Website stoppt Spendenaktion für Rentner, der wegen Arztrechnungen seiner Frau schuftete: Der Grund ist fatal
Dallas-Fort Worth - Die Spendenaktion rund um das herzzerreißende Schicksal eines 81-Jährigen aus den USA, der selbst im hohen Alter noch schuften muss, um die Rechnungen für seine krebskranke Frau begleichen zu können, wurde gestoppt. GoFundMe selbst schritt ein und warf der Organisatorin falsche Angaben vor.
Die Kampagne für Donald Johnson war ursprünglich von einer gewissen Erin Howell ins Leben gerufen worden, die den rüstigen Mann dabei beobachtet hatte, wie dieser sich auf dem Weg zu ihrer Wohnungstür in der Region Dallas-Fort Worth mit ihren Koffern abschleppte. Das Gepäck hatte die angebliche Nachbarin des 81-Jährigen auf einem Flug verloren, Zusteller Johnson sollte ihr es nun vorbeibringen.
Der Grund, warum der vermeintliche Fremde einen derart harten Job in seinem hohen Alter verrichten musste, sollte Erins Herz brechen: Johnson müsse weiter arbeiten gehen, um die Arztrechnungen seiner krebskranken Ehefrau Josephine bezahlen zu können.
In der vergangenen Woche sollte das Schicksal des Seniors dann weltweit viral gehen, da Howell kurzerhand eine Spendenaktion ins Leben rief. "Er wirkte völlig erschöpft, und seine Schritte waren schwer vor Anstrengung", so die angebliche Nachbarin auf der mittlerweile gelöschten GoFundMe-Seite. "Es hat mir das Herz gebrochen zu sehen, wie ein Mann in seinem Alter eine solch harte, kräftezehrende körperliche Arbeit verrichtet."
Rasch waren mehr als 700.000 Dollar (umgerechnet 616.441 Euro) an Spenden für das Seniorenehepaar eingegangen. Jetzt ist das Geld aber futsch: GoFundMe stoppte die Kampagne, den Spendern wurde das Geld bereits zurückerstattet.
Wie sich jetzt laut USA Today herausstellen sollte, was "Erin Howell" gar nicht der tatsächliche Name der Organisatorin. Stattdessen war die Aktion von Johnsons Tochter Amy erstellt worden.
Familie verliert 700.000 Dollar Spenden
Diese erklärt die Unstimmigkeiten damit, dass das GoFundMe-Konto ursprünglich ihr gehört hatte und der Name in ein Pseudonym geändert worden wäre. Die Geschichte ihrer Eltern sei jedoch "zu 100 Prozent wahr".
"Meine Mutter leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs, und mein Vater liefert Gepäck aus, um zu helfen", so Amy. "Wir hatten also Spenden in Höhe von über 700.000 Dollar gesammelt, und die aktuelle Situation ist absolut niederschmetternd, denn wir hatten große Hoffnung und konnten damit die Arztrechnungen und alles Weitere begleichen."
Die hohe Summe nun zu verlieren sei für die Familie "wirklich schwer".
GoFundMe selbst pocht allerdings auf ihre Nutzungsbedingungen: "Unser Team für Sicherheit und Vertrauen (Trust & Safety) hat falsche Angaben festgestellt, was einen direkten Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen darstellt", so ein Sprecher gegenüber PEOPLE. "Für uns hat es oberste Priorität, dass GoFundMe ein sicherer und vertrauenswürdiger Ort ist, um Hilfe zu leisten und zu erhalten."
Bevor die Kampagne gestoppt wurde, las man, dass Erin mit dem 81-Jährigen ins Gespräch gekommen wäre. Don hätte ihr dann erzählt, dass er seit drei Jahren rund um die Uhr als Gepäckzusteller schuften würde, um über die Runden zu kommen. Nicht selten würde er 14 Stunden pro Tag arbeiten. Seine Antwort auf ihre Frage, warum er sich ausgerechnet einen derart körperlich anstrengenden Job ausgesucht hatte, beschrieb Erin als "bescheiden und absolut herzzerreißend". "Es ist der einzige Job, bei dem man mich noch einstellt", hätte Don ihr erklärt.
"Die Realität ist, dass er nicht aus freiem Willen arbeitet, sondern um zu überleben", schrieb Erin weiter. Dons Frau, mit der er seit 57 Jahren verheiratet ist, ist an einer schweren Form von Krebs erkrankt. Die Kosten für die Ärzte, Behandlungen und Medikamente kämen zu den alltäglichen Fixkosten hinzu und würden das Paar völlig überfordern.
Originalartikel vom 25. September, 14.59 Uhr, zuletzt aktualisiert am 30. September, 15.59 Uhr.
Titelfoto: Screenshot/https://www.gofundme.com/f/help-an-81yearold-devoted-husband-stop-delivering-luggage

