Block-Prozess: Klara schildert dramatische Entführung - "Ich habe wirklich gedacht, dass er tot ist"
Hamburg - Verstörende Schilderungen! In der Silvesternacht 2024 wird die damals 13 Jahre alte Klara zusammen mit ihrem Bruder Theo (10) entführt, ihr Vater wird brutal niedergeschlagen. Nun hat die Jugendlich inmitten des Entführungsprozesses gegen ihre Mutter Christina Block (53) im Zeitpodcast "House of Block" erstmals öffentlich über das traumatische Erlebnis gesprochen.
Klara, die mittlerweile 15 Jahre alt ist, führt keine normale Kindheit. Sie ist Teil von einem der spektakulärsten Sorgerechtstreits Deutschlands. Nach einem Besuch bei ihrem Vater Stephan Hensel (61) bleibt sie gemeinsam mit ihrem Bruder Theo (13) bei ihm in Dänemark. Es folgen zahlreiche Prozesse.
Nach der Entscheidung nicht zu ihrer Mutter zurückzukehren, lebt Klara in ständiger Angst - berechtigt, wie sich zeigen sollte. In der Silvesternacht 2024 wollte ihr Vater gemeinsam mit den Kindern und seiner Partnerin zu einem Feuerwerk in Gråsten gehen. Lange Zeit zögerten sie, entschieden sich dann aber dafür, den Kindern einen normalen Jahreswechsel zu bescheren.
Am Hafen angekommen, stürmten mehrere schwarz gekleidete und vermummte Männer auf sie zu. "Ich habe ihn noch nie so schreien gehört, es war fürchterlich", erinnerte sich Klara. Nur wenig später schrie auch ihr Bruder. "Ich wusste sofort, was passiert ist."
Die Teenagerin musste mitansehen, wie ihr Vater niedergeschlagen und ihr Bruder in ein Auto gezerrt wurde. Dann geriet sie ins Visier der Männer und wurde ebenfalls zu Boden gestoßen. Besonders der Geruch des Handschuhs des Angreifers hat sich bis heute bei ihr eingebrannt.
"Ich habe die ganze Zeit geschrien, auf Dänisch, auf Englisch, auf Deutsch", schilderte sie die Szenen, die sie kaum glauben konnte. "Ich habe mich gekniffen und meine Augen geschlossen. Ich dachte, das sei nicht passiert. Ich bin zu Hause bei Papa, Astrid und meinen Geschwistern."
Block-Prozess: Klara war in großer Sorge um ihren Vater und ihren Bruder
Während die Männer mit den beiden Kindern in Richtung deutscher Grenze unterwegs waren, hatte Klara nur Augen für ihren kleinen Bruder. "Unter mir war Theo. Ich habe versucht, mein Gewicht irgendwie von ihm runterzunehmen", erzählte sie.
Immer wieder drückte der damals Zehnjährige den Alarmknopf, der um seinen Hals hing und mit der Polizei verbunden war. "Theo meinte, er bekommt keine Luft", schilderte seine Schwester. Sobald sie sich bewegte, schrie sie einer der Männer an, sie solle leise sein.
Unter Tränen gestand sie: "Ich habe gar nicht an mich selbst gedacht zu diesem Zeitpunkt. Am wichtigsten waren für mich Theo und Papa", waren ihre bewegenden Aussagen in dem Podcast.
Klara hatte große Angst um ihren Vater. "Ich habe gefragt, was sie mit meinem Papa gemacht haben und habe gefragt, ob sie ein Messer benutzt haben", fuhr sie fort. "Ich habe wirklich gedacht, dass er tot ist." Hensel aber lebte, doch in quälte nur ein Gedanke: "Die Kinder wissen jetzt nicht, was mit mir ist."
Es sind Schilderungen, die Klara auch im Block-Prozess erzählt, der mittlerweile schon über ein Jahr andauert und demnächst enden soll. Die Beweisaufnahme steht vor dem Ende, das Urteil rückt näher. Christina Block wird vorgeworfen, die gewaltsame Rückholaktion ihrer beiden Kinder in Auftrag gegeben sie haben. Sie weist die Vorwürfe vehement zurück.
Titelfoto: Fotomontage: Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa, Gregor Fischer/dpa-Pool/dpa

