Coronavirus in Baden-Württemberg: Auch Heilbronn verbietet die Sexarbeit komplett

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

Nach der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 15. Juni) sind Feiern mit maximal 99 Teilnehmenden wieder möglich. Im öffentlichen Raum darf man sich in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen aufhalten.

Bei Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen außerhalb des öffentlichen Raums dürfen sich jetzt bis zu 20 statt bisher nur zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen oder ohne zahlenmäßige Beschränkung, wenn Personen miteinander verwandt sind sowie deren Partnerinnen und Partner.

1859 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 38.273 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 13. August).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 14. August, 13.22 Uhr: Fast 1000 Verstöße gegen Maskenpflicht in Bussen und Bahnen

Bei Kontrollen in Bussen und Bahnen haben Polizisten des Polizeipräsidiums Aalen am Donnerstag fast 1000 Verstöße gegen die Maskenpflicht registriert. In fast allen Fällen hätten die Verweigerer einer vorgeschriebenen Mund-Nase-Bedeckung einsichtig reagiert und die Masken ordentlich angezogen, teilte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart mit.

In sieben Fällen jedoch seien Fahrgäste wegen Ordnungswidrigkeiten angezeigt worden, in einem weiteren Fall wurde ein Busfahrer beleidigt und daraufhin eine Strafanzeige aufgegeben, wie es hieß. Insgesamt seien rund 1000 Polizistinnen und Polizeibeamte im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Schwäbisch Hall eingesetzt worden. Ohne Maske wird seit dem 1. Juli ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig.

Update, 14. August, 13.13 Uhr: Auch Heilbronn verbietet die Sexarbeit komplett

Nach Städten wie Karlsruhe und Stuttgart hat nun auch Heilbronn nachgezogen und die Prostitution in aller Form verboten - für die Anbieterinnen ebenso wie für die Freier. Rechtlich sei dies durch das Infektionsschutzgesetz abgesichert, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag. Werde das Verbot missachtet, könne das Prostituierte wie Kundschaft teuer zu stehen kommen.

Mit der Bekanntmachung schließt Heilbronn eine Lücke in der Corona-Verordnung des Landes. Nach dieser ist der Betrieb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen sowie jede sonstige Ausübung des Prostitutionsgewerbes zwar verboten. Kommunen hatten das aber als Komplettverbot ausgelegt – und saßen damit einem Missverständnis auf. Denn das Verbot in der Verordnung gilt nicht für selbstständig und allein tätige Prostituierte. Grund für den jüngsten Schritt der Stadt Heilbronn sei die steigende Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus, sagte die Stadtsprecherin.

Nach Karlsruhe als Vorreiterin hatte die Stadt Stuttgart die Sexarbeit wegen Corona bereits vor einigen Wochen in einer Allgemeinverfügung in jeder Form untersagt und gleichzeitig auch den sogenannten Sexkauf verboten. Die Branche hatte das zuletzt stark kritisiert. Es gebe keine wirksamen Hilfen für die Betroffenen, die vornehmlich selbstständig seien und kaum finanzielle Rücklagen hätten. Dabei seien Sexarbeiter Experten in Sachen Gesundheitsschutz, heißt es auch beim Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen.

Stuttgart: Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Rotlicht an" in der Hand.
Stuttgart: Eine Teilnehmerin hält während einer Demonstration zum Arbeitsverbot von Sexarbeiterinnen während der Corona-Pandemie ein Schild mit der Aufschrift "Rotlicht an" in der Hand.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 14. August, 7.42 Uhr: Neue Teststation auf Autobahn-Parkplatz hat Betrieb aufgenommen

Corona-Tests am Straßenrand: Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen hat nach Teststationen an Flughäfen und Bahnhöfen nun auch eine Station an der Autobahn im Schwarzwald ihren Betrieb aufgenommen. "Die ersten Autofahrer sind durch, die Tests wurden genommen", sagte Karin Bundschuh, Sprecherin des Badischen Roten Kreuzes, das das Testcenter auf dem Parkplatz Neuenburg-Ost (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) an der Autobahn A5 führt.

Nach DRK-Angaben von Freitag stehen drei Container auf dem Parkplatz, in denen Testmaterialien gelagert werden und Daten weiterverarbeitet werden. Die Abstriche werden direkt an den Autofenstern der Reiserückkehrer genommen. Vorerst soll die Station bis zum Ende der Sommerferien betrieben werden. Der Test ist gratis, die Kosten trägt das Land.

Seit Donnerstagmorgen können sich Reisende bereits am Stuttgarter Hauptbahnhof auf das Coronavirus testen lassen. Teststationen an den drei Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden sind bereits seit einigen Tagen geöffnet. Abhängig von zur Verfügung stehenden Ärzten sind weitere Stationen an einzelnen Autobahnparkplätzen und Bahnhöfen vorgesehen.

Die Einrichtung der neuen Teststationen im Land ist nötig, weil Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zur Zeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen müssen. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet zurückkehren, können sich ebenfalls kostenlos testen lassen.

Update, 13. August, 18.24 Uhr: 108 weitere Corona-Infektionen

Am Donnerstag  wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 108 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 38.273 an", so das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 35.221 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1193 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."   

Dem Landesgesundheitsamt wurden heute keine weiteren Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach liegt die Zahl der Todesfälle weiterhin bei 1859. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,97 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Donnerstag wurden 108 weitere Corona-Fälle bekannt. (Symbolbild)
Am Donnerstag wurden 108 weitere Corona-Fälle bekannt. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 13. August, 10.10 Uhr: Tourismus in Baden-Württemberg bricht in Corona-Krise heftig ein

Die Coronavirus-Pandemie mit Lockdowns und Reisebeschränkungen in der ganzen Welt hat dem Tourismus im Südwesten drastische Einbußen beschert. Bis Ende Juni kamen nur rund 4,9 Millionen Gäste in Baden-Württemberg an und damit nicht einmal halb so viele wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Das geht aus am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Die Zahl der Übernachtungen ging um knapp die Hälfte auf rund 13,3 Millionen zurück. Nach dem absoluten Tiefpunkt im April lässt die Statistik inzwischen aber auch einen ersten, wenngleich nur leichten Erholungseffekt erkennen - vor allem mit einheimischen Urlaubsgästen als treibender Kraft.

Baden-Württemberg, Langenargen: Sonnenhungrige sitzen am sogenannten Malereck unter ihren Sonnenschirmen.
Baden-Württemberg, Langenargen: Sonnenhungrige sitzen am sogenannten Malereck unter ihren Sonnenschirmen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 13. August, 7.52 Uhr: Bilfinger mit deutlichem Verlust

Die Corona-Pandemie und der Ölpreisverfall haben den Industriedienstleister Bilfinger im zweiten Quartal tiefer in die roten Zahlen rutschen lassen. 

Der Verlust betrug von April bis Juni 60 Millionen Euro, wie der SDax-Konzern am Donnerstag in Mannheim mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte hier ein Minus von sechs Millionen gestanden. Der Umsatz brach im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 793 Millionen Euro ein.

Auch operativ lief es für die Mannheimer deutlich schlechter. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebita) wies Bilfinger ein Minus von 35 Millionen Euro aus, nach einem operativen Gewinn von 17 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Jahresziele bestätigte das Unternehmen.

Update, 12. August, 17.33 Uhr: 187 weitere Infektionsfälle gemeldet

Am Mittwoch wurden dem baden-württembergischen Gesundheitsministerium insgesamt weitere 187 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. 

"Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 38.165 an", schreibt das Ministerium am Abend. "Davon sind ungefähr 35.152 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1154 Menschen im Land mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert."

Dem Landesgesundheitsamt wurde am Mittwoch kein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Demnach beträgt die Zahl der Todesfälle weiterhin 1859. 

"Die Reproduktionszahl beziehungsweise der 7-Tages R-Wert wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 0,99 angegeben. Sie ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden", heißt es weiter.

Am Mittwoch wurden 187 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)
Am Mittwoch wurden 187 weitere Infektionen bekannt. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 12. August, 15.05 Uhr: Polizei kontrolliert Maskenpflicht im ÖPNV

Um die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen durchzusetzen und Verweigerer zu bestrafen, werden von Donnerstag an auch Polizisten eingesetzt. 

Die Beamten sollten zunächst vor allem im Ostalbkreis, im Rems-Murr-Kreis und im Kreis Schwäbisch Hall kontrollieren, ob die Masken wie vorgeschrieben getragen werden, teilten das Innenministerium und das Polizeipräsidium Aalen am Mittwoch mit. 

"Wer den Infektionsschutz missachtet, handelt unverantwortlich und gefährdet sich und andere", warnte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Die Akzeptanz der Maskenpflicht nehme derzeit ab, die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Wochen dagegen zu.

Ohne Maske wird seit dem 1. Juli ein Bußgeld von bis zu 250 Euro fällig. Die Polizeibeamten sollen die Summe aber nicht gleich kassieren, sondern die Verweigerer nur anzeigen. Das Geld müsse dann ähnlich wie beim Schwarzfahren später gezahlt werden. Das Polizeipräsidium gab allerdings nicht an, wie viele Beamten eingesetzt werden sollen.

"Mit Augenmaß wird die Polizei dafür sorgen, dass die Regeln der Corona-Verordnung eingehalten werden", sagte Strobl. Wer allerdings unverbesserlich die Regelungen missachte, müsse mit Folgen rechnen.

Fahrgäste verlassen eine Straßenbahn und tragen Mundschutz.
Fahrgäste verlassen eine Straßenbahn und tragen Mundschutz.  © Oliver Berg/dpa

Update, 12. August, 8.47 Uhr: Bechtle verdient überraschend viel - Prognosen stehen

Der IT-Dienstleister Bechtle hat im zweiten Quartal trotz der Corona-Krise überraschend viel Gewinn gemacht. Vor Steuern kletterte das Ergebnis im Jahresvergleich um 4,2 Prozent auf 58,1 Millionen Euro, wie das MDax-Unternehmen am Mittwoch in Neckarsulm mitteilte. Das war mehr, als Analysten dem Konzern zuvor zugetraut hatten.

Der Umsatz stieg dank des Wachstums bei den Geschäften rund ums Management von IT-Systemen insgesamt um 3,9 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro und fiel damit wie erwartet aus. Unter dem Strich lag der Nettogewinn mit 40,8 Millionen Euro 4,1 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Die Prognosen bestätigte das Management. Es geht weiter von einer Normalisierung im weiteren Jahresverlauf aus.

Update, 11. August, 17.57 Uhr: 79 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37.978 gestiegen. Das sind 79 mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Dienstag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 35.070 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 1049 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde mit 1859 an - das war einer mehr als am Montag. Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg weiterhin mit 0,9 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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