Experten verbuddeln Blindgänger in Kuhle: So lief die Sprengung der Bombe in Köln ab

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Köln - Der nächste Bombenfund in Köln! In Köln-Rodenkirchen ist am Montag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Sprengung des Objekts konnte am Dienstagabend nach etlichen Verzögerungen endlich vollzogen werden.

Freuen sich über die erfolgreiche Sprengung auf dem unbewohnten Feld im Weißer Bogen (v.l.n.r.): Jan Leipertz (Fachgruppe "Kampfmittel" im Ordnungsamt), Katharina Nowicki (Einsatzleitung Ordnungsamt), Dirk Käsbach (Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Köln) sowie die Entschärfer Michael Hilgers und Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf.
Freuen sich über die erfolgreiche Sprengung auf dem unbewohnten Feld im Weißer Bogen (v.l.n.r.): Jan Leipertz (Fachgruppe "Kampfmittel" im Ordnungsamt), Katharina Nowicki (Einsatzleitung Ordnungsamt), Dirk Käsbach (Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Köln) sowie die Entschärfer Michael Hilgers und Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf.  © Stadt Köln/Tim Walther

Wie die Stadt Köln mitteilt, sei der Blindgänger aufgrund des Niedrigwasser im Rhein im Bereich des Rodenkirchener Leinpfads gefunden worden.

Demnach handelte es sich bei dem Fundobjekt um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit einem Front- und einem Heckaufschlagzünder.

Von der Evakuierung waren zunächst 3000 Personen betroffen. Bei der Entschärfung kam es allerdings zu Problemen mit einem der beiden Zünder, weshalb die Bombe umgelagert werden musste.

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Der Blindgänger wurde daher von Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf kontrolliert auf einem unbewohnten Feld im Weißer Bogen gesprengt. Dafür wurde der Sprengkörper in einer Kuhle vergraben und komplett mit Sand bedeckt.

Schon vor der Sprenungung konnten die evakuierten Anwohnerinnen und Anwohner allerdings wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Auch wurden die Straßensperrungen aufgehoben und die Busse der KVB konnten wieder ihren gewohnten Linienweg fahren.

Hier der TAG24-Live-Ticker zum Nachlesen.

Der neue Gefahrenbereich wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst auf 500 Meter begrenzt.
Der neue Gefahrenbereich wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst auf 500 Meter begrenzt.  © Stadt Köln

30. September, 6.21 Uhr: So viele Beamte waren im Einsatz

Das Ordnungsamt der Stadt Köln war rund um die Entschärfung des Blindgängers mit 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz.

Hinzu kamen Feuerwehr und Hilfsorganisationen mit insgesamt 97 Kräften, die Polizei mit zwölf und die KVB mit drei.

30. September, 6.04 Uhr: Bußgeldverfahren gegen mehrere Personen

Gegen drei Personen wurde ein Bußgeldverfahren nach §118 Ordnungswidrigkeitengesetz eingeleitet.

Zwei davon hatten sich zuvor während der Evakuierung geweigert, ihre Wohnungen zu verlassen. Während einer die Häuslichkeit erst nach mehrfachem Klopfen durch das Ordnungsamt verlassen hatte, mussten Einsatzkräfte die andere Person aus dem Gefahrenbereich verweisen und sich dafür über den Balkon Zutritt zu dem Gebäude verschaffen.

Die dritte Person hatte die Maßnahmen hingegen mutwillig kurz vor der Freigabe zur Entschärfung verzögert, indem sie an einer Straßensperre an der Uferstraße durchgebrochen war.

29. September, 19.42 Uhr: Bombe wurde entschärft

Aufatmen in Köln-Rodenkirchen: "Die Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe wurde durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf kontrolliert gesprengt", teilte die Stadt kurz nach 19 Uhr mit.

Die Überreste werden nun abtransportiert, die Sperrungen nach und nach aufgehoben, wenn alles abschließend kontrolliert wurde.

Insgesamt seien rund 3000 Menschen von der Evakuierung betroffen gewesen, die aber schon früher in ihre Häuser zurück konnten, nachdem der Blindgänger an einen anderen Ort gebracht worden war.

29. September, 18.13 Uhr: Bombe wurde an neuen Ort gebracht

Die Weltkriegsbombe aus Köln-Rodenkirchen wurde auf unbewohnte Felder im Weißer Bogen gebracht. Dort liegt sie nun in einem mehrere Meter tiefen Loch und soll mit großen Mengen Sand abgedeckt werden.

Der neue Gefahrenbereich hat einen Radius von 500 Metern und wird derzeit vom Ordnungsamt und der Feuerwehr kontrolliert. Wann die Bombe kontrolliert gesprengt wird, steht noch nicht fest.

Der bisherige Gefahrenbereich wurde aufgehoben, Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren.

29. September, 15.55 Uhr: Probleme bei der Entschärfung

Bei der Entschärfung der Weltkriegsbombe in Köln-Rodenkirchen ist es zu Problemen gekommen.

Denn einer der Zünder kann nicht herausgedreht werden, weshalb der Blindgänger kontrolliert gesprengt werden muss. Dafür soll die Zehn-Zentner-Bombe in ein unbewohntes Ackergebiet gebracht werden.

In der Zeit der Verlagerung bleiben die Sperrungen rund um den Gefahrenbereich des Fundortes bestehen. Die Sperrung der A4 wird hingegen aufgehoben.

29. September, 15.20 Uhr: Freigabe erteilt

Nachdem alle Vorkehrungen getroffen worden sind, wurde die Freigabe zur Entschärfung des Blindgängers soeben erteilt.

Somit dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis es zur Entschärfung kommt.

29. September, 14.29 Uhr: Auch Luftraum wird dicht gemacht - Krankentransporte fast abgeschlossen

Ab 14.30 Uhr soll auch der Luftraum rund um die Fundstelle gesperrt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die Einsatzleitung des Ordnungsamtes bei der Flugsicherung gestellt.

Die Krankentransporte aus der Altenpflege-Einrichtung sind derweil fast abgeschlossen.

29. September, 13.43 Uhr: Diese Streckenabschnitte sind von A4-Sperrung betroffen

Neben der Vollsperrung der A4 zwischen dem Autobahndreieck Köln-Süd und dem Autobahndreieck Heumar sind folgende weitere Autobahnen von den Maßnahmen betroffen:

  • A555: Autobahnkreuz Köln-Süd Überleitung/Tangente auf A4 Fahrtrichtung Olpe vollgesperrt
  • A4: Anschlussstelle Köln-Poll Auffahrt in Fahrtrichtung Aachen gesperrt
  • A4: Im Autobahnkreuz Köln-Gremberg von L124 in Fahrtrichtung Aachen vollgesperrt
  • A559: Im Autobahnkreuz Köln-Gremberg das Ohr auf A4 in Fahrtrichtung Aachen vollgesperrt
  • A3: Im Autobahndreieck Köln-Heumar die Überleitungen/Tangenten auf A4 in Fahrtrichtung Aachen vollgesperrt

29. September, 13.31 Uhr: Sperrung der A4 wird vorbereitet

Wie die Stadt mitteilt, hat die Einsatzleitung des Ordnungsamtes inzwischen die Polizei angewiesen, die Maßnahmen zur Sperrung der A4 im betroffenen Gebiet einzuleiten. Laut Polizei dauert das voraussichtlich bis zu eineinhalb Stunden.

Wahrscheinlich ab 14.30 Uhr wird die Fahrbahn dann gesperrt. Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch davon ab, wann die vorbereitenden Arbeiten der Autobahnmeisterei abgeschlossen sind.

Wann die A4 wieder freigegeben werden kann, ist noch unklar, da der Zeitpunkt für die Entschärfung nach wie vor offen ist. Die Stadt warnt allerdings schon jetzt, dass die Maßnahmen "mehr Zeit als üblich" in Anpruch nehmen könnten, "weil der Blindgänger zwei Zünder hat, von denen einer beschädigt ist."

29. September, 13.23 Uhr: Evakuierungsmaßnahmen dauern an

Die Evakuierung der Bewohnerinnen und Bewohner der Altenpflege-Einrichtung dauern weiterhin an. Das teilt die Stadt mit.

Die beiden Anwohner, die sich zuvor geweigert hatten, den Bereich zu verlassen, sind hingegen inzwischen außerhalb der Gefahrenzone.

Eine Person habe laut Stadt nach mehrfachem Klopfen freiwillig ihre Wohnung verlassen. Bei der anderen Person hätten sich Einsatzkräfte via Balkon Zutritt zur Wohnung verschaffen und die Person aus dem Gefahrenbereich verweisen müssen, heißt es weiter. Personalien wurden bei Beiden aufgenommen, entsprechende Bußgeldverfahren werden eingeleitet.

Titelfoto: Stadt Köln/Tim Walther

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