Teenie-Mörderin überlebt Hinrichtung: Gefängnis-Chef zieht Konsequenzen
Nashville (USA) - Die im US-Bundesstaat Tennessee zum Tode verurteilte Christa Pike (50) ist nach ihrer gescheiterten Hinrichtung weiterhin bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Nun ist der Gefängnisleiter, der die Hinrichtung beaufsichtigte, zurückgetreten.
Bill Lee (66, Gouverneur von Tennessee) teilte mit, dass der Kommissar des Tennessee Department of Correction (TDOC), Frank Strada (50), seinen Rücktritt eingereicht hat. Strada wird noch in diesem Monat seinen Posten räumen.
Der Rücktritt erfolgt nur wenige Tage nachdem der Bundesstaat Tennessee am Mittwoch, dem 30. September, erfolglos versucht hatte, Christa Pike durch eine tödliche Injektion hinzurichten. Pike überlebte den Versuch und befindet sich seitdem in einem Krankenhaus im Raum Nashville. Sie ist nach Angaben ihrer Anwälte intubiert, an ein Beatmungsgerät angeschlossen und bewusstlos.
"Es war eine große Ehre, als Kommissar des Tennessee Department of Correction zu dienen, und ich glaube weiterhin, dass das Ministerium seine Aufgaben in Übereinstimmung mit dem festgelegten Protokoll erfüllt hat", sagte Strada. Er erklärte zudem, dass sein Rücktritt im besten Interesse der Bevölkerung liege, während eine unabhängige Untersuchung der gescheiterten Hinrichtung durchgeführt werde.
Strada wurde im Januar 2023 von Gouverneur Lee zum Leiter ernannt. Zuvor war er als stellvertretender Direktor des Arizona Department of Corrections tätig, wie der Tennessee Lookout berichtete. Während seiner Zeit in Arizona kam es bereits bei drei Hinrichtungen zu erheblichen Problemen mit tödlichen Injektionen.
Untersuchung nach gescheiterter Hinrichtung angeordnet
Den Gerichtsunterlagen zufolge wurden bei Pike mindestens sieben Nadeln eingesetzt, als das medizinische Personal versuchte, einen intravenösen Zugang für die Hinrichtung zu legen. Eine der Nadeln sei beim Entfernen in einem Winkel von 90 Grad gebogen gewesen.
Pikes Anwälte erklärten, dass ihr zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden seien. Während des Eingriffs habe man sie weinen, wimmern und laut atmen hören. Pike soll dabei gesagt haben: "Mein Arm fühlt sich an, als würde er gleich aufplatzen."
Ihre Anwälte vermuten, dass Probleme mit den Infusionsleitungen dazu geführt haben könnten, dass das Pentobarbital nicht vollständig in den Blutkreislauf gelangte, sondern in das umliegende Gewebe austrat.
Die Anwälte verglichen die Wirkung des Medikaments mit Bleichmittel oder Drano, einer Chemikalie, die zur Reinigung verstopfter Abflüsse und Rohre verwendet wird.
Nach dem gescheiterten Hinrichtungsversuch ordnete Gouverneur Lee eine unabhängige Untersuchung des Vorgehens des Tennessee Department of Correction an. Gleichzeitig wurden weitere Hinrichtungen im Bundesstaat für den Rest des Jahres ausgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Facebook/Screenshot/Mercy for Christa Pike, Paul Buck/EPA/dpa

