"Verdammt, mein Job ist langweilig": Politiker verschickt ehrliche SMS und gerät ins Kreuzfeuer
Australien - Wenigstens ist er ehrlich gewesen! Der Chef der liberalen Oppositionspartei in der Region Canberra (Canberra Liberals) hat nach heftiger Kritik zugegeben, nicht gerade begeistert von seinem gut bezahlten Job zu sein.
Stein des Anstoßes war laut ABC News eine SMS, die Mark Parton (59) vergangenen Freitag während einer Haushaltsberatung zum Umbau des Black Mountain Towers, der als bekanntes, aber in die Jahre gekommenes Wahrzeichen der Stadt gilt, verschickt hatte.
Darin schrieb der Politiker, dass sein Job "verdammt langweilig" sei ("f*** my job is boring"). Jemand zinkte Parton an, eine Debatte wurde ausgelöst. Die nahm sogar noch Fahrt auf, nachdem Vorwürfe laut wurden, dass Parton die SMS an eine Sexarbeiterin gesendet haben soll.
Am Donnerstag (Ortszeit) gab der 59-Jährige vor Journalisten zu, die SMS verschickt zu haben. Wer der Empfänger gewesen ist, darüber hielt er sich bedeckt.
Parton ist der Ansicht, dass dies außerhalb des öffentlichen Interesses liege. Den Kontakt zu einer Prostituierten wies er vehement zurück.
Politiker Mark Parton äußerte sich zu seinem Arbeitsstil
Weil sich der Liberalen-Chef inzwischen "belästigt" fühlt und jemand "seinen Ruf schädigen" wolle, habe er den Fall an die Australische Bundespolizei übergeben. Zuvor stellte der zuständige Ethikbeauftragte eine Untersuchung gegen Parton mangels Beweisen ein.
Die australische Presse hakte derweil beim Thema käufliche Liebe weiter nach und wollte von Parton wissen, ob der jemals die Dienste von Sexarbeiterinnen in Anspruch genommen oder mit ihnen zu tun gehabt habe. Eine befriedigende Antwort blieb aus, der 59-Jährige blockte ab.
Stattdessen lobte Parton seine politische Arbeit und hob hervor, dass er sich nicht an einzelnen Nachrichten, sondern an Ergebnissen messen lassen wolle.
Er sei für seinen "spontanen, lockeren Kommunikationsstil" bekannt, habe auch schon Beiträge in sozialen Medien während Anhörungen veröffentlicht. Niemand könne aber ernsthaft infrage stellen, "wie viel Zeit und Einsatz" er in seinen (langweiligen) Job investiert, erklärte der Liberale.
Titelfoto: Montage: Screenshots/X/@markparton

