Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz knackt 600er-Grenze, bald 17.000 neue Infektionen

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)
Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)  © Georg Wendt/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich mit empfindliche Beeinträchtigungen arrangieren.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen.

Clubs und Diskotheken wurden geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten. Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen sollen ohne Zuschauer stattfinden.

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Bereits unmittelbar nach den Feiertagen wurden Zusammenkünfte nur noch mit höchstens zehn Personen über 14 Jahre erlaubt.

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn ihre Impfung länger als sechs Monate zurückliegt und sie keine Booster-Impfung erhalten haben.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wurde im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Mittlerweile gibt es 1.163.836 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 13.480 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. (Stand: 19. Januar)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 19. Januar, 21.36 Uhr: Kammern für Ende von 2G im Einzelhandel im Südwesten

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die 2G-Regel für den Einzelhandel im Freistaat außer Vollzug gesetzt hat, drängen die Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg auf das Ende dieser Regel auch im Südwesten.

"Auch in Baden-Württemberg muss diese umsatzhemmende 2G-Regelung dringend abgeschafft werden", forderte Anje Gering, Hauptgeschäftsführerin der IHK Bodensee-Oberschwaben am Mittwoch. Sie sieht nach der Entscheidung des Bayerischen Gerichts auch die baden-württembergische Landesregierung unter Zugzwang, da sonst in den Grenzregionen ein wettbewerbsverzerrender Einkaufstourismus zu befürchten sei.

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) hatte nach dem Urteil gesagt, 2G im Handel werde komplett ausgesetzt. Bayern sei mit der Zugangsbeschränkung einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz gefolgt. Aber wegen der Abgrenzungsschwierigkeiten sei "nun die Regelung wie in den Supermärkten die einfachere Alternative". Herrmann betonte: "Die FFP2-Maskenpflicht im Handel gilt weiterhin und bietet Schutz."

Bund und Länder hatten die 2G-Regeln für den Einzelhandel Anfang Dezember bundesweit vereinbart. Für Niedersachsen kippte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Regeln bereits Mitte Dezember, weil sie aus Sicht der Richter zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar seien.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, sagte: "Bayern und Niedersachsen geben den Weg für die anderen Bundesländer vor. 2G im Einzelhandel macht keinen Sinn und muss rasch wieder abgeschafft werden."

Der Lebensmittelhandel zeige seit Beginn der Pandemie, dass der Einkauf mit Maske, Abstand und Hygienekonzept sicher sei. "Die politischen Entscheidungsträger in allen Bundesländern und im Bund müssen sich korrigieren und 2G beim Einkaufen rasch außer Kraft setzen."

Update, 19. Januar, 19.05 Uhr: Rund 16.900 neue Infektionen, Inzidenz knackt 600er-Grenze

Das Landesgesundheitsamt meldet am Mittwoch 16.890 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.163.836 Menschen angesteckt.

Auch wurden 17 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.480.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. Derzeit werden 326 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Mittwoch 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Mittwoch 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 19. Januar, 17.08 Uhr: Mehrere Corona-Fälle im Mannschaftsumfeld: KSC setzt Training ab

Nach mehreren Corona-Fällen rund um sein Profiteam wird der Karlsruher SC vorerst nicht weiter trainieren.

Das Training am Donnerstag werde "vorsorglich ausgesetzt" teilte der Fußball-Zweitligist am Mittwoch mit. "Stattdessen werden bei Mannschaft, Betreuerstab und weiteren Kontaktpersonen am Donnerstag PCR-Tests vorgenommen." Namen der Betroffenen nannte der Club, der durch ein 1:0 (0:0) beim Drittligisten TSV 1860 München am Dienstag ins DFB-Pokal-Viertelfinale eingezogen war, nicht.

Auf Basis der PCR-Testergebnisse werde mit dem Gesundheitsamt Karlsruhe dann über die weitere Vorgehensweise entschieden. Ob und wie das Liga-Spiel gegen den SV Sandhausen am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) von der aktuellen Situation betroffen sein könnte, stehe derzeit noch nicht fest.

Hierzu befinde sich der KSC auch im engen Austausch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL).

KSC-Trainer Christian Eichner. Nach mehreren Corona-Fällen wird seine Mannschaft nicht mehr trainieren.
KSC-Trainer Christian Eichner. Nach mehreren Corona-Fällen wird seine Mannschaft nicht mehr trainieren.  © Uli Deck/dpa

Update, 18. Januar, 19.27 Uhr: Omikron für Großteil der neuen Infektionen verantwortlich

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich.

In der zweiten Kalenderwoche lag der Anteil der mittels variantenspezifischem PCR-Test untersuchten Proben bei mehr als 83 Prozent, wie das aus den Zahlen des Landesgesundheitsamts hervorgeht.

Da sich die Variante schnell ausbreitet, dürfte der aktuelle Anteil noch höher sein. Bislang wurden 35.450 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt.

Update, 18. Januar, 17.55 Uhr: Über 15.300 neue Infektionen

Das Landesgesundheitsamt meldet am Dienstag 15.316 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.146.946 Menschen angesteckt.

Auch wurden elf neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.463.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 575,6. Am Vortag lag der Wert bei 549,8. Derzeit werden 330 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 575,6. Am Vortag lag der Wert bei 549,8. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 575,6. Am Vortag lag der Wert bei 549,8. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update, 18. Januar, 16.07 Uhr: Wirtschaftsministerin verkürzt Dubai-Reise wegen Corona

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) hat ihre geplante Dubai-Reise wegen der Corona-Pandemie verkürzt. Das teilte eine Sprecherin ihres Ministeriums am Dienstag in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Hoffmeister-Kraut werde sich auf den offiziellen Besuch der Expo Dubai 2020 und Regierungsgeschäfte beschränken. Sie werde an diesem Montag (24. Januar) über Nacht nach Dubai fliegen und am 26. Januar zurückkommen. Die Reise sollte nach früheren Angaben vom 23. bis zum 27. Januar laufen und weitere Programmpunkte umfassen.

Das Ministerium beobachte "die hier und vor Ort in Dubai vorliegende Pandemielage täglich", teilte die Sprecherin weiter mit. Es sei jedoch zwingend erforderlich, den baden-württembergischen Ehrentag im Rahmen der Expo ("Honour Day") zu veranstalten. Es würden dabei strengste Corona-Hygieneregeln beachtet.

Die Ressortchefin hatte bereits im November wegen der Corona-Lage eine Reise nach Dubai abgesagt. Das Baden-Württemberg-Haus auf der Expo hatte sich erheblich verteuert und schließlich zu einem Landtags-Untersuchungsausschuss geführt. Eigentlich sollte eine Projektgesellschaft den Pavillon komplett mit Hilfe von Firmen finanzieren. Weil aber Sponsoren ihre Zusagen zurückzogen, sprang das Land ein.

Die Landtags-SPD geht nach früheren Angaben davon aus, dass das Land maximal rund 15 Millionen Euro trägt. Ursprünglich waren Ausgaben von drei Millionen Euro geplant. Hoffmeister-Kraut hatte Fehler ihres Ressorts eingestanden, aber einen Rücktritt abgelehnt.

Update, 18. Januar, 12.01 Uhr: Zehntausende bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen

Bei Protesten gegen die Corona-Maßnahmen sind in Baden-Württemberg erneut Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Landesweit beteiligten sich am Montagabend insgesamt etwa 64 700 Personen an 326 Versammlungen, wie das Innenministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Lediglich 51 von ihnen seien angemeldet gewesen. An 29 Orten im Südwesten fanden angemeldete Gegenkundgebungen statt. Daran beteiligten sich etwa 3 800 Menschen.

Auch vor dem Wohnhaus des Lokalpolitikers Daniel Gött (parteilos) ist nach dessen Angaben kürzlich gegen Corona-Maßnahmen protestiert worden. Mehrere Leute hätten am 4. Januar vor seinem Privathaus gesungen, teilte der Bürgermeister von Deckenpfronn (Kreis Böblingen) der Deutschen Presse-Agentur mit. Zu weiteren Vorfällen sei es seither nicht gekommen. "Da die Polizei reagiert hat und am letzten Dienstag Präsenz vor Ort zeigte, fühle ich mich sehr sicher." Die Gegner der Corona-Maßnahmen seien ja auch friedlich und hätten "nur" gesungen. Zuvor hatte der SWR darüber berichtet.

Seit Wochen gehen Gegner der Corona-Politik vielerorts auf die Straße. Nicht immer kündigen sie die Demonstrationen an. Am Montag der vergangenen Woche waren mehr als 50.000 Menschen unterwegs, um ihre Meinung zur Corona-Politik kundzutun.

Zahlreiche Städte haben unangemeldete Proteste, die auch als "Spaziergänge" bekannt geworden sind, untersagt. Am Wochenende waren bei 44 Versammlungen etwa 23 700 Menschen auf der Straße gewesen, davon vier Gegendemos.

Kritiker der Coronapolitik gehen durch die Innenstadt von Ravensburg. Die Polizei geht von rund 1500 Demonstranten aus.
Kritiker der Coronapolitik gehen durch die Innenstadt von Ravensburg. Die Polizei geht von rund 1500 Demonstranten aus.  © Felix Kästle/dpa

Update, 18. Januar, 7.32 Uhr: Corona im Kinderzimmer - ohne Infektionsgefahr

Corona dominiert seit zwei Jahren das gesellschaftliche Leben. Das geht an den Kleinsten nicht spurlos vorbei. Mitunter schaffen es coronaspezifische Artikel ins Kinderzimmer. Wobei manche Produkte vielleicht auch dem einen oder anderen Erwachsenen gefallen.

Es ist knautschig, hat große Kulleraugen und sieht ein bisschen so aus, als würde es die Zunge rausstrecken. In dieser Form verliert das Coronavirus seinen Schrecken als womöglich todbringende Krankheit. Zu einer Plüschvariante mutiert taugt es als Spielzeug. Vertrieben wird es - wie auch die Modelle "Totes Covid", "Antikörper" und eine weiche Version des "Covid-19-Impfstoffs" - über die Internetseite riesenmikroben.de von Karlsruhe aus.

>>> Mehr Infos zu den Plüschtieren.

Update, 18. Januar, 7 Uhr: Land will Corona-Stufensystem wegen Omikron-Variante anpassen

Die Belastung der Intensivstationen im Südwesten lässt merklich nach, auch wenn die Inzidenzen steigen. Die bald vorherrschende Variante Omikron verläuft milder. Wie Bayern will deshalb auch die Regierung in Stuttgart ihre Corona-Regeln nachjustieren.

Das Land Baden-Württemberg will sein Stufensystem der Anti-Corona-Maßnahmen wegen der Omikron-Variante überarbeiten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Sozialministerium die Regeln in der neuen Corona-Verordnung Ende Januar anpassen. Dann könnte es dem Vernehmen nach voraussichtlich in einigen Bereichen auch leichte Lockerungen geben. Minister Manne Lucha (Grüne) wolle an diesem Dienstag im Kabinett erste Vorschläge dazu machen, hieß es.

>>> Mehr zu möglichen Lockerungen

Update, 17. Januar, 17.40 Uhr: Inzidenz steigt leicht weiter

Das Landesgesundheitsamt meldet am Montag 6813 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.131.630 Menschen angesteckt.

Auch wurden 27 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.452.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 549,8. Am Vortag lag der Wert bei 545,8. Derzeit werden 340 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz stieg am Montag auf 549,8. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz stieg am Montag auf 549,8. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 17. Januar, 14.58 Uhr: Wieder etwas mehr Übernachtungen auf der Schwäbischen Alb

Trotz der Corona-Einschränkungen haben Beherbergungsbetriebe auf der Schwäbischen Alb im vergangenen Jahr wieder mehr Übernachtungsgäste verzeichnet.

Bis einschließlich September 2021 habe es auf der Alb rund 3,08 Millionen Übernachtungen gegeben, sagte der Vorsitzende des Schwäbische-Alb-Tourismus, Mike Münzing, am Montag in Bad Urach.

Das sei ein Anstieg um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Schwäbische Alb sei damit die einzige Region in Baden-Württemberg mit einer positiven Entwicklung der Gästezahlen in 2021.

Vor der Pandemie im Jahr 2019 hatte der Tourismusverband demnach noch rund 5,7 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Zu Übernachtungszahlen in diesem Umfang werde man auch in diesem Jahr noch nicht wieder zurückkehren, sagte Geschäftsführer Louis Schumann.

Im vergangenen Jahr habe man Schließungen von Betrieben in größerem Umfang vor allem auch mit den Hilfsprogrammen des Landes verhindern können, sagte Schumann. Angesichts der bereits wieder leicht steigenden Übernachtungszahlen rechne er in diesem Jahr mit einer positiven und wieder deutlich besseren Entwicklung als im vergangenen Jahr.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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