Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz steigt auf über 800

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)
Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)  © Georg Wendt/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich mit empfindliche Beeinträchtigungen arrangieren.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen.

Clubs und Diskotheken wurden geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten. Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen sollen ohne Zuschauer stattfinden.

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Bereits unmittelbar nach den Feiertagen wurden Zusammenkünfte nur noch mit höchstens zehn Personen über 14 Jahre erlaubt.

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn ihre Impfung länger als sechs Monate zurückliegt und sie keine Booster-Impfung erhalten haben.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wurde im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Mittlerweile gibt es 1.222.337 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 13.526 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. (Stand: 23. Januar)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 23. Januar, 17.36 Uhr: Inzidenz durchbricht 800er-Marke

Das Landesgesundheitsamt meldet für Sonntag 10.381 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.222.337 Menschen angesteckt.

Es wurden keine neuen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 854,4. Am Samstag lag der Wert bei 795,7. Derzeit werden 299 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt, zwei weniger als am Vortag.

Am Sonntag wurden erneut weniger Covid-Patienten auf den Intensivstationen behandelt. (Symbolbild)
Am Sonntag wurden erneut weniger Covid-Patienten auf den Intensivstationen behandelt. (Symbolbild)  © Zhang Yuwei XinHua/dpa

Update, 23. Januar, 15.11 Uhr: Unterschiedliche Corona-Regeln kosten Umsatz

Einzelhändler im Südwesten beklagen, dass Bayern wegen gelockerter Corona-Regeln fürs Shopping attraktiver wird. "Die Situation ist absurd", kritisierte Herman Hutter, Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW), am Sonntag in Stuttgart.

Während Kundinnen und Kunden in Ulm weiterhin die 2G-Vorgaben erfüllen müssten, gebe es jenseits der Landesgrenze im benachbarten Neu-Ulm keine Zugangsbeschränkungen mehr. "Dieser Zustand ist nicht tragbar und führt dazu, dass dem ohnehin schon stark angeschlagenen baden-württembergischen Einzelhandel dringend benötigter Umsatz verloren geht", sagte Hutter. Die Lage führt demnach dazu, dass Kunden aus grenznahen Gebieten mehr als bisher in Bayern einkaufen.

Die 2G-Regel gestattet in großen Teilen des Einzelhandels nur Geimpften und Getesteten den Zutritt. Bayern hatte in der vergangenen Woche nach einem Gerichtsurteil die 2G-Regel im Einzelhandel ausgesetzt.

Viele Einzelhändler beklagen, dass Bayern wegen gelockerter Corona-Regeln fürs Shopping attraktiver wird.
Viele Einzelhändler beklagen, dass Bayern wegen gelockerter Corona-Regeln fürs Shopping attraktiver wird.  © Stefan Sauer/dpa

Update, 23. Januar, 7 Uhr: Bald 13.700 neue Infektionen, Inzidenz kratzt an 800er-Marke

Das Landesgesundheitsamt meldet für Samstag 13.674 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.211.956 Menschen angesteckt.

Auch wurden zehn neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.526.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 795,7. Am Freitag lag der Wert bei 734,3. Derzeit werden 301 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei 795,7. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz lag am Samstag bei 795,7. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 22. Januar, 14.25 Uhr: Hunderte demonstrieren in Stuttgart

Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Stuttgart gegen die Corona-Politik demonstriert. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilte, seien die Personalien einiger Teilnehmer festgestellt worden, größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

Der Protest war nach früheren Angaben vorher angemeldet worden. Die Kritiker der Pandemiemaßnahmen wollten auch vor das Gebäude des Südwestrundfunks (SWR) im Stuttgarter Osten ziehen und eine Kundgebung abhalten.

Gegner der Corona-Maßnahmen hatten in der Vergangenheit immer wieder heftige Kritik an den Medien und auch am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geübt.

Die Stuttgarter Polizei hatte bereits vor der Demonstration ein Großaufgebot angekündigt.

Polizeifahrzeuge am Samstag vor dem Funkhaus des SWR in Stuttgart.
Polizeifahrzeuge am Samstag vor dem Funkhaus des SWR in Stuttgart.  © Andreas Rosar/Fotoagentur Stuttgart

Update, 22. Januar, 9.05 Uhr: Ulmer wollen Zeichen setzen für respektvollen Umgang in Pandemie

Um ein Zeichen für einen respektvollen Umgang in Corona-Zeiten zu setzen, möchten am Samstag in Ulm und Neu-Ulm Hunderte zu einer Kundgebung und einer Menschenkette zusammenkommen. Der Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl hat die Aktion mit initiiert und erklärte, mit der Versammlung wolle man Solidarität mit den Pflegerinnen und Pflegern und Ärzten zeigen. Diese seien in der Corona-Pandemie stark belastet.

Zugleich verspüre er, dass der Druck in der Stadt zugenommen habe, sagte Gohl. Ständig marschierten unangemeldet Menschen bei sogenannten Spaziergängen durch die Stadt, während sich andere an die Regeln hielten. Die Kundgebung unter dem Motto "Wir sind viele! Ja zu Solidarität. Nein zu Hetze." solle deshalb auch ein Zeichen setzen, dass Protest in Corona-Zeiten mit Respekt und Offenheit im Umgang miteinander möglich sei.

Eine gesunde Skepsis und unterschiedliche Meinungen seien wichtig und auch gewollt, sagte Gohl. Doch wenn Menschen durch die Stadt marschierten und Parolen wie "Friede, Freiheit, keine Diktatur" riefen, und viele Teilnehmer dies dabei still akzeptierten, wolle man zeigen, dass die Mehrheit anderer Meinung sei und die freiheitliche Demokratie anerkenne.

Im Anschluss an die Kundgebung auf dem Ulmer Münsterplatz wollen die Teilnehmenden eine Menschenkette bis zum Rathaus im benachbarten Neu-Ulm bilden.

Zu der Versammlung hat ein breites Bündnis aus Kirchen, Parteien, Gewerkschaften und Vereinen aufgerufen. Darunter sind etwa auch der ehemalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) sowie zahlreiche Abgeordnete aus der Region.

Versammlungen zur Solidarität in der Pandemie und zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen haben im Südwesten zuletzt zugenommen. Auch etwa in Karlsruhe und Mannheim kamen bereits Hunderte zu Menschenketten zusammen.

Update, 22. Januar, 7 Uhr: Über 17.300 neue Infektionen

Das Landesgesundheitsamt meldet für den Freitag 17.301 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.198.282 Menschen angesteckt.

Auch wurden 19 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.516.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 734,3. Derzeit werden 296 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Freitag 734,3. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Freitag 734,3. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Januar, 18.55 Uhr: Omikron zeigt Wirkung, Inzidenz schnellt nach oben!

Omikron zeigt Wirkung: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nähert sich schnell der 700er-Marke. Am Donnerstag (Stand 16 Uhr) vermeldete das Landesgesundheitsamt in Stuttgart, dass sich innerhalb der letzten sieben Tage 667,2 Menschen je 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hätten. Das war ein Plus von 50,3. Erst am Mittwoch hatte der Wert die 600 überschritten.

Die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen sank hingegen um 29 auf 297. In der Vorwoche waren es 378 gewesen. 13,2 Prozent der betreibbaren Intensivbetten sind den Angaben zufolge mit Covid-Erkrankten belegt, minus 1,2 Prozent.

Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz stieg um 0,5 auf 4,0 an. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in Krankenhäuser gebracht werden.

Seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Landesgesundheitsamt mittlerweile 1.180.981 bestätigte Infektionsfälle. Das waren 17.145 mehr als am Mittwoch. 13.497 Erkrankte starben laut Mitteilung an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das waren 17 mehr als am Vortag.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich. Bislang wurden 39.953 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt. Mittels variantenspezifischer PCR wurde Omikron bei 83,3 Prozent der Proben nachgewiesen. Da sich die Variante schnell ausbreitet, dürfte der aktuelle Anteil höher sein.

Als mindestens einmal geimpft gelten 8.086.402 Menschen im Südwesten. Das sind den Angaben zufolge 82,2 Prozent derjenigen, denen eine Impfung empfohlen wird. Auffrischimpfungen hätten 5.482.632 Leute erhalten, was 55,7 Prozent entspreche. Hier stieg die Zahl um 59.890.

Update, 20. Januar, 13.22 Uhr: Millionenschwere Stipendienrunde für freischaffende Künstler

Nach massenweisen, coronabedingten Ausfällen von Konzerten und Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und Tanzshows erhalten weitere mehr als 1500 freischaffende Künstlerinnen und Künstler ein Stipendium des Landes. Im Sommer waren bereits rund 6,7 Millionen Euro an etwa 1930 Kunstschaffende ausgeschüttet worden. In der zweiten Runde standen Mittel in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro bereit, wie das Kunstministerium am Donnerstag mitteilte.

"Die insgesamt rund 3400 vergebenen Projektstipendien helfen Künstlerinnen und Künstlern in Baden-Württemberg ein Stück weit, ihre Arbeit fortzusetzen und einem Publikum zu präsentieren", sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne).

Laut Ministerium sind die Stipendien mit einer einmaligen Förderung von je 3500 Euro dotiert. Sie richten sich an alle, die in Baden-Württemberg leben, frei künstlerisch arbeiten und ein konkretes Projekt umsetzen wollen. Insgesamt hat das Ministerium nach eigenen Angaben seit Beginn der Pandemie und coronabedingt mehr als 200 Millionen Euro in die baden-württembergische Kunst- und Kulturszene investiert.

Insgesamt wurden rund 3400 vergebenen Projektstipendien vergeben.
Insgesamt wurden rund 3400 vergebenen Projektstipendien vergeben.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Januar, 12.40 Uhr: Sechs von zehn Baden-Württemberger für allgemeine Impfpflicht

Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg spricht sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren aus. 59 Prozent sind dafür, 37 Prozent dagegen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von infratest dimap im Auftrag von SWR und Stuttgarter Zeitung ergab. Je älter die Menschen sind, desto höher ist die Zustimmung.

So sind 74 Prozent der über 65-Jährigen laut Umfrage dafür, bei den 40- bis 64-Jährigen sind es 57 Prozent. Von den Jüngeren bis 39 Jahre sind noch die Hälfte der Menschen für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus.

Die seit Wochen laufenden Proteste von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen stoßen bei der großen Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg auf Ablehnung. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten haben wenig oder gar kein Verständnis für die Demonstrationen, nur ein knappes Viertel äußert sehr großes oder großes Verständnis. Erwartungsgemäß haben zwei Drittel der AfD-Unterstützer viel Verständnis für die Proteste.

Update, 20. Januar, 10.46 Uhr: Europe-Cup-Spiel von Crailsheim in Italien abgesagt

Das Gruppenspiel der Hakro Merlins Crailsheim im FIBA Europe Cup am kommenden Mittwoch bei den Basketballern von Unahotels Reggio Emilia ist abgesagt worden. Ursache dafür seien mehrere Coronafälle im Team des italienischen Gegners.

Das habe der Verband FIBA mitgeteilt, gab der Bundesligist Crailsheim am Donnerstag bekannt. Ein Nachholtermin stehe noch nicht fest.

Titelfoto: Zhang Yuwei XinHua/dpa

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