Kampfmittel werden in Potsdam entschärft: Sperrkreis reicht bis nach Berlin
Von Jana Kieseyer, Wilhelm Pischke
Berlin - Kampfmittelspezialisten bereiten die für den Vormittag geplante Entschärfung im Potsdamer Stadtteil Groß Glienicke vor. "Ab jetzt gilt der Sperrkreis von 1500 Metern rund um die Fundstelle in der Groß Glienicker Heide", teilte die Stadtverwaltung gegen 9.30 Uhr mit.
Der Sperrkreis um die Groß Glienicker Heide reicht auch bis nach Berlin-Spandau. Rund 700 Menschen sollen betroffen sein - etwa 150 davon aus Berlin.
Demnach wurde von den Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg - unter anderem Bomben, Granaten und Handgranaten - bereits ein Großteil abtransportiert. Die restlichen im Waldgebiet gefundenen Kampfmittel sollen in vier Phasen gesprengt werden, sagte Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg.
Die Sperrung umfasse in Spandau rund 50 Einfamilienhäuser, den Landschaftsfriedhof Gatow, Teile der Rieselfelder und den Habichtswald. In Potsdam betrifft der Sperrkreis demnach folgende Orte: die Waldsiedlung Groß Glienicke, die Preußenhalle, das Landesamt für Umwelt, eine Gemeinschaftsunterkunft sowie eine Einrichtung für Betreutes Wohnen.
Außerhalb des Sperrkreises liegt laut Karte die an Groß Glienicke grenzende Ortschaft Seeburg der Gemeinde Dallgow-Döberitz.
Die Entschärfung beeinträchtigt auch den Verkehr. Der Landeshauptstadt Potsdam zufolge wird die Bundesstraße 2 gegen 9.30 Uhr dichtgemacht. Autofahrer werden über den Ritterfelddamm, den Kladower Damm und die Gatower Straße bis zur Heerstraße umgeleitet. Auch die Landesstraße nach Seeburg und Falkensee sei ab dem Kreisverkehr vor Groß Glienicke gesperrt.
Auch Busse von Sperrungen betroffen
Ebenfalls von den Sperrungen betroffen sind nach Angaben der Landeshauptstadt die Buslinien 604 und 638. Die Buslinie 638 werde während der Entschärfung die Umleitungen fahren, während die Linie 604 in der Zeit ausfalle. Um kurz nach 9.30 Uhr verlässt der letzte Bus der Linie 604 den Sperrkreis, teilte die Landeshauptstadt mit.
Die Kampfmittel sind überwiegend deutscher Herkunft, stammen aber auch von den Alliierten, wie Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst erklärte. Sie seien vermutlich vom Flugplatz Gatow gekommen und im Sommer 1945 in das Waldgebiet gebracht worden.
Titelfoto: Michael Bahlo/dpa
