Coronavirus in Baden-Württemberg: Gesundheitsminister ruft Pflegepersonal auf

Baden-Württemberg - Das Coronavirus verbreitet sich in Deutschland immer weiter und hat auch Baden-Württemberg fest im Griff. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle ist in den letzten Tagen immer weiter und stärker angestiegen.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat Baden-Württemberg fest im Griff.
Die Ausbreitung des Coronavirus hat Baden-Württemberg fest im Griff.  © CDC/Zuma Press/dpa

Die Auswirkungen des Virus auf das öffentliche Leben im Südwesten sind deutlich zu spüren, denn dieses wurde praktisch "auf 0" heruntergefahren.

Nachdem zunächst Großveranstaltungen untersagt wurden, mussten per Anordnung Geschäfte, die nicht "systemrelevant" sind, ihren Betrieb einstellen - dazu zählen unter anderem Bars, Bäder, Clubs, Friseure, viele Einzelhändler, Kinos und Museen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (71, Grüne) appellierte an die Bürger, nur noch das Haus zu verlassen, wenn es unbedingt notwendig sei. Versammlungen auf öffentlichen Plätzen wurden verboten, Spielplätze geschlossen.

Da sich manche Bürger nicht an die Maßnahmen hielten, die das Coronavirus eindämmen sollen, standen sogar Ausgangssperren im Raum. Derzeit ist es aber noch gestattet, sich mit maximal einer weiteren Person in der Öffentlichkeit aufzuhalten - für Familien gelten Ausnahmen.

Auch der Spielbetrieb in der Fußball-Bundesliga und 2. Bundesliga steht still. Der VfB Stuttgart hat das Mannschaftstraining eingestellt, die Profis trainieren individuell. 

239 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 14.580 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 1. April).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker.

Update, 2. April, 15.02 Uhr: Fieber-Ambulanz im Reitstadion geschlossen

Die provisorische Fieber-Ambulanz im Alten Reitstadion wurde am 1. April geschlossen und zu Beginn der Woche hat die neue Fieber-Ambulanz im Neckarpark, erweitert mit einer Abstrichstelle, geöffnet. 
Patienten, benötigen eine ärztliche Überweisung. 

Update, 2. April, 14.43 Uhr: Hubschrauber der DRF Luftrettung mit Isoliertrage ausgestattet

Ein auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden stationierter Hubschrauber der DRF Luftrettung hat eine Isoliertrage zum Transport von Corona-Patienten erhalten. Intensivmedizinisch betreute und beatmete Patienten könnten so schnell in ein Krankenhaus gebracht werden, teilte die Luftrettungsorganisation zur Übergabe der Ausrüstung am Donnerstag in Rheinmünster mit.

Der Patient liegt auf der Trage unter einer durchsichtigen Abdeckung. Durch luftdichte Zugänge kann er behandelt werden. Ein Vorteil sei die Sicherheit der Besatzung vor einer Infektion. Außerdem sei nach dem Flug keine aufwendige Desinfektion des Hubschraubers nötig. 

Nach Angaben der DRF Luftrettung sollen in nächster Zeit acht weitere Stationen mit den jeweils 40.000 Euro teueren Tragen ausgestattet werden, darunter die in Stuttgart.

Update, 2. April, 14.40 Uhr: Gehaltsverzicht und Kurzarbeit auch beim 1. FC Heidenheim

Auch die Profis des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim verzichten im Zuge der Corona-Krise auf Teile ihres Gehalts. Dadurch kann der Club betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, wie er am Donnerstag mitteilte. Dennoch musste für alle Mitarbeiter von Verwaltung, Gebäudemanagement sowie des Stadionrestaurants Kurzarbeit angemeldet werden. Bis Ende des Monats werde in diesen Bereichen lediglich ein Notbetrieb aufrechterhalten.

"Wie unsere gesamte Gesellschaft befinden auch wir als 1. FC Heidenheim 1846 uns in einer Ausnahmesituation, in der jetzt außergewöhnliche Maßnahmen absolut erforderlich sind, um unsere Existenz als Verein zu sichern", sagte FCH-Vorstandschef Holger Sanwald in der Mitteilung. Im Gegensatz zum Großteil der anderen FCH-Mitarbeiter gehen die Profis nicht in Kurzarbeit, sondern trainieren weiter individuell.

Update, 2. April, 14.25 Uhr: Regionalflughäfen und Verkehrslandeplätze reduzieren Betriebszeiten

Durch den massiven Rückgang der Starts und Landungen auf öffentliche Flugplätzen in Baden-Württemberg aufgrund der Corona-Pandemie haben sich die Luftfahrtbehörden entschieden, Flughäfen von der Betriebspflicht ganz oder teilweise zu befreien und damit die Betriebszeiten zu reduzieren. 

Diese Flughäfen nutzen die Möglichkeit: Karlsruhe/Baden-Baden, Friedrichshafen sowie das Regierungspräsidium Stuttgart für die Verkehrslandeplätze Mannheim, Schwäbisch Hall, Walldürn, Lahr, Mosbach, Freiburg, Leutkirch, Schwenningen a. N. und der Sonderlandeplatz Bremgarten.

Update, 2. April, 14.21 Uhr: 50 Menschen in Behinderten-Einrichtung betroffen

Rund 50 Menschen haben sich in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung mit Hauptsitz in Gammertingen (Kreis Sigmaringen) mit dem Coronavirus infiziert. Bewohner und Mitarbeiter seien positiv getestet worden, sagte ein Sprecher der diakonischen Einrichtung am Donnerstag. Neben dem Hauptsitz im Kreis Sigmaringen sei auch je eine Einrichtung im Zollernalbkreis sowie im Kreis Reutlingen betroffen.

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Update, 2. April, 14.04 Uhr: Landrätin appelliert auf Risikosportarten zu verzichten

Behörden im Schwarzwald rufen wegen der Corona-Krise trotz des frühlingshaften Wetters zur Zurückhaltung bei Freizeitaktivitäten auf. Die Region sei ein beliebter Ort für Ausflüge und andere Unternehmungen im Freien, sagte die Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter (CDU), am Donnerstag in Freiburg. 

Nächste Woche, mit Beginn der Osterferien, werde mit einer entsprechenden Zunahme gerechnet. Dieses Jahr sei erhöhte Vorsicht geboten. Aktivitäten, die mit einem hohen Unfallrisiko verbunden sind, sollten vermieden werden. Störr-Ritter ist Aufsichtsratsvorsitzende der Schwarzwald-Tourismus-Gesellschaft.

Rettungsdienste und Krankenhäuser seien durch das Coronavirus ausgelastet, sagte die Politikerin. Sie müssten sich darauf konzentrieren können. Das Risiko von Freizeitunfällen sollte daher vermieden werden. Dies gelte für Risikosportarten ebenso wie beispielsweise für Motorradfahrer. Jeder könne helfen, Rettungsdienste und das Gesundheitswesen zu entlasten.

Landesweit gelten wegen des Coronavirus Kontakt-, Betretungs- und Ausgangsverbote. Aktivitäten im Freien alleine, zu zweit oder mit der Familie sind nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart aber weiterhin erlaubt. Es müsse dabei jedoch ein Abstand von mindestens 1,50 Metern zueinander eingehalten werden.

Update, 2. April, 13.48 Uhr: Gesundheitsminister ruft freiwilliges Pflegepersonal auf

"Ich rufe alle derzeit nicht in der Pflege aktiven Pflegekräfte und Angehörige pflegenaher Berufsgruppen auf, sich auf der Plattform #pflegereserve zu registrieren, um uns bei der Bewältigung der Corona-Krise zu unterstützen", sagt Gesundheitsminister Manne Lucha.

Viele Menschen, die gerade nicht in der Pflege tätig sind bieten in der Corona-Krise ihre Hilfe an. Die Plattform soll zwischen Einrichtungen und Freiwilligen vermitteln und wird von der Bertelsmann Stiftung betrieben.

Über die Plattform #pflegereserve will das Land Einrichtungen und freiwilliges Pflegepersonal zusammenbringen. 

Update, 2. April, 13.30 Uhr: Flüchtlinge werden in Jugendherberge untergebracht

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus werden in Freiburg bis zu 80 Flüchtlinge vorübergehend in einer Jugendherberge untergebracht. Die Bewohner der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) sollen damit so gut wie möglich vor einer Ansteckung geschützt werden, wie das Regierungspräsidium Freiburg und der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks mitteilten. Vorerst sollen insbesondere Familien in der Jugendherberge unterkommen.

Update, 2. April, 13.22 Uhr: Balingens Trainer für Abbruch der Saison in Handball-Bundesliga

Der Trainer der HBW Balingen-Weilstetten hält einen Abbruch der Saison in der Handball-Bundesliga für sinnvoll. Er wisse zwar nicht, was rechtlich der beste Weg sei, sagte Jens Bürkle am Donnerstag. "Aus rein sportlicher Sicht wäre ich für einen Abbruch, weil ich nicht glaube, dass wir in den nächsten Wochen schon wieder loslegen können. Stand heute hätten wir bis Juni nicht mal eine Halle, in der wir trainieren könnten", sagte der 39-Jährige.

"Wenn man nicht abbricht, stellen sich ja auch noch andere Probleme. Wie geht man damit um, wenn es innerhalb einer Mannschaft eine Corona-Infektion gibt?", sagte Bürkle. "Wie löst man das Problem, wenn während der Vorbereitung oder aber mit Fortsetzung der Saison eine komplette Mannschaft in Quarantäne muss, weil es einen positiven Fall gibt? Das sind so viele Baustellen." 

Derzeit ruht der Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie bis Ende April. Eine weitere Verlängerung der Unterbrechung wird vermutlich zeitnah beschlossen.

Balingen-Weilstettens Trainer Jens Bürkle.
Balingen-Weilstettens Trainer Jens Bürkle.  © David Inderlied/dpa

Update, 2. April, 13.17 Uhr: Kultusministerin Eisenmann mit Stellungnahme zur Finanzierung der Kita-Soforthilfen

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (55, CDU) hat Stellung zu den zahlreichen Rückfragen von Trägern des Soforthilfeprogramms für die Kindertagespflege bezogen. 

"Fest steht, dass die Kindertagespflege durch die 100-Millionen-Euro-Soforthilfe unterstützt werden soll. Ich habe Anfang der Woche bereits Finanzministerin Sitzmann gebeten, nun zügig die konkreten Modalitäten des Soforthilfeprogramms zu klären. Mir wird berichtet, dass der Städte- und Landkreistag mit der Kindertagespflege bereits in konstruktiven Gesprächen zu Finanzierungsfragen sind. Mein Haus wird diesen Prozess konstruktiv begleiten."

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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