Coronavirus in Baden-Württemberg: Nun 1772 Tote und 34.834 Infizierte

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich zunehmend. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

Nach der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 2. Juni) dürfen Kneipen und Bars unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Außerdem dürfen alle öffentlichen und privaten Sportanlagen - darunter Fitnessstudios oder Tanzschulen - den Betrieb wieder aufnehmen.

Zuvor wurden bereits weitere Lockerungen für Zusammenkünfte im privaten Raum verabschiedet. Es dürfen jetzt bis zu zehn statt wie bisher nur fünf Personen aus mehreren Haushalten zusammenkommen.

Von der Beschränkung auf zehn Personen weiterhin ausgenommen sind Verwandte (Großeltern, Eltern, Kinder usw.) sowie die Angehörigen des gleichen Haushalts und deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder Partnerinnen und Partner.

1772 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 34.834 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 3. Juni).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen. 

Update, 3. Juni, 17.50 Uhr: Jetzt 1772 Tote und 34.834 Infizierte

Die Zahl der Corona-Toten ist am Mittwoch um zwölf auf insgesamt 1772 gestiegen.

Zudem wurden dem Gesundheitsministerium bis 16 Uhr weitere 47 bestätigte Infektionen gemeldet, damit steigt die Zahl der Infektionsfälle auf nunmehr mindestens 34.834. "Davon sind ungefähr 32.096 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 966 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert", so das Ministerium weiter. 

Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,79 angegeben.

In Baden-Württemberg gibt es noch 966 aktive Infektionsfälle. (Symbolbild)
In Baden-Württemberg gibt es noch 966 aktive Infektionsfälle. (Symbolbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. Juni, 15.40 Uhr: Sorgen um Ausbildungsplätze

In Industrie und Handel sind die Zahlen alarmierend: Jeder dritte Ausbildungsbetrieb sieht sich wegen der Corona-Krise gezwungen, die Ausbildung ganz oder teilweise auszusetzen. 

Das ergab eine Umfrage des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) bei rund 3300 Ausbildungsbetrieben im Land. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will gegensteuern: Von Kurzarbeit betroffene Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen eine Ausbildungsprämie von 3000 Euro erhalten - insgesamt rund 17 Millionen Euro im Land.

Es sei klar, dass die bisherigen Maßnahmen im Bereich Ausbildung angesichts der Wucht der Pandemie nicht ausreichten, sagte Hoffmeister-Kraut am Mittwoch beim Besuch eines Ausbildungszentrums in Stuttgart. Auch der Handwerkstag fordert Hilfen - etwa für jene Betriebe, die weiterhin genauso viel oder sogar noch mehr junge Menschen ausbilden als bisher.

Die Agentur für Arbeit sieht die Lage noch nicht ganz so dramatisch. Schon vor Corona habe man einen Rückgang beim Lehrstellenangebot um sechs Prozent ermittelt - das sei aber in erster Linie konjunkturbedingt gewesen, hieß es von der Behörde. Nach aktueller Erhebung hätten lediglich zwei bis drei Prozent der Betriebe angegeben, nicht ausbilden zu wollen, darunter vor allem Hotellerie und Gastronomie.

Der Unterschied in der Wahrnehmung liegt vor allem daran, dass die Arbeitsagentur alle Firmen nach ihren Ausbildungsplänen befragt, die Kammern hingegen jene Betriebe abfragen, die ohnehin schon ausbilden. Dann sind auch die Zahlen höher - wie beim BWIHK: Laut dessen aktueller Umfrage könnten fast 8600 von insgesamt rund 26.000 ausbildenden Unternehmen die Ausbildung ganz oder in Teilen aufgeben.

"Die Folgen der Corona-Pandemie kommen nun mit voller Wucht am Ausbildungsmarkt an", erklärte Marjoke Breuning, Chefin der IHK Stuttgart. "All jene, die heute nicht ausgebildet werden, fehlen in den Betrieben als qualifizierte Fachkräfte, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt." 

BWIHK-Chef Wolfgang Grenke forderte Anreize für die Ausbildung: Das Land solle die Hälfte der Ausbildungsvergütung jener Azubis übernehmen, die im Herbst starten.

Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold sieht das ähnlich: Die geplante Prämie sei ein wichtiger Baustein. "Wir brauchen jedoch zusätzlich einen Bonus als Entlastung und Anreiz für alle Betriebe, die weiter oder sogar verstärkt ausbilden wollen." Dies ließe sich etwa über eine Beteiligung des Staates an den Ausbildungskosten bewerkstelligen.

Update, 3. Juni, 15.16 Uhr: Grafik mit aktuellen Zahlen

Grafik mit aktuellen Zahlen.
Grafik mit aktuellen Zahlen.  © TAG24

Update, 3. Juni, 13.45 Uhr: Umweltminister: "Masken und Einweghandschuhe haben im Altkleider-Container nichts verloren"

Durch die Corona-Krise hat sich auch die bereits zuvor angespannte Situation bei Alttextilien verschärft - unter anderem durch Einbrüche beim Export und dem Vertrieb von Recyclingprodukten. Wie das baden-württembergische Umweltministerium jetzt mitteilte, sei darüber hinaus die Qualität des Sammelguts in den vergangenen Monaten deutlich schlechter geworden.

So würde immer mehr Restmüll seinen Weg in Altkleider-Container finden, inklusive gebrauchter Schutzmasken und Einweghandschuhen. Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne) ist entsetzt: "Masken und Einweghandschuhe haben im Altkleider-Container nichts verloren."

Er appelliere an die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. Masken und Handschuhe sind über den Restmüll zu entsorgen.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).
Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (63, Grüne).  © Edith Geuppert/dpa

Update, 3. Juni, 13.24 Uhr: "Tango-Petition" vor dem Stuttgarter Rathaus

Zeitgleich mit über vierzig Städten in Deutschland nimmt auch Stuttgart an der Übergabe der Petition "Weltkulturerbe Tango Argentino in Deutschland retten" teil. Da der argentinische Tango ein "berührungsintensiver" Tanz ist und deshalb besonders von den Kontaktbeschränkungen durch die Corona-Verordnungen betroffen ist, braucht es finanzielle Hilfen und konkrete Unterstützung für alle Tangeschaffenden, schreiben die Initiatoren der Kampagne in einer Pressemitteilung. 

Vor dem Stuttgarter Rathaus tanzten mehrere Paare, die sich jeweils in sicherem Abstand zueinander befanden, Tango, um auf die Situation der Tango-Szene in Stuttgart und deutschlandweit aufmerksam zu machen. 

Tango-Paare tanzen vor dem Stuttgarter Rathaus.
Tango-Paare tanzen vor dem Stuttgarter Rathaus.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Update, 3. Juni, 13.02 Uhr: Aufträge und Umsätze der Industrie eingebrochen

Die Corona-Pandemie hat die Aufträge in der baden-württembergischen Industrie massiv einbrechen lassen. Im Vergleich zum April 2019 betrug das Minus im April 2020 mehr als 43 Prozent. Der Produktionsrückgang betrug im selben Monat fast 36 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Die Umsätze der Industriebetriebe gingen um gut 35 Prozent zurück. Gleichzeitig werde bereits den vierten Monat in Folge ein Abbau der Beschäftigung verzeichnet.

Der massive Rückgang der Aufträge übertreffe selbst die stärksten Einbrüche der Weltwirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009, teilten die Statistiker mit. Die Bestellungen aus dem Ausland seien mit 47 Prozent noch stärker zurückgegangen als die Inlandsaufträge (minus 38 Prozent).

Update, 3. Juni, 12.28 Uhr: Land fördert Projekte zur medizinischen Primärversorgung

Die Primärversorgung ist für Patientinnen und Patienten zumeist die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Bislang erfüllt diese Funktion vor allem der Hausarzt.

Das baden-württembergische Sozialministerium hat bereits im vergangenen Jahr einen Förderaufruf zu sogenannten Primärversorgungszentren veröffentlicht, in denen Angehörige unterschiedlichster Gesundheitsberufe eng zusammenarbeiten und Bürgerinnen und Bürgern eine umfassende Betreuung bieten. 

Jetzt unterstützt das Land weitere Projekte mit jeweils bis zu 300.000 Euro, wie das Sozialministerium mitteilte. "Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir bislang strikt getrennte, einzelne Sektoren der medizinischen Versorgung noch enger miteinander verknüpfen müssen", wird Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne) in der Mitteilung zitiert.

"Primärversorgungszentren bieten neben einer Erstberatung und medizinischen Grundversorgung, auch präventive, gesundheitsfördernde, kurative, pflegerische, rehabilitative oder palliative Angebote. Unser Ziel ist es, dass jede und jeder künftig möglichst nah am Wohnort ein passendes Angebot finden kann", fügte Lucha hinzu.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (59, Grüne).  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 3. Juni, 10.43 Uhr: Schülervertreter: An den Schulen geht es drunter und drüber

Schülervertreter fordern klarere Regeln für den Unterricht in Corona-Zeiten. Momentan gehe es an den Schulen drunter und drüber, sagte der Vorsitzende des Landesschülerbeirats, Leandro Cerqueira Karst, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. 

Teilweise würden Schüler benotet, teilweise auch nicht. "Schüler und Lehrer fühlen sich etwas alleingelassen." Zwar müssten Schulen gewisse Freiheiten haben, um je nach eigener Lage handeln zu können. Wenn die Situation wegen Corona aber andauere, müsse es Konzepte vom Kultusministerium geben.

Wenn nach den Sommerferien noch Lernen zu Hause über moderne Medien nötig sei, müsse man sich auch Gedanken über die Bewertung der Leistungen machen. Alle Schüler bräuchten dafür allerdings die nötige technische Ausstattung, sagte Cerqueira Karst. 

Er pflichtete damit im Grundsatz dem Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz bei, der klare Regeln für das Lernen zu Hause in Corona-Zeiten gefordert hat. "Wenn das Klassenzimmer ins Netz verlegt wird, müssen dieselben Regeln gelten wie in der Schule", sagte Schwarz. Bislang gibt es für die seit Wochen anhaltenden Heimlernphasen der Schüler keine Noten.

Leandro Cerqueira-Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.
Leandro Cerqueira-Karst, Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg.  © Oliver Willikonsky/dpa

Update, 3. Juni, 6.44 Uhr: Azubi-Sorgen wegen Corona - Wirtschaftsministerin besucht Ausbildungszentrum

Welche Folgen die Corona-Pandemie im Bereich Ausbildung hat, steht noch nicht fest - doch Sorgen gibt es längst. Durch die Auswirkungen der Pandemie drohe zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst ein Rückgang freier Plätze, heißt es beim Wirtschaftsministerium. 

Ressortchefin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU) will deshalb um 10 Uhr dem Elektrotechnologiezentrum in Stuttgart, einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum, einen Förderbescheid in Höhe von knapp 400.000 Euro überreichen. Damit sollen Lehrgänge für Azubis im Elektrohandwerk unterstützt werden.

Der baden-württembergische Handwerkstag hatte auf die Problematik bereits hingewiesen; einer Umfrage der Organisation zufolge zog bereits Anfang Mai gut ein Viertel der Handwerksbetriebe im Land in Erwägung, wegen Corona an Azubi-Stellen zu sparen. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold forderte daraufhin vom Land Ausbildungsboni für neue oder zusätzliche Lehrstellen.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).
Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (47, CDU).  © Marijan Murat/dpa

Update, 2. Juni, 18.12 Uhr: Zahl der Infizierten steigt auf 34.787

Die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg ist auf 34.787 angestiegen. Davon sind 31.996 Personen wieder genesen. Aktuell sind 1031 Menschen noch infiziert. Verstorben sind 1760 Menschen.

Das Coronavirus in der Detailaufnahme.
Das Coronavirus in der Detailaufnahme.  © CDC/Zuma Press/dpa

Update, 2. Juni, 17.24 Uhr: Noch 16 Corona-positive Mitarbeiter in Fleischfabrik

Birkenfeld - In einer stark vom Coronavirus betroffenen Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim wurden zuletzt nur noch wenige Infizierte festgestellt. In einer dritten Testrunde seien noch 16 der 750 Beschäftigten positiv auf das Virus getestet worden, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Brigitte Joggerst, am Dienstag. "Das entspricht nur etwa zwei Prozent." Beim zweiten Testlauf Mitte Mai war noch bei zehn Prozent der Mitarbeiter das Virus nachgewiesen worden.

In der Fleischfabrik hatte es etwa 400 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Viele Mitarbeiter mussten in häusliche Quarantäne. Auch andernorts hatte es in Schlachthöfen hohe Zahlen von Corona-Infektionen gegeben. Neben Birkenfeld waren Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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