der geplanten Hinrichtung Probleme
Abgesehen von der Erkrankung machten Pikes schwer zugängliche Venen den Anwälten Sorgen. Schon in der Vergangenheit habe es bei gewöhnlichen Blutentnahmen und dem Einführen von Nadeln Probleme gegeben.
So musste medizinisches Personal bereits auf Schmetterlingsnadeln umsteigen. Laut des Schreibens sei die Art von Nadel "eine praktikable und leicht umsetzbare Alternative", um Pikes Risiko "unnötiger Schmerzen und Leiden" zu verringern.
Einige dieser Bedenken erwiesen sich am 30. September, der geplanten Hinrichtung von Christa Pike, als berechtigt. Bei der Injektion hatte es erhebliche Probleme mit den Venenzugängen gegeben.
Pike hatte die tödliche Dosis schließlich überlebt. Ob aber ihre Erkrankung mit dem Scheitern der Exekution zusammenhängt, ist nicht geklärt.