Corona in Baden-Württemberg: Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter!

Baden-Württemberg - Die Lage rund um das Coronavirus bleibt in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland angespannt.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb wurde der Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Lockerungen wird es dennoch geben, wie auf der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen wurde.

So soll es eine schrittweise Öffnung des Einzelhandels geben, wenn die Zahl der Infektionen unter 50 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt.

An den Schulen soll es ab dem 15. März zunächst für die Klassen 5 und 6 wieder Präsenzunterricht geben.

Mittlerweile gibt es 321.166 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. Etwa 298.839 davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 8214 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 4. März)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 4. März, 18.35 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Wie das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Donnerstag 1276 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 321.166. Davon sind circa 298.839 inzwischen genesen. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben bisher 8214, was 30 Todesfälle mehr als zum Vortag waren.

Zudem stieg die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner, weiter. Im Vergleich zum Mittwoch (54,4) lag der Wert inzwischen bei 56,3.

Update, 4. März, 12.10 Uhr: Impfaktion für über 80-Jährige in Ulm gestartet

Als erste Stadt im Südwesten hat Ulm mit der Impfaktion für über 80-Jährige begonnen.

Etwa 90 Anwohner über 80 Jahre, die nicht mehr gut zu Fuß sind, sollten am Donnerstag im Bürgerzentrum am Eselsberg geimpft werden, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Ulm ist Teil eines Pilotprojekts des Sozialministeriums, das künftig landesweit den Kommunen ermöglichen möchte, die Wege zur Impfung für Gehbehinderte und anderweitig eingeschränkte Ältere zu verkürzen.

Der Impfstoff wird vom Land gestellt, geimpft wird durch die mobilen Impfteams. Die Stadt Ulm hat für die Aktion alle über 80-jährigen Anwohner im Stadtteil Eselsberg angeschrieben.

Die rund 800 Menschen konnten daraufhin bei der Stadt einen Termin vereinbaren. Für den Weg zur Impfung wird es in Ulm bei Bedarf auch einen Fahrdienst geben. Die Aktion soll nach und nach auf die anderen Teile der Stadt ausgeweitet werden.

Die Impfungen soll es laut Ministerium nur vorübergehend geben. Vorrang haben dabei Pflegeheime sowie das betreute Wohnen. Zudem muss zuvor geprüft werden, ob andere Landkreise bei den Impfungen in Pflegeheimen noch unterstützt werden können.

In welchen Kommunen es die Impfaktion geben wird, hängt laut Ministerium unter anderem davon ab, wie weit das nächste Impfzentrum entfernt ist und wie viele impfberechtigte Bewohner noch keine Impfung erhalten haben. Für die Teilnahme an der Aktion können sich Kommunen an das Sozialministerium wenden.

Update, 4. März, 11.20 Uhr: Kritik an Kretschmanns Ferien-Vorstoß

Der Vorstoß von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) für kürzere Sommerferien stößt auch im baden-württembergischen Kultusministerium auf deutliche Ablehnung.

Dies sei nicht der richtige Weg, um pandemiebedingte Lerndefizite aufzuholen. "Wir sollten nicht ein Problem lösen, indem wir neue Probleme schaffen", sagte eine Sprecherin des Ministeriums von CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (56) am Donnerstag.

Kretschmann hält verkürzte Sommerferien für denkbar. "Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef dem Mannheimer Morgen (Donnerstag). Zuvor hatten bereits der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sowie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Vorschlag kritisiert.

Zudem könne ein solcher Vorschlag vermuten lassen, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hätten durch die lange Zeit der coronabedingten Schließung bereits genug Ferien gehabt, teilt das Kultusministerium weiter mit.

Schulschließungen bedeuteten aber keine Ferien.

"Die Schülerinnen und Schüler lernen und arbeiten gemeinsam mit ihren Lehrkräften von zu Hause aus", sagte die Ministeriumssprecherin der dpa. Auch in den Sommerferien würden aber spezielle Förderkurse angeboten, damit Schülerinnen und Schülern Wissenslücken schließen und gezielt an Problemen mit dem Schulstoff arbeiten könnten.

Bereits im vergangenen Sommer hätten 61.500 von ihnen das Angebot der sogenannten Lernbrücken genutzt. Geprüft werde zudem, ob diese Nachhilfe auf freiwilliger Basis bereits in den Pfingstferien angeboten werden könne.

Update, 4. März, 6 Uhr: Kürzere Sommerferien wegen Corona?

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne) hat kürzere Ferien ins Gespräch gebracht, damit Wissenslücken nach der langen Schließung der Schulen geschlossen werden können.

"Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef dem Mannheimer Morgen (Donnerstag). "Solche Überlegungen wird man ernsthaft anstellen müssen." Auf die Frage, ob er dabei an die Sommerferien denke, sagte er: "Darüber könnte man mal nachdenken."

Er habe zu Beginn viele Klagen für etwas übertrieben gehalten, räumte er ein. "Ich hatte als Schüler Kurzschuljahre und habe es trotzdem zum Ministerpräsidenten gebracht. Aber jetzt, wo es so lange dauert, fängt mein Herz doch an zu bluten."

Lehrer müssten sich zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen, sagte der Regierungschef der Zeitung weiter. "Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme", fügte er an. Notwendig seien besondere Formen der Nachhilfe, außerdem müssten auch Nicht-Lehrkräfte eingesetzt werden. "Es muss dabei um eine zielgerichtete Förderung gehen und wir müssen die erreichen, die es auch wirklich brauchen."

Es könnten tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kinder entstanden sein, gab Kretschmann zu bedenken. "Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. März, 17. 40 Uhr: Mehr als 1300 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg

Wie das baden-württembergische Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Mittwoch weitere 1385 Infektionen gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 319.890. Davon sind circa 297.909 Menschen genesen. Insgesamt verstarben 8184, das waren 36 mehr Todesfälle als am Vortag.

Unterdessen steigt auch die Zahl der Nachweise von sogenannten Corona-Mutanten weiter. Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5506 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Seit dem Jahreswechsel wurden bei dem Amt 415 Ausbrüche mit 1929 Varianten-Fällen registriert, davon 18 Ausbrüche in Pflegeheimen, 17 in Kitas und 6 in Schulen.

Bislang sind 565.178 Menschen in Baden-Württemberg gegen das Virus geimpft worden (Stand 23.55 Uhr am 2.3.), eine zweite Spritze und damit den größtmöglichen Schutz haben 283.190 Menschen erhalten, darunter mehr als 55.600 in Pflegeheimen.

Während über schrittweise Öffnungen in der Corona-Krise diskutiert wird, steigt also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg weiter. Der Wert lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart vom Mittwoch (Stand 16 Uhr) bei landesweit 54,4 nach 52 am Vortag.

Update, 3. März, 8 Uhr: Rückbau der Atomkraftwerke trotz Corona ohne Verzug

Trotz der Corona-Pandemie liegt die EnBW beim Rückbau der abgeschalteten Atomkraftwerke im Zeitplan. «Zu bedeutenden Verzögerungen der Stilllegungs- und Rückbauverfahren ist es bis jetzt noch nicht gekommen», teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit.

Jedoch hätten die Abbautätigkeiten im vergangenen Jahr coronabedingt teilweise eingeschränkt werden müssen. Es seien aber schnell Hygienekonzepte entwickelt und fortlaufend angepasst worden, sagte der Chef der EnBW-Kernkraftsparte, Jörg Michels, der Deutschen Presse-Agentur in Philippsburg (Landkreis Karlsruhe). Wo möglich, arbeiteten Mitarbeiter von zu Hause. "Aber Sie können ein Kernkraftwerk nicht aus dem Homeoffice betreiben."

Der Energiekonzern ist für fünf Meiler im Südwesten verantwortlich. Im Rückbau war jener in Obrigheim (Neckar-Odenwald-Kreis) schon vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima, die sich am 11. März zum zehnten Mal jährt. Die Meiler Neckarwestheim I (Landkreis Heilbronn) sowie Philippsburg I und II wurden danach abgeschaltet. Der zweite Block in Neckarwestheim darf höchstens bis Ende 2022 Strom liefern.

"Aktuell haben wir als Umweltministerium alle Abbaugenehmigungen erteilt, die für den Beginn oder die Fortsetzung von Abbauarbeiten an den stillgelegten Blöcken erforderlich sind", teilte eine Sprecherin mit. Wichtig für den planmäßigen Abbau sei, dass der Abtransport von Abfällen nicht stocke. "Sollten größere Mengen freigegebener Abfälle am Kraftwerksstandort gelagert werden müssen, könnte dies einen Engpass beim fortschreitenden Abbau zur Folge haben."

Das Ministerium setze sich für einen zügigen Abbau ein, um so das Risikopotenzial der Anlagen langfristig zu verringern. "Aber bei allen Abbaumaßnahmen hat natürlich die Gewährleistung der Sicherheit Vorrang vor Beschleunigungswünschen", hieß es. Ebenso wichtig sei es, die Öffentlichkeit am Prozess zu beteiligen. "Dabei gehen wir grundsätzlich über die gesetzlichen Anforderungen hinaus." Doch auch der Betreiber der baden-württembergischen Kernkraftwerke, die EnBW Kernkraft GmbH, zeige "ein großes Engagement" für einen zügigen Abbau der abgeschalteten Kernkraftwerksblöcke, erklärte die Sprecherin.

Update, 3. März, 6.20 Uhr: Studie: Pandemie mit deutlichen Auswirkungen auf Leistungssport

Die Corona-Pandemie hat auch im Leistungssport vermehrt zu Infektionen mit dem Virus geführt. Das geht aus einer Studie der Abteilung Sportmedizin am Tübinger Universitätsklinikum hervor, die seit Frühjahr 2020 zwei Online-Befragungen in Deutschland und Österreich durchgeführt hat.

Während bis Ende November 2020 1,1 Prozent (24 von 2144) der Athletinnen und Athleten angaben, positiv auf das Virus getestet worden zu sein, stieg der Anteil der Infizierten im zweiten Abfragezeitraum von Anfang Dezember 2020 bis Mitte Februar dieses Jahres auf 6,5 Prozent an (54/837). Insgesamt 15 Personen wurden stationär im Krankenhaus behandelt.

Der Mitteilung von Dienstag zufolge waren der Studienleiter Christof Burgstahler (Tübingen) und seine österreichischen Kollegen Jürgen Scharhag (Wien), Wolfgang Schobersberger (Innsbruck) und Josef Niebauer (Salzburg) überrascht über den hohen Anteil von Sportlerinnen und Sportlern, die in Quarantäne mussten.

21,8 Prozent von ihnen gaben im ersten Abfragezeitraum an, in Quarantäne gewesen zu sein. Dieser Anteil stieg deutlich auf 35,5 Prozent im zweiten Zeitraum an, wobei 17 Studienteilnehmer davon angaben, sogar drei Mal in Quarantäne gewesen zu sein.

Laut der Mitteilung nahmen über 2900 Leistungssportlerinnen und Leistungssportler aus beiden Ländern an der Online-Erhebung teil. Knapp 38 Prozent der Teilnehmenden gehören der Nationalmannschaft ihrer Sportart an.

Neben direkten Folgen einer Infektion mit dem Virus kommt es laut Befragung auch indirekt zu Auswirkungen durch teilweise mehrfache Quarantäne, geschlossene Sportstätten, Reiseeinschränkungen oder auch Sorgen um die eigene Gesundheit oder sportliche Karriere.

Die Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf den Leistungssport.
Die Pandemie hat auch massive Auswirkungen auf den Leistungssport.  © Tom Weller/dpa

Update, 2. März, 19.35 Uhr: Corona-Varianten auf dem Vormarsch

Die Coronavirus-Varianten breiten sich im Südwesten rasant aus. Entfielen in der letzten Januarwoche nur 7,4 Prozent aller vom Laborverband ALM untersuchten positiven Tests auf Besorgnis erregende Varianten, waren es vergangene Woche schon 50 Prozent.

In der Woche davor lag der Prozentsatz bei 34, wie das Regierungspräsidium Stuttgart am Dienstag mitteilte. Der ALM ist der Verband der akkreditierten Labore in der Medizin.

Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5101 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung gemeldet. Seit dem Jahreswechsel wurden bei dem Amt 373 Ausbrüche mit 1748 Varianten registriert, davon 19 Ausbrüche in Pflegeheimen, 16 in Kitas und 6 in Schulen.

Update, 2. März, 17.50 Uhr: Über 1000 neue Infektionen

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Dienstag 1085 neue Infektionen mitgeteilt. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-Infektionen auf insgesamt 318.505. Derweil sind 297.024 Menschen genesen.

Auch wurden 51 weitere Tote gemeldet. Somit sind mittlerweile 8148 Menschen dem Erreger zum Opfer gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 52,0. Am Vortag lag sie bei 51,9.

Am Dienstag wurden über 1000 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Dienstag wurden über 1000 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 2. März, 13.10 Uhr: Kretschmann zu Zoff um Öffnungspapier: Eisenmann hat es bekommen

Es war der Aufreger beim TV-Duell zwischen CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann und Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Eisenmann behauptete am Montagabend live im SWR-Fernsehen, sie habe das Impulspapier der Regierungszentrale zu einer Lockerung des Lockdowns am Donnerstag nicht zugeschickt bekommen. Kretschmann widersprach am Dienstag in Stuttgart dieser Darstellung: "Es ist ihr per Mail geschickt worden. Darüber kann nun gar kein Zweifel bestehen", sagte der Grünen-Politiker.

"Ich kenne die Gründe nicht, warum sie es nicht hat." Das müsse Eisenmann nun wirklich selbst verantworten. "Ich würde gern einen Wahlkampf führen, wo es um die Zukunft dieses Landes geht und nicht darum, ob jemand eine Mail bekommen hat."

Eisenmann hatte am Montagabend erklärt: "Es ist uns seitens der CDU nicht zugegangen." Sie kenne das Konzept nur aus der Zeitung, obwohl man die Bitte geäußert habe sich abzustimmen. "Ich gehe davon aus, dass wir darüber noch reden."

Das sei von der Kommunikation her nicht optimal gelaufen, monierte sie. Kurze Zeit später verschickte Kretschmanns Sprecher Beweisfotos, dass die E-Mail noch am selben Abend an Eisenmanns Büroleiter gegangen sei. Aus ihrem Lager hieß es darauf: Es empfehle sich eben immer noch der Postweg. Allerdings stand das Konzept noch am Donnerstagabend auch auf der Homepage des Staatsministeriums.

Die Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detzer verlangte von Eisenmann eine Entschuldigung. "Es ist keine Lappalie, wenn Frau Eisenmann vor hunderttausenden Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern die Unwahrheit sagt, um den Ministerpräsidenten in ein schlechtes Licht zu rücken."

Sie forderte die Koalitionspartnerin auf, den Sachverhalt richtigzustellen und sich für ihre "Falschaussage" bei Bürgern und Kretschmann zu entschuldigen.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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