Bergwacht im Dauerstress: Fünf Einsätze innerhalb weniger Stunden
Von Marko Förster, Benjamin Richter
Rathen - Das sonnige Herbstwetter lockte am Samstag zahlreiche Wanderer in die Sächsische Schweiz. Die feuchten und rutschigen Wege nach den Regenfällen der vergangenen Tage führten jedoch zu mehreren Unfällen und medizinischen Notfällen.
Der erste Einsatz ereignete sich am Samstag anscheinend gegen 11.50 Uhr im Bereich der Affensteine. Ein Wanderer stürzte am Flößersteig nahe der Mittelndorfer Mühle auf dem rutschigen Steig etwa vier bis fünf Meter tief in die Kirnitzsch. Dabei erlitt er offenbar schwere Verletzungen.
Bergretter, Feuerwehren und Rettungsdienst versorgten den Mann und brachten ihn mit Unterstützung einer Seilwinde aus dem schwer zugänglichen Gelände. Anschließend wurde er mit dem Rettungshubschrauber Christoph 38 in ein Krankenhaus geflogen.
Nur rund eineinhalb Stunden später wurde die Bergwacht erneut in die Affensteine gerufen. Auf dem Zeughausweg klagte ein Wanderer wohl über Herzbeschwerden. Die Einsatzkräfte führten gemeinsam mit dem Notarzt den Transport in ein Klinikum durch.
Am Nachmittag, gegen 16 Uhr folgte ein weiterer Notfall auf dem Basteiweg in Rathen. Eine Wanderin litt in Höhe des Klettergipfels Mönch angeblich ebenfalls unter Herzbeschwerden. Die Bergwacht brachte die Patientin ins Tal, wo sie dem Rettungsdienst übergeben wurde.
Wanderer verletzt sich beim Sprung, Kletterer stürzt in die Tiefe
Fast zeitgleich wurde die Bergwacht Bielatal nach Stadt Wehlen alarmiert. In den Teufelsschlüchten hatte sich ein Wanderer beim Sprung von einem etwa einen Meter hohen Absatz verletzt. Der Mann konnte zunächst noch mit Unterstützung weitergehen.
Im Teufelsgrund übernahmen die Bergretter den Transport mit einer Gebirgstrage und brachten ihn über den Uttewalder Grund zum Rettungswagen.
Der fünfte Einsatz führte die Bergwacht am frühen Abend gegen 17.15 Uhr ins Schrammsteingebiet. Ein Kletterer stürzte nach dem Abseilen auf dem feuchten Fels in einer Schlucht etwa drei Meter tief. Dabei zog er sich offenbar eine Kopfverletzung zu.
Am Schrammtor übernahmen Rettungsdienst und Bergwacht die Versorgung. Der Mann wurde zum Rettungshubschrauber Christoph 62 gebracht. Nach der Untersuchung soll er eine weitere Behandlung jedoch abgelehnt haben und sei in Begleitung seiner Mitwanderer den Rückweg angetreten.
Titelfoto: Marko Förster

