Corona in Bayern: Extremisten nutzen Krise aus, akute Infektionen unter Sträflingen

München - Alle aktuellen Entwicklungen speziell für den Freistaat Bayern und München in der Corona-Krise findet Ihr hier im TAG24-Live-Ticker zusammengefasst.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, desinfiziert sich zu Beginn einer Kabinettssitzung in der Bayerischen Staatskanzlei die Hände.  © Peter Kneffel/dpa
Im Freistaat wurden mittlerweile 51.217* Menschen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand: 3. August, 9 Uhr). Davon gelten inzwischen 47.180 als genesen. 2621 Menschen sind am Virus gestorben. 

In der Landeshauptstadt München wurden zwei Fälle gemeldet (Stand 2. August, 23.59 Uhr).

Die Gesamtzahl der pSchaeffler schreibt im zweiten Quartal auch operativ rote Zahlen ositiven Tests in der bayerischen Landeshauptstadt steigt somit auf 7302*. In dieser Zahl enthalten sind 6845 Personen, die bereits genesen sind, sowie 222 Todesfälle.

Die deutschlandweiten Entwicklungen findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

* Die einzelnen Tageswerte unterliegen Schwankungen, da sie davon abhängig sind, wann die Labore die positiven Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermitteln.

Update 4. August, 9 Uhr: Chiphersteller Infineon schlägt sich besser als erwartet

Der Chiphersteller Infineon hat trotz der Auswirkungen der Corona-Krise und der anhaltenden Schwäche der Automärkte im dritten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet. 

Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 2,17 Milliarden Euro zulegte, sackte das operative Ergebnis (Segmentergebnis) allerdings um fast ein Drittel auf 220 Millionen Euro ab, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Neubiberg bei München mitteilte. Damit lag der Halbleiterspezialist bei beiden Werten klar über den durchschnittlichen Schätzungen der Analysten. 

Unter dem Strich stand aber ein Fehlbetrag von 128 Millionen Euro zu Buche, nach einem Gewinn von 224 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Update 4. August, 8.30 Uhr, Schaeffler schreibt im zweiten Quartal auch operativ rote Zahlen

Die Folgen der Coronavirus-Pandemie haben den Auto- und Industriezulieferer Schaeffler im zweiten Quartal auch operativ tief in die roten Zahlen gerissen. 

Der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug von April bis Ende Juni 150 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen am Dienstag in Herzogenaurach mitteilte. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von 284 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz schrumpfte im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel auf knapp 2,3 Milliarden Euro. 

Unter dem Strich blieb ein Verlust von 168 Millionen Euro nach einem Gewinn von 136 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Update 4. August, 8 Uhr: Drei akute Corona-Infektionen unter bayerischen Sträflingen

Unter den Strafgefangenen in bayerischen Gefängnissen sind derzeit nur drei mit einer nachgewiesenen akuten Coronavirus-Infektion (Stand 3. August, 9.00 Uhr). Das teilte das Justizministerium auf Anfrage in München mit.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 21 Gefangene mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. «16 Gefangene sind zwischenzeitlich genesen, zwei Personen entlassen und drei Gefangene sind derzeit an Corona erkrankt», teilte eine Sprecherin mit. Höher sind die Zahlen bei den Bediensteten: Von ihnen wurden bislang bayernweit 34 positiv getestet, alle haben die Infektion inzwischen überstanden.

Positiv getestete Gefangene werden nach Ministeriumsangaben in der Justizvollzugsanstalt unter Quarantäne gestellt. 

Gefangene, die mit positiv getesteten Personen engeren Kontakt hatten, werden von anderen getrennt untergebracht und auf das Coronavirus getestet.

Update 4. August, 6.30 Uhr: Extremisten nutzen Corona-Krise aus, Herrmann legt Bericht vor

Extremisten aller Art nutzen die Corona-Krise verstärkt für ihre Zwecke. Diese und andere Erkenntnisse des bayerischen Verfassungsschutzes aus dem ersten Halbjahr stellt Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag (11.00 Uhr) in München vor.

Bereits vorab warnte das Ministerium, Extremisten aller Phänomenbereiche instrumentalisierten die Corona-Pandemie zur Verbreitung ihrer demokratiefeindlichen Ideologien. Sie knüpften dabei an im Internet kursierende Verschwörungsmythen über den Ursprung der Pandemie an. 

Zudem werde versucht, auf allen Ebenen Unzufriedenheit mit dem demokratischen System zu schüren. Herrmann will nun darlegen, wie die Behörden im Freistaat darauf reagieren.

Update 3. August, 15.20 Uhr: MAN Energy Solutions will weniger Jobs als zunächst geplant abbauen

Der Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions will nach einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern weniger Jobs streichen als zunächst geplant. Wie das Augsburger Unternehmen trotz der Coronavirus-Krise in Deutschland am Montag berichtete, sollen nun 1650 Arbeitsplätze in Deutschland und 950 im Ausland wegfallen.

Noch im Juli hatte der Hersteller von Dieselmotoren für Fracht- und Kreuzfahrtschiffe den möglichen Abbau von nahezu 4000 seiner weltweit etwa 14.000 Arbeitsplätze angekündigt. Nunmehr ist diese Zahl auf 2600 reduziert worden. Ursprünglich standen allein in der Bundesrepublik 3000 Jobs auf der Kippe.

Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek zeigte sich zufrieden: Alle Standorte seien gesichert worden und allein am Unternehmenssitz seien etwa 1000 Jobs gerettet worden, betonte er. In Augsburg beschäftigt MAN Energy Solutions derzeit rund 4300 Mitarbeiter, knapp 830 von ihnen sollen das Unternehmen nach den neuen Plänen verlassen.

MAN Energy Solutions will weniger Jobs als zunächst geplant abbauen.
MAN Energy Solutions will weniger Jobs als zunächst geplant abbauen.  © picture alliance/dpa

Update 3. August, 10.43 Uhr: Flüchtlingsrat kritisiert Corona-Teststrategie

Der Bayerische Flüchtlingsrat kritisiert die ausgeweitete Corona-Textpraxis für Asylbewerber. 

"Eine Respektlosigkeit sondergleichen ist das", sagte der Sprecher des Flüchtlingsrates, Stephan Dünnwald, der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). Mehr zu testen sei "grundsätzlich gut", aber jeden zu einem Test zu verpflichten, der mit Knieschmerzen zum Arzt gehe, "ist eine Frechheit".

Hintergrund ist laut "SZ" ein Beschluss der Staatsregierung, in Asylunterkünften mehr verdachtsunabhänig auf das Coronavirus zu testen. Jeder Asylbewerber, der einen Arzttermin in einem der Ankerzentren im Freistaat hat, soll demnach beispielsweise künftig routinemäßig auf Sars-CoV-2 getestet werden – unabhängig vom Verdacht auf das Virus und dem Grund des Arztbesuches.

Wichtiger als diese Tests sei die Verbesserung der Lebensumstände in den Unterkünften, betonte Dünnwald in der Zeitung. 

"Teilweise benutzen 30 Menschen eine Toilette", sagte er. "Die Staatsregierung muss die Bewohner besser auf die Unterkünfte verteilen."

Update 3. August, 8.51 Uhr: Triebwerksbauer MTU verbucht herbe Einbrüche wegen Corona-Krise

Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise hat dem Triebwerksbauer MTU im zweiten Quartal herbe Einbrüche bei Umsatz und Gewinn eingebrockt. 

Die Erlöse brachen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 776 Millionen Euro ein, wie der Konzernam Montag in München mitteilte. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um rund drei Viertel auf gut 42 Millionen Euro zusammen. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gut 13 Millionen Euro, ein Rückgang um 87 Prozent.

Der Konzern hatte sich bereits am Freitag mit einer neuen Prognose aus der Deckung gewagt. Vorstandschef Reiner Winkler rechnet demnach auch für das Gesamtjahr mit deutlichen Rückgängen. 

An der Börse kam es aber gut an, dass er überhaupt eine Prognose abgegeben hat. Die im Dax notierte Aktie legte am Freitag in einem schwachen Umfeld zu.

Update 2. August, 15.14 Uhr: Corona-Ausbruch in Mamming: 43 weitere Infizierte

Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming haben sich in einem weiteren Betrieb 43 Menschen angesteckt. 

"Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne", sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Einen Tag zuvor waren in dem neu betroffenen Betrieb 27 Fälle bekannt geworden. Nach vollständiger Auswertung der Tests liege die Zahl der Corona-Fälle nun bei 43. 

Vermutlich hätten sich diese bei Mitarbeitern des Gemüsehofes angesteckt, wo es zuerst zu dem Ausbruch gekommen war. Über 200 Erntehelfer hatten sich in dem Gemüsehof mit dem Coronavirus infiziert. Drei Mitarbeiter befänden sich im Krankenhaus.

Die Tests von fast 4000 Saisonkräften und den Bauernfamilien an 24 weiteren Betrieben seien negativ. Unter den 5000 getesteten Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien ebenfalls keine Infizierten. 

"Deshalb gehen wir weiterhin davon aus, dass das Virus trotz des Massenausbruchs auf den Betrieben in Mamming nicht in die Landkreisbevölkerung getragen wurde", sagte Bumeder.

Update 2. August, 11.12 Uhr: Fast 10.000 Corona-Tests für Reiserückkehrer in Bayern

Fast 10.000 Reisende haben sich an den bayerischen Teststationen an der Grenze zu Österreich und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg auf das Coronavirus testen lassen. 

Den größten Andrang gab es mit mehr als 5000 Tests am Samstag, wie ein Sprecher des bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in München am Sonntag auf Twitter mitteilte. Seit Donnerstag gibt es die drei Teststationen an den Autobahnen 3, 8 und 93 sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg.

Das BRK betreibt diese zusammen mit Freiwilligen von anderen Hilfsorganisationen. Bis zu 13.000 Abstriche können die Mitarbeiter dort täglich machen. 

Auch an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen können sich Reiserückkehrer kostenlos auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 untersuchen lassen.

Update 2. August, 11.12 Uhr: Virtuelle Hochschule Bayern erhält 2,26 Millionen Euro

Für neue digitale Kurse bekommt die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) 2,26 Millionen Euro vom Freistaat. 

In der vhb mit Sitz in Bamberg kooperieren die 31 Universitäten und Hochschulen in Bayern seit dem Jahr 2000. Mit der Corona-Pandemie ist die Anzahl der Nutzer und Kursangebote sprunghaft gestiegen. 

"Die vhb geht in Sachen digitaler Lehre deutschlandweit voran", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) laut einer Mitteilung am Sonntag. 

Neben digitalen Lehrangeboten für Studentinnen und Studenten bietet die vhb auch Kurse für die Allgemeinheit ein.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0