Coronavirus in Baden-Württemberg: Kretschmann verteidigt Kita-Schließungen

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich zunehmend. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

In der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 18. Mai) wurde die Kinderbetreuung ausgeweitet, sowie die Öffnung von Bildungseinrichtungen jeglicher Art gestattet. Auch Restaurants, Cafés und Eisdielen dürfen - unter Auflagen - wieder Kunden empfangen.

Ab dem 29. Mai ist es dann Hotels auch wieder gestattet, Touristen aufzunehmen; Freizeitparks dürfen ihre Tore öffnen. Vom 2. Juni an können alle öffentlichen und privaten Sportanlagen wieder den Betrieb aufnehmen, insbesondere auch Fitnessstudios oder Tanzschulen.

1707 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 34.445 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 25. Mai).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen. 

Update, 26. Mai, 15.21 Uhr: Kretschmann verteidigt Kita-Schließung: Das war kein Fehler

Die Schließung der Kitas und Grundschulen ist nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) kein Fehler gewesen. Zwar habe die aktuelle Studie der Universitätskliniken ergeben, dass Kindern unter zehn Jahren nur eine untergeordnete Rolle spielen bei der Übertragung des Coronavirus. Die Schließung bezeichnete er aber als "ein vernünftiges Handeln, im Nichtwissen vorsichtig zu sein".

Man müsse faktenorientiert handeln, sagte Kretschmann. Kenne man die Fakten nicht, müsse man vorsichtig sein. Zu Beginn der Krise habe man zu wenig über das Virus gewusst - und nach wie vor sei zu wenig bekannt zum Beispiel zu den mittel- und langfristigen Schäden des Virus.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte zuvor mitgeteilt, dass die Kitas in Baden-Württemberg spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen sollen. Für die weitere Öffnung der Grundschulen werde auch ein Konzept entwickelt.

Ministerpräsident WInfried Kretschmann.
Ministerpräsident WInfried Kretschmann.  © Marijan Murat/dpa

Update, 26. Mai, 15.11 Uhr: Weitere finanzielle Corona-Hilfe für Hotels und Gaststätten

Von der Corona-Krise schwer getroffene Hotels und Gaststätten sollen noch drei weitere Monate Geld vom Land bekommen. Das Kabinett gab am Dienstag eine "Stabilisierungshilfe" für die Branche frei, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Im Anschluss an die Corona-Soforthilfe können betroffene Betriebe einmalig weitere 3000 Euro zuzüglich 2000 Euro für jeden in Vollzeit beschäftigten Mitarbeiter bekommen. Die Regierung geht von einem Bedarf in Höhe von 330 Millionen Euro aus, die aus dem Landeshaushalt kommen sollen.

"Es gilt, den Weiterbestand von bislang gesunden Betrieben zu sichern, um so Tausende von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Land zu erhalten", sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Neben der aktuellen Situation werde die Branche auch noch den grundsätzlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung zu spüren bekommen.

Die Umsatzrückgänge lägen teils bei 80 bis 100 Prozent, was über einen längeren Zeitraum existenzgefährdend sei, hieß es. Schon in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung der Restaurants habe sich gezeigt: Die Gastronomie werde noch länger mit erheblichen Einbußen rechnen müssen, sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU). "Wir brauchen schnelle Hilfen, um das Überleben zahlreicher Betriebe zu sichern", betonte er.

Update, 26. Mai, 14.16 Uhr: Neues Programm zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen

Das Wirtschaftsministerium und die L-Bank erweitern ihr Förderangebot in der Corona-Krise. Kleinere und mittlere Unternehmen können nun einen Liquiditätskredit mit zusätzlichem Tilgungszuschuss, um gezielt das Eigenkapital in Baden-Württemberg zu stärken. 

"Viele mittelständische Unternehmen müssen aktuell massive Liquiditätsengpässe überbrücken. Deshalb erweitern wir unser Portfolio an Maßnahmen um ein wichtiges Instrument, mit dem wir unseren an sich gesunden Unternehmen mit einem Zuschuss unter die Arme greifen können. Dieser wirkt wie Eigenkapital. Damit tragen wir dazu bei, dass sie ihre Struktur auch während des coronabedingten Stillstandes aufrechterhalten und nach der Krise rasch wieder agieren können", erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.

Update, 26. Mai, 12.24 Uhr: Küchenspülen-Spezialist Blanco erwartet Umsatzeinbruch wegen Corona

Der Küchenspülen-Hersteller Blanco rechnet mit einem deutlich Umsatzeinbruch wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Umsätze im ersten Quartal 2020 hätten sich aber noch weitgehend nach Plan entwickelt, teilte Blanco-Chef Frank Gfrörer am Dienstag mit. 

2019 konnte das Unternehmen mit Sitz in Oberderdingen im Kreis Karlsruhe seinen Umsatz leicht um 1 Million Euro auf 395 Millionen Euro steigern. Im Inland gab es einen Zuwachs von 3,5 Prozent auf 142 Millionen Euro, im Ausland stagnierte das Geschäft bei 253 Millionen Euro. Zahlen zum Ergebnis nennt Blanco nicht. 

Das Unternehmen beschäftigte den Angaben zufolge zum Jahresende 2019 gut 1500 Mitarbeiter, davon knapp 1100 in Deutschland.

Update, 26. Mai, 11.10 Uhr: Kitas öffnen bis Ende Juni wieder

Die Kitas in Baden-Württemberg sollen spätestens Ende Juni wieder vollständig öffnen. 

Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) sagte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart, gemeinsam mit den Kommunen und den Trägern werde zügig ein Rechtsrahmen erarbeitet, um "spätestens bis Ende Juni die Kitas wieder vollständig öffnen zu können". 

Sie stützte sich dabei auf erste Erkenntnisse aus einer Studie zu Kindern und dem Coronavirus, an der die Uniklinik Heidelberg mit Partnern arbeitet. Diese Studie gebe Signale, wonach Kinder bis zehn Jahre als Überträger des Virus nur eine untergeordnete Rolle spielen, erklärte Eisenmann. 

Deshalb werde jetzt auch ein Konzept für die weitere Öffnung der Grundschulen entwickelt. Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Update, 26. Mai, 11.04 Uhr: Jetzt 34.466 Infizierte

In Baden-Württemberg ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle erneut leicht angestiegen. Bis 10.45 Uhr wurden 21 weitere Infizierte gemeldet, damit haben sich insgesamt 34.466 Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Die Zahl der Infizierten ist weiter gestiegen.
Die Zahl der Infizierten ist weiter gestiegen.  © TAG24

Update, 26. Mai, 7.10 Uhr: Südwest-Maschinenbau zieht Bilanz

Der Maschinenbau im Südwesten zieht Bilanz - nicht nur inmitten der Corona-Pandemie, sondern insgesamt in einer Phase der Anpassung. 

Das Thema Elektromobilität und damit die umfassende Umwandlung der Branche hat viele Betriebe und Unternehmen ohnehin schon vor Herausforderungen gestellt. Nun kommt auch noch Corona hinzu. Am Dienstag (11.30 Uhr) berichtet der Südwestableger des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) über die aktuelle Situation. 

Allerdings steht es nicht bei allen schlecht - wer mit innovativen Produkten am Markt sei, arbeite in manchen Bereichen sehr erfolgreich weiter, heißt es.

Vorgelegt hatte vergangene Woche das Statistische Landesamt mit eher trüben Nachrichten: Vor allem im März habe die Corona-Pandemie deutliche Auswirkungen auf die weltweite Nachfrage nach Autos und Maschinen aus Baden-Württemberg gehabt. 

Während die Exporte aus dem Südwesten im ersten Quartal dieses Jahres nur leicht zurückgingen, mussten Autobranche und Maschinenbauer demnach einen Rückgang von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen. Das lag neben Corona auch an der schwächeren Weltkonjunktur, hieß es bei den Statistikern.

Update, 26. Mai, 6.06 Uhr: Wild Wings hoffen auf Hilfe durch Politik

Der Sportliche Leiter der Schwenninger Wild Wings, Christof Kreutzer, hofft in der Coronavirus-Krise auch auf die Hilfe der Politik. 

"Das ist ein schwieriges Unterfangen, aber letztendlich ist der Sport auch ein großer Wirtschaftszweig. Auch darauf müsste die Regierung ein Auge haben, es nutzt ja nichts, wenn Sportarten sterben", sagte der 52-Jährige am Montag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich denke, das müsste die Liga geschlossen angehen. Eventuell sogar mit anderen Sportligen zusammen."

Die Wild Wings, die die Vorrunde vor dem Saisonabbruch als Letzter beendet hatten, haben wie alle anderen 13 Clubs der Deutschen Eishockey Liga bis Sonntag fristgerecht ihre Lizenzunterlagen eingereicht. Ob das notwendige Einverständnis der Spieler zum Gehaltsverzicht vorliegt, wollte Kreutzer allerdings nicht sagen.

Eine neue Lizenzbedingung ist, dass die Spieler auf 25 Prozent ihres Gehaltes verzichten. Dieser Anteil soll von einer garantierten in eine variable Zahlung umgewandelt werden. 

"Die Bedingung wird gemacht, damit die Liga auch in dem Sinne weiter bestehen bleibt, so wie sie ist", sagte Kreutzer. Auch er sei zum Gehaltsverzicht bereit. "Wir sitzen alle in einem Boot", sagte Kreutzer. "Wir können es nicht bei einem Angestellten so, beim anderen so machen."

Letztendlich ist der Sport ein großer Wirtschaftszweig, sagt Christof Kreutzer. (Archiv)
Letztendlich ist der Sport ein großer Wirtschaftszweig, sagt Christof Kreutzer. (Archiv)  © Maja Hitij/dpa

Update, 25. Mai, 19.56 Uhr: Ex-VfB-Spieler Pogrebnjak mit Corona infiziert

Der frühere VfB-Stuttgart-Spieler Pawel Pogrebnjak (36) muss wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. 

Es habe sich eine beidseitige Lungenentzündung bei ihrem Mann entwickelt, schrieb Maria Pogrebnjak-Schatalowa am Montag bei Instagram. Der 36 Jahre alte Fußballprofi war zuvor bei einem Test des Teams vom Club Ural in Jekaterinburg positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. 

"Mein Mann hat hohes Fieber, Husten", schrieb Pogrebnjaks Ehefrau. Sie selbst habe Symptome wie extreme Schwäche und Halsschmerzen.

Früher beim VfB: Pawel Pogrebnjak. (Archiv)
Früher beim VfB: Pawel Pogrebnjak. (Archiv)  © Thomas Eisenhuth dpa

Update, 22. Mai, 18.07 Uhr:

Nach wie vor steigt die Zahl der Corona-Toten und -Infizierten in Baden-Württemberg an.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montagabend sind zehn weitere Menschen Opfer des Erregers geworden. Damit steigt die Zahl der Toten auf insgesamt 1707.

Zudem wurden 36 weitere Infektionsfälle gemeldet, damit steigt die Zahl der Infizierten auf nunmehr 34.445. "Davon sind ungefähr 31.217 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen", so das Ministerium. Derzeit sind geschätzt noch 1.511 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0