Coronavirus in Baden-Württemberg: 130 Millionen für Schüler-Laptops und -Tablets

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich zunehmend. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

Nach der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 2. Juni) dürfen Kneipen und Bars unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Außerdem dürfen alle öffentlichen und privaten Sportanlagen - darunter Fitnessstudios oder Tanzschulen - den Betrieb wieder aufnehmen.

Zuvor wurden bereits weitere Lockerungen für Zusammenkünfte im privaten Raum verabschiedet. Es dürfen jetzt bis zu zehn statt wie bisher nur fünf Personen aus mehreren Haushalten zusammenkommen.

Von der Beschränkung auf zehn Personen weiterhin ausgenommen sind Verwandte (Großeltern, Eltern, Kinder usw.) sowie die Angehörigen des gleichen Haushalts und deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder Partnerinnen und Partner.

1772 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 34.834 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 3. Juni).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen. 

Update, 6. Juni, 13.49 Uhr: 130 Millionen Euro für Schüler-Laptops und -Tablets

Die angekündigte Anschaffung von 300.000 Laptops und Tablets für Schüler in Baden-Württemberg nimmt konkrete Gestalt an. Am Dienstag soll sich das grün-schwarze Kabinett mit einer Vorlage aus dem Kultusministerium befassen, die das Ziel hat, für insgesamt 130 Millionen Euro Geräte kaufen zu können. 

Die Summe teilen sich Bund und Land. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart: "Das bedeutet, dass für etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg Leihgeräte zur Verfügung stehen werden."

In der Kabinettsvorlage heißt es: "Zwar ist in den Schulen der Unterricht wieder schrittweise gestartet, an einen normalen Regelbetrieb mit Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern ist wegen der Abstands- und Hygieneregeln infolge der Corona-Pandemie aber derzeit noch nicht zu denken." 

Daher sollen die Bedingungen für den Fernunterricht verbessert werden. Es dürfe nicht sein, dass ein Kind sein Schulziel nicht oder nur schwer erreiche, weil es nicht die nötige technische Ausstattung habe. Geplant sei, dass die Schulträger, also die Kommunen, "zügig" in die Geräte investieren könnten, um sie dann an Schüler verleihen zu können.

Davon sollen sowohl die Schüler an öffentlichen wie auch an privaten Schulen profitieren. Das Geld soll den Schulträgern einmalig zur Verfügung gestellt werden. Für Folgekosten wie Reparaturen und Wartungen kommt das Land aber ausdrücklich nicht auf.

Bildungsexperten und Lehrerverbände hatten seit der Schulschließungen wegen des Coronavirus Mitte März davor gewarnt, dass bestimmte Schüler abgehängt werden könnten, wenn zu Hause keine Geräte wie Laptops oder Tablets vorhanden seien oder wenn Eltern sie nicht genügend in der außergewöhnlichen Lernsituation unterstützten.

Für Folgekosten, wie etwa Reparaturen kommt das Land Baden-Württemberg nicht auf. (Symbolbild)
Für Folgekosten, wie etwa Reparaturen kommt das Land Baden-Württemberg nicht auf. (Symbolbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 6. Juni, 13.27 Uhr: Schwimmer trotzen Kälte in Freibädern

Kälte und Regen zum Trotz: Eine Reihe von Schwimmern haben am Samstag am ersten Tag der Öffnung der vier Karlsruher Freibäder nach der Corona-Krise wieder ihre Runden gezogen. 

"Die Hardcore-Schwimmer kommen immer", freute sich der Geschäftsführer der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel. Und das auch von weiter her: So war die erste Kundin im Sonnenbad eine Frau aus Stuttgart, berichtete er. 

Das einzige Karlsruher Warmbad im Freien zog schon am Morgen rund 30 Menschen an. "Die Stimmung ist super, die Leute freuen und bedanken sich, dass wir wieder aufmachen."

Dass am ersten Tag nur wenige kamen, war für den Karlsruher Bäderchef eine Erleichterung. "Wir müssen noch einige Abläufe üben. Das ist learning by doing." So standen im Internet zwar alle Badeampeln auf Grün. Erreichbar für Interessierte war zunächst aber nur das Turmbergbad, wo ebenfalls bis mittags schon rund 30 Badegäste gezählt wurden. Normalerweise fasst das Bad rund 2400 Gäste, wegen Corona dürfen dort jetzt höchstens 480 Menschen rein, so Sternagel. Ins Rüppurrer Bad verirrten sich nur eine Handvoll Menschen.

Die Badegäste müssen sich auf neue Regeln einstellen. Eine "Besucher-Ampel" informiert online über die Auslastung. Mund- und Nasenschutz sind beim Betreten der Bäder Pflicht, ebenso das Ausfüllen eines Formulars. Es wird in Einbahnstraßen geschwommen, Duschen und Umkleiden geht nur außen. "Mindestens 1,50 Meter Abstand gilt auch im Wasser", betonte Sternagel.

Die vier Karlsruher Freibäder gehören zu den wenigen im Südwesten, die bereits öffnen. Um die Hygieneauflagen des Landes zu erfüllen, brauchen einige Betreiber in Städten und Gemeinden mehr Zeit und nehmen den Betrieb erst kommende Woche oder später auf, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. 

Die Landesregierung hatte Ende Mai den Saisonstart für den 6. Juni freigegeben und einige Betreiber damit kalt erwischt.

Update, 6. Juni, 7.10 Uhr: Kirchen rechnen mit Millionenverlusten

Wegen der Corona-Krise rechnen die Kirchen in Baden-Württemberg mit finanziellen Einbußen in Millionenhöhe. 

Die Erzdiözese Freiburg geht von einem Rückgang der Einnahmen aus Kirchensteuern zwischen 23 und 63 Millionen Euro in diesem Jahr aus. Das Erzbischöfliche Ordinariat habe deshalb eine vorläufige Haushaltssperre erlassen, teilte ein Sprecher mit. 

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart will mit externen Experten eine Finanzstrategie für die kommenden Jahre erarbeiten.

Die Kirchensteuer ist einkommensgebunden und die wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Wegen der Corona-Verordnungen wurden zudem kirchliche Tagungshäuser und Bildungsstätten geschlossen. Weil die öffentlichen Gottesdienste ausfielen, gab es auch keine Kollekten. 

Der Evangelischen Landeskirche in Baden brachen dadurch nach Angaben eines Sprechers im April und Mai jeden Sonntag zwischen 40.000 und 60.000 Euro weg.

Die Coronakrise bedeutet für die Kirche handfeste finanzielle Einbußen. (Symbolbild)
Die Coronakrise bedeutet für die Kirche handfeste finanzielle Einbußen. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

Update, 5. Juni, 18.16 Uhr: 34.892 Infizierte, 1790 Tote

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium teilte mit, dass 49 weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert wurden (Stand: 16 Uhr). Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.892 an. Davon sind ungefähr 32.326 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 776 Menschen im Land mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages-R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,64 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden.

Darüber hinaus wurden zwölf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Damit steigt die Zahl der Covid-19-Todesfälle in Baden-Württemberg auf insgesamt 1.790 an. Unter den Verstorbenen waren 1010 Männer und 780 Frauen. Das Alter lag zwischen 18 und 106 Jahren. 65 Prozent der Todesfälle waren 80 Jahre oder älter.

Mindestens 34.892 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert, 1790 starben.
Mindestens 34.892 Menschen haben sich in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert, 1790 starben.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. Juni, 15.58 Uhr: Bislang 27 weitere Infektionen, kein neuer Todesfall

Nachdem am Donnerstag nur neun nachgewiesene neue Corona-Fälle im Vergleich zum Vortag registriert wurden, sind am Freitag bislang (Stand: 15 Uhr) 27 weitere hinzugekommen. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich in Baden-Württemberg nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 34.870 an.

Außerdem ist bislang am Freitag kein weiterer neuer Todesfall gemeldet worden.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.
Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Baden-Württemberg.  © TAG24

Update, 5. Juni, 14.17 Uhr: Weitere Lockerungen beim Tanzsport und Tennis

Wie das baden-württembergische Kultusministerium mitteilt, werden ab dem morgigen Samstag weitere Änderungen in der Corona-Verordnungen hinsichtlich des Sports in Kraft treten. Demnach müssen beim Tanzsport Trainings- und Übungseinheiten mit Raumwegen individuell, in Gruppen von maximal zehn Personen oder bis zu zehn festen Paaren auf einer Fläche stattfinden, die so bemessen ist, dass pro Person oder pro Tanzpaar mindestens 25 Quadratmeter zur Verfügung stehen (statt bisher 40 Quadratmeter pro Person oder Paar). 

Beim Ballett müssen Trainings- und Übungseinheiten an der Stange so ausgeführt werden, dass ein Mindestabstand von 2,5 Metern eingehalten wird. Ferner gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln, auch die Dokumentation der teilnehmenden Personen muss weiterhin erfolgen. Diese Regelungen werden auch für den Tanzunterricht an Musik- und Jugendkunstschulen in der für diese Schulen geltenden Verordnung getroffen.

"Baden-Württemberg ist auch eine Hochburg des Tanzsports und Balletts. Wir haben Tanzen und Ballett deshalb als gesonderten Punkt in die Verordnung aufgenommen und die Regeln so gestaltet, dass sie den Vereinen sowie Tanz- und Ballettschulen eine klare Orientierung bieten und praktikabel sind", sagt Kultus- und Sportministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).

Neu ist außerdem, dass das Tennisspiel im Doppel in Baden-Württemberg ab sofort wieder zulässig ist. Seit dem 11. Mai 2020 ist das Tennisspielen im Einzel unter entsprechenden Auflagen bereits erlaubt gewesen. Die positive Entwicklung beim Infektionsgeschehen ermöglicht nun den Schritt, auch Doppelpartien zu ermöglichen."Es freut mich sehr, dass die Tennisbegeisterten in Baden-Württemberg diesen schönen Sport nun auch wieder im Doppel ausüben können", so Ministerin Eisenmann. 

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 5. Juni, 14.05 Uhr: Bürgermeister ruft zur Zurückhaltung beim Feiern auf

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Martin Schairer, hat dazu sich weiterhin an die Corona-Ordnung zu halten, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Da am vergangenen Pfingstwochenende viele Verstöße gegen die Corona-Verordnung auf dem Kleinen Schlossplatz gab. 

Schairer sagte: "Wir haben beim Kampf gegen die Corona-Pandemie bereits einige Erfolge erzielt. Die Infektionszahlen in Stuttgart sind rückläufig, deshalb konnten viele Einschränkungen aufgehoben werden, die zur Eindämmung des Coronavirus notwendig waren. Es ist verständlich, dass die Bürgerinnen und Bürger nach den harten Einschnitten der vergangenen Wochen zurück wollen zur Normalität. Dabei dürfen wir aber nicht leichtsinnig werden".

Update, 5. Juni, 12.35 Uhr: Kinos dürfen wieder Filme zeigen - aber nicht überall großer Ansturm

Seit dieser Woche dürfen Filmfans nach langer Corona-Pause wieder ins Kino gehen - doch der große Ansturm blieb zumindest in Ravensburg bisher aus. "Wir hatten am Vorabend 60 bis 70 Besucher bei 22 Vorführungen", sagte Gallion Anastassiades vom Kino CineParC am Freitag. "Normalerweise sind es unter der Woche zwischen 300 und 400 Zuschauer." Viele Menschen hätten noch ein wenig Angst, ins Kino zu gehen, bei anderen sei durch die Corona-Krise auch das Geld knapp.

"Dazu kommt, dass es kaum neue Filme gibt", sagte Anastassiades. Wegen der Schließungen mussten Filmstarts verschoben werden, zudem warten viele Verleiher noch ab, da es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen zum Start der Kinos gibt. Er hoffe nun, dass die Zahlen in der nächsten Zeit wieder anziehen, sagte der Kinobetreiber. "Über das Wochenende sollte es langsam anlaufen."

In Baden-Württemberg sind seit dem 1. Juni wieder öffentliche Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen für weniger als 100 Menschen erlaubt. Voraussetzung dafür ist, dass die Hygiene- und Abstandsvorgaben wegen des Coronavirus eingehalten werden. Von der Lockerung profitierten neben den Kinos auch Theater.

Viele Kinos blieben leer.
Viele Kinos blieben leer.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 5. Juni, 11.40 Uhr: IG Metall: Folgen der Corona-Krise nicht auf Beschäftigte abwälzen

Die IG Metall fürchtet in der Corona-Krise einen "sozialen Kahlschlag" in vielen Unternehmen. "Es verstärkt sich bei uns der Eindruck, dass die Krise überproportional auf den Schultern der Beschäftigten abgeladen werden soll", sagte Bezirkschef Roman Zitzelsberger am Freitag in Stuttgart. 

Ankündigungen von Sparplänen und Stellenabbau nähmen zu. Zugleich seien die Gespräche mit den Arbeitgebern über Möglichkeiten zur Bewältigung der Krise "äußerst schwierig", sagte Zitzelsberger. Die IG Metall habe eine Kampagne mit zehn Forderungen ins Leben gerufen, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Kernpunkte sind die Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen, aber auch der Gesundheitsschutz der Beschäftigten.

Update, 5. Juni, 10.24 Uhr: CDU-Fraktion will rasch weitere Lockerung der Auflagen für den Handel

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal, fordert rasch weitere Erleichterungen für den Südwest-Einzelhandel. Paal sagte am Freitag in Stuttgart: "Der aktuelle Pandemieverlauf würde es beispielsweise ohne weiteres zulassen, die Zutrittsbegrenzung von 20 Quadratmeter Verkaufsfläche je Person auf zehn Quadratmeter zu senken." Baden-Württemberg sei eines der wenigen Länder, die diese Lockerung noch nicht vollzogen haben. Mit dieser einfachen und kostenfreien Maßnahme könne man den Handel unterstützen, ohne leichtsinnig zu werden. "Denn die Maskenpflicht, Abstandsregelungen und andere Hygienevorschriften blieben davon selbstverständlich unberührt."

Zugleich sprach sich Paal für eine Lockerung der Regelung bei verkaufsoffenen Sonntagen aus. Gemeinden im Südwesten dürfen derzeit maximal drei solcher Sonntage im Jahr erlauben. Es muss zudem einen bestimmten Anlass geben, um die Läden an einem Sonntag zu öffnen. Das soll nach Vorstellungen Paals ausgesetzt werden. "Mindestens für das restliche Jahr 2020 sollten Kommunen unbürokratisch selbst entscheiden können, was ihr Handel vor Ort benötigt, um bald wieder auskömmliche Umsätze zu erzielen."

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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