Coronavirus in Baden-Württemberg: Fast 670 neue Infektionen

Baden-Württemberg - Die Zahl der Infizierten und Todesfälle nahm zuletzt wieder deutlicher zu, sodass die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg angespannt ist. 

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb bleiben die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie streng. Im privaten sowie im öffentlichen Raum dürfen sich höchstens 20 Menschen treffen. 

Veranstaltungen mit weniger als 500 Menschen sind zwar erlaubt, aber nur unter Einhaltung eines Hygienekonzepts. 

Großveranstaltungen sind weiterhin verboten. 

Bestehen bleibt zudem die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr, im Supermarkt, in Arztpraxen sowie an vielen weiteren Orten.  

Mittlerweile gibt es 60.708 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Etwa 48.815 davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 1936 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. (Stand 18. Oktober)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 19. Oktober, 19.10 Uhr: Zweite Phase von Reutlinger Antikörperstudie angelaufen

Bei der bundesweiten Corona-Antikörperstudie des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung ist in Reutlingen die zweite Phase angelaufen. 

Bis zum 10. November würden nun noch einmal 3000 Menschen darauf getestet, ob sich in ihrem Blut Antikörper gegen das Virus nachweisen lassen, sie also infiziert waren, womöglich ohne dass sie es bemerkt haben. Teilnehmer seien positive und grenzwertige Fälle aus der ersten Phase sowie weitere zufällig ausgewählte Probanden, teilte der Landkreis am Montag mit. 

Die erste Phase war Ende Juli abgeschlossen worden. Zwischenergebnisse lägen noch nicht vor. Neben Reutlingen testet das Helmholtz-Zentrum früheren Angaben zufolge noch in acht weiteren Kommunen.

Update, 18.30 Uhr: Land verstärkt Förderung für zusätzliche Busse

Um das Corona-Infektionsrisiko in Schulbussen zu senken, verstärkt das Land die Förderung für den Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge. Statt wie bisher 80 übernimmt es künftig 95 Prozent der Kosten dafür. Darauf haben sich Verkehrsministerium und Landkreistag am Montag geeinigt. 

Auch die Voraussetzungen für die Förderung werden abgesenkt, wie das Verkehrsministerium mitteilte. Galt bislang, dass in den regulären Bussen alle Sitzplätze und mehr als 40 Prozent der Stehplätze besetzt sein mussten, damit es Geld vom Land für Zusatzbusse gibt, reicht es künftig schon, wenn die Sitzplätze regelmäßig nicht ausreichen.

Ausnahme: Sind im regulären Betrieb Niederflurbusse mit weniger Sitzplätzen im Einsatz, müssen zusätzlich auch 20 Prozent der Stehplätze belegt sein, bevor es Geld vom Land für Zusatzbusse gibt. Ziel des Ganzen ist, dass weniger Schüler in den einzelnen Bussen unterwegs sind. 

"Ich erwarte allerdings auch, dass die Schulanfangszeiten endlich stärker entzerrt werden", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Das würde die Situation noch deutlich stärker entspannen.

Update, 19. Oktober, 17 Uhr: 669 Infektionen, 4 Tote

Am Montag wurden dem Landesgesundheitsamt 669 weitere Infizierte mitgeteilt. Damit steigt die Zahl der Infektionen insgesamt auf nunmehr 60.708. Davon sind 48.815 Personen wieder genesen.

Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um vier auf 1936. Die 7-Tage-Inzidienz für Baden-Württemberg liegt bei 47,5.

Die Zahl der Infizierten stieg am Montag um fast 670 an. (Symbolbild)
Die Zahl der Infizierten stieg am Montag um fast 670 an. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 19. Oktober, 14.24 Uhr: Finanzämter schließen wieder wegen Corona-Zahlen Servicezentren

Wegen steigender Corona-Zahlen schließen die Finanzämter von Dienstag an erneut ihre Servicezentren für Besucher. Dies gelte bis auf Weiteres, teilte die Oberfinanzdirektion am Montag in Karlsruhe mit. In dringenden Fällen hätten die Bürger die Möglichkeit, Termine für Telefonberatungen zu vereinbaren. Auch Kontaktformulare, Erklärvideos und ein sogenannter Steuerchatbot stünden im Netz zur Verfügung. In besonderen Ausnahmefällen seien auch Termine im Finanzamt möglich. Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat die Aufsicht über die 65 Finanzämter in Baden-Württemberg.

Die Landesregierung hatte am Wochenende für den Südwesten die höchste Pandemiestufe ausgerufen und weitere Beschränkungen verhängt. Mitte März hatten die Informations- und Annahmestellen der Finanzämter zum ersten Mal wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Auf einem Vordruck für die Steuererklärung liegt vor dem Aktenordner mit dem Aufdruck «Finanzamt» ein Stift und eine Brille.
Auf einem Vordruck für die Steuererklärung liegt vor dem Aktenordner mit dem Aufdruck «Finanzamt» ein Stift und eine Brille.  © Oliver Berg/dpa

Update, 19. Oktober, 13.56 Uhr: FDP-Fraktionschef: Kretschmanns Strategie führt in den Shutdown

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat den Corona-Kurs der Landesregierung scharf kritisiert. So sei etwa sehr unklar, wann die verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Raum nun gelten solle, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Die Landesregierung müsse die Regeln konkretisieren, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften. Außerdem kritisierte Rülke die verschärften Kontaktbeschränkungen. Es sei schwierig, den Menschen im Privatraum vorzuschreiben, wer sich wie treffen dürfe. Das könne auch gar nicht kontrolliert werden. Es sei sinnvoller, den Menschen zu empfehlen, ihre Kontakte zu reduzieren.

Die Strategie der Landesregierung starre nur auf positive Testergebnisse, kritisierte Rülke. Es müssten auch andere Faktoren berücksichtigt werden wie schwere Krankheitsverläufe und die Belegung der Intensivbetten. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen, führe die Strategie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf direktem Weg in einen zweiten Shutdown, der möglicherweise unbegründet sei. "Der Ministerpräsident ist Sklave seiner Strategie."

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten in ganz Baden-Württemberg von Montag an nochmals strengere Regeln. Dazu gehören eine erweiterte Maskenpflicht sowie verschärfte Kontaktbeschränkungen. In öffentlichen Bereichen wie Fußgängerzonen muss eine Maske vor Mund und Nase getragen werden, sofern nicht sicher ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen eingehalten werden kann. Zudem dürfen sich im privaten Rahmen nur noch maximal zehn Menschen treffen - es sei denn, sie leben in höchstens zwei unterschiedlichen Haushalten.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.
FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke.  © Uli Deck/dpa

Update, 19. Oktober, 9.17 Uhr: Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft für mehr Grenzkontrollen

Der baden-württembergische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Ralf Kusterer, befürwortet angesichts der Corona-Infektionen in den Nachbarländern stärkere Kontrollen an den Grenzübergängen. "Wer die Grenzen offenlässt zu Stark-Risikogebieten, da kann nur eines gelten: Stärkere Kontrollen an den Grenzen, Einreisebestimmungen überwachen. Nur so können wir vermeiden, dass wir da mehr ins Land bekommen, als wir möchten", sagte er dem SWR am Montag.

Zudem beklagte er eine zu "lasche Verfahrensweise" in den vergangenen Monaten bei der Kontrolle von Corona-Auflagen. So sei die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr nicht streng genug kontrolliert worden. "Da hat sich etwas eingeschlichen, was jetzt ganz schwierig ist, wieder zurückzuholen", sagte er. Eine deutliche Verschlechterung des Verhältnisses zwischen Bürgern und Polizei wegen der Corona-Krise sehe er aber nicht.

Update, 19. Oktober, 6.15 Uhr: Einbußen wegen Corona - Hilfe für Thermal- und Mineralbäder in Sicht

Für die durch die Corona-Pandemie existenzbedrohten Thermal- und Mineralbäder im Südwesten ist Hilfe in Sicht. Das auch für den Tourismus zuständige Justizministerium arbeitet gerade an einer Kabinettsvorlage für ein Hilfsprogramm. Mit 15 Millionen Euro sollen durch Corona verursachte Umsatzeinbußen von kommunalen Thermal- und Mineralbädern abgemildert werden, erläuterte ein Sprecher von Ressortchef Guido Wolf (CDU). "Die kommunalen Bäder sind bislang durchs Raster gefallen sind." Es sind 35 an der Zahl.

Und die haben Unterstützung dringend nötig. Laut dem Heilbäderverband summieren sich die Einnahmeausfälle seit Krisenbeginn auf durchschnittlich 1,2 Millionen Euro pro Therme. Eigenbetriebe und Kommunen seien damit finanziell überfordert. Befürchtete Folgen: Insolvenzen, Schließung von Thermen, Unterversorgung bei Prävention und Schaden für den Tourismus. Gemessen an den Forderungen des Verbandes von mindestens 35 Millionen Euro reicht die geplante Landesförderung noch nicht aus.

Zuvor hatte die SPD-Landtagsfraktion zielgerichtete Programme für die gebeutelten Thermal- und Heilbäder verlangt. "Im Bäderland Nummer eins muss die Landesregierung diesen für Tourismus- und Gesundheitswesen unverzichtbaren Einrichtungen unter die Arme greifen", sagte die Tourismus-Expertin Sabine Wölfle. Alles, was der Gesunderhaltung der Menschen in der Corona-Krise diene, sei zu unterstützen. Ein durch Baden gestärktes Immunsystem sei auch mit Blick auf die Pandemie sinnvoll. Hilfe brauchten auch die vier Staatsbäder im Land: Bad Mergentheim, Bad Wildbad, Baden-Baden und Badenweiler.

Auch die Regierungsfraktionen von Grünen und CDU hatten sich für eine Finanzspritze für die notleidenden Bäder eingesetzt. Für Grünen-Finanzexpertin Thekla Walker sind Thermal- und Mineralbäder ein wesentlicher Teil des attraktiven Tourismuslandes Baden-Württemberg. Schließungen müssten verhindert werden. Die CDU machte auch auf deren Bedeutung für die Naherholung vor allem auf dem Land aufmerksam. 

Die Bäder sind besonders von der Corona-Krise betroffen.
Die Bäder sind besonders von der Corona-Krise betroffen.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 18. Oktober, 17.40 Uhr: Jetzt über 60.000 Infektionen!

Wie das baden-württembergische Gesundheitsamt am Sonntag mitteilte, wurden weitere 674 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. So stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 60.039 an, wovon circa 48.544 genesen sind. Insgesamt starben im Zusammenhang mit Covid-19 1932 Menschen, also vier mehr als zum Vortag. 

Update, 18. Oktober, 9.31 Uhr: Fachleute erwarten erneut Verschiebung von Trauungen im Südwesten

Wegen der Corona-Pandemie haben etliche Paare ihre Trauungen in Baden-Württemberg verschoben. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Stuttgart wurden in Baden-Württemberg zwischen Januar und August etwa 29.000 Ehen standesamtlich geschlossen. 2019 gaben sich demnach in derselben Zeit 34.000 Menschen das Ja-Wort. 

Die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen haben nach Angaben der Statistiker vor allem im April und im Mai zu einem deutlichen Rückgang der Eheschließungen geführt. Die anschließenden Lockerungen hätten dann eine gewisse Normalisierung der Hochzeitszahlen gebracht.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen drohten aber erneut strengere Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen. "Es ist deshalb zu erwarten, dass ein Teil der für die kommenden Monate geplanten Hochzeiten auf das nächste Jahr verschoben wird, vor allem dann, wenn diese in einem größeren Rahmen stattfinden sollen", heißt es vom Landesamt. Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen hat Baden-Württemberg am Samstag die höchste Corona-Alarmstufe ausgerufen.

Weitere Regeln zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und zusätzliche Kontaktbeschränkungen sollen von Montag an in Kraft treten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

In Mannheim gab es am Wochenende dennoch eine Hochzeitsmesse. Wie Veranstalter Frank Schumacher der Deutschen Presse-Agentur sagte, konnte die bereits genehmigte Messe stattfinden, da ein umfassendes Hygienekonzept vorlag. Mannheim ist Corona-Risikogebiet. 

Um die Ansteckungsgefahr gering zu halten, warben in Mannheim statt der üblicherweise anwesenden 150 Aussteller nur 100 Geschäftsleute um Kunden. 2019 seien durchschnittlich 4000 Menschen zur Hochzeitsmesse in die Stadt gekommen. Diesmal, sagte Schumann, rechne man für beide Tage mit insgesamt 2500 Besuchern.

Wegen der Corona-Pandemie haben bereits etliche Paare ihre Trauungen in Baden-Württemberg verschoben.
Wegen der Corona-Pandemie haben bereits etliche Paare ihre Trauungen in Baden-Württemberg verschoben.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 18. Oktober, 8.30 Uhr: Massive Einbrüche bei Passagierzahlen von Regionalflughäfen im Süden

Die Regionalflughäfen in Bayern und Baden-Württemberg erwarten wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fluggäste bis zum Jahresende. Der "Bodensee-Airport" rechne im laufenden Jahr mit etwas weniger als 145.000 statt wie erhofft mehr als 500.000 Passagieren, sagte der Geschäftsführer des Friedrichshafener Flughafens, Claus-Dieter Wehr. "In der derzeitigen Lage ist auch keine Besserung in Sicht."

Auch an den Regionalflughäfen in Memmingen und Karlsruhe/Baden-Baden sind Passagierzahlen und Einnahmen wegen der Corona-Krise eingebrochen. Der Geschäftsführer des "Allgäu Airports", Ralf Schmid, geht statt ursprünglich zwei Millionen Fluggästen von nur 800.000 Passagieren im Jahr 2020 aus. Am "Baden-Airpark" rechnet Geschäftsführer Manfred Jung bis zum Jahresende mit rund 420.000 Passagieren - gegenüber rund 1,35 Millionen im Jahr 2019.

Die Regionalflughäfen in Bayern und Baden-Württemberg erwarten wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fluggäste bis zum Jahresende.
Die Regionalflughäfen in Bayern und Baden-Württemberg erwarten wegen der Corona-Krise deutlich weniger Fluggäste bis zum Jahresende.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 17. Oktober, 18.02 Uhr: 725 neue Infektionen!

Wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium mitteilte, wurden am Samstag 725 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit wurden seit Pandemie-Beginn 59.365 Menschen infiziert, wovon 48.236 genesen sind. Im Zusammenhang mit Covid-19 sind bisher 1928 gestorben, einer mehr als am Vortag. 

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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