Coronavirus in Baden-Württemberg: Schwerer Neustart für Hotels

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich zunehmend. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

Nach der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 2. Juni) dürfen Kneipen und Bars unter Hygieneauflagen wieder öffnen. Außerdem dürfen alle öffentlichen und privaten Sportanlagen - darunter Fitnessstudios oder Tanzschulen - den Betrieb wieder aufnehmen.

Zuvor wurden bereits weitere Lockerungen für Zusammenkünfte im privaten Raum verabschiedet. Es dürfen jetzt bis zu zehn statt wie bisher nur fünf Personen aus mehreren Haushalten zusammenkommen.

Von der Beschränkung auf zehn Personen weiterhin ausgenommen sind Verwandte (Großeltern, Eltern, Kinder usw.) sowie die Angehörigen des gleichen Haushalts und deren Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner oder Partnerinnen und Partner.

1758 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 34.769 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 1. Juni).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen. 

Update, 2. Juni, 17.24 Uhr: Noch 16 Corona-positive Mitarbeiter in Fleischfabrik

Birkenfeld - In einer stark vom Coronavirus betroffenen Fleischfabrik in Birkenfeld bei Pforzheim wurden zuletzt nur noch wenige Infizierte festgestellt. In einer dritten Testrunde seien noch 16 der 750 Beschäftigten positiv auf das Virus getestet worden, sagte die Leiterin des Gesundheitsamtes, Brigitte Joggerst, am Dienstag. "Das entspricht nur etwa zwei Prozent." Beim zweiten Testlauf Mitte Mai war noch bei zehn Prozent der Mitarbeiter das Virus nachgewiesen worden.

In der Fleischfabrik hatte es etwa 400 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Viele Mitarbeiter mussten in häusliche Quarantäne. Auch andernorts hatte es in Schlachthöfen hohe Zahlen von Corona-Infektionen gegeben. Neben Birkenfeld waren Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) sowie in Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen.

Update, 2. Juni, 14.34 Uhr: Vorzeitiges Spielzeitende sorgt für Streit in Konstanzer Kulturszene

Die Corona-Pandemie hat die aktuelle Spielzeit in Konstanz vorzeitig beendet und sorgt nun für einen heftigen Streit in der städtischen Kulturszene. Der Intendant des Konstanzer Theaters, Christoph Nix, beschuldigt seine Kollegin der Südwestdeutschen Philharmonie, Insa Pijanka, ihn in einem Schreiben an die Orchestermitglieder diffamiert zu haben. "Es ist schade, dass nun auch im Kulturbereich unter Leitungspersonen der persönliche Umgang in dieser Weise verroht", teilte Nix am Dienstag mit.

Hintergrund des Zwists sind unterschiedliche Haltungen zum frühzeitigen Ende der Spielzeit 2019/2020. Nix kritisierte die Entscheidung des Konstanzer Gemeinderats von Anfang Mai; bei der Philharmonie findet sie dagegen Zustimmung.

In der E-Mail an ihre Mitarbeiter schrieb die Orchesterintendantin: "Und es bringt auch nichts, sich wie Christoph Nix öffentlich mit den Trägern anzulegen und Forderungen zu stellen, das Ende der Saison wieder aufzuheben! Eine derart konfrontative Haltung schadet uns nur in der Zukunft und ist nicht mehr als ein persönliches Kettenrasseln von einer Person, die sich nicht mehr darum kümmern muss, was nach der Sommerpause passiert."

Pijanka sagte am Dienstag, es sei traurig, eine Saison auf diese Weise beenden zu müssen. Die Beschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ließen jedoch keine andere Wahl. In dem Schreiben sei es darum gegangen, ob und unter welchen Bedingungen die Philharmonie vor der Sommerpause und im Herbst wieder spielen könne. "Herr Nix und ich haben hierzu unterschiedliche Meinungen und Vorgehensweisen."

Zudem gebe es erhebliche Unterschiede bei den Vorgaben für einen Spielbetrieb an Theater und Orchester, sagte Pijanka weiter. "Da es sich um eine intern geäußerte Kritik handelt und ich seine Vorgehensweise nicht öffentlich kritisiert habe, hätte ich eine persönliche Kontaktaufnahme erwartet und keine Pressemeldung."

Update, 2. Juni, 14.29 Uhr: Stadt gibt Bolzplätze wieder frei

Die Stadt Stuttgart hat begonnen, Absperrungen wieder zu räumen. Zudem werden Schilder mit Verhaltensregeln angebracht. 

Update, 2. Juni, 14.01 Uhr: Schwerer Neustart für Hotels an Pfingsten

Viele Hotels in Baden-Württemberg kommen nur sehr mühsam aus der Zwangspause. Die Wiedereröffnung nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen am Pfingstwochenende lief verhalten. Das zeigt eine Umfrage des Branchenverbands Dehoga, an der sich knapp 800 Betriebe beteiligten. 

Nur jeder fünfte Hotelbetrieb konnte demnach übers Pfingstwochenende mehr als die Hälfte des Umsatzes vom Pfingstwochenende 2019 erreichen. Zwei Drittel der Betriebe erlebten einen kompletten Einbruch: Bei ihnen lagen die Umsätze bei weniger als einem Viertel des Vorjahreswerts.

"Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, wie schwer der Weg ist, der noch vor den Betrieben unserer Branche liegt", sagte der Dehoga-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt am Dienstag. Die Öffnung der Hotels sei erfreulich, aber sie bedeute für die meisten Betreiber nicht das Ende der Krise.

Ein wichtiger Grund dafür seien die bestehenden Corona-Einschränkungen nicht nur im Restaurantbereich, sondern auch bei Bädern und Wellness. "Die Einschränkungen, die es dort gibt, lassen viele Gäste mit ihren Buchungen zögern."

Laut Umfrage sind die Umsätze der Hotels seit Beginn der Corona-Krise um 83 Prozent eingebrochen. Aufs gesamte Jahr 2020 bezogen, rechnen die Hoteliers mit einem Umsatzrückgang von fast zwei Dritteln. Für den Branchenverband ein Alarmzeichen: "Wenn wir eine große Pleitewelle im Gastgewerbe noch abwenden wollen, müssen von Land und Bund zusätzliche Hilfen in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen kommen", sagte Engelhardt.

Veronika Liegl, Mitarbeiterin des Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, bereitet ein Hotelzimmer vor.
Veronika Liegl, Mitarbeiterin des Hotel Traube Tonbach in Baiersbronn, bereitet ein Hotelzimmer vor.  © Uli Deck/dpa

Update, 2. Juni, 12.41 Uhr: SPD fordert Konzepte für Schulunterricht nach den Sommerferien

Die oppositionelle SPD fordert vom Kultusministerium Konzepte für den Schulunterricht nach den Sommerferien unter den Bedingungen der Coronakrise. "Wir wollen einen Schulbetrieb, der so gut funktioniert, wie es unter Infektionsgesichtspunkten nur irgendwie geht, und zwar verantwortbar", sagte SPD-Landtagsfraktionschef Andreas Stoch am Dienstag in Stuttgart. 

"Wir können das Ganze nicht weitertreiben lassen und im nächsten Schuljahr wieder quasi nur auf Sicht fahren." Stoch warf Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor, sich weniger den fachlichen Notwendigkeiten zu widmen, sondern vor allem parteipolitisch als Spitzenkandidatin der CDU zur Landtagswahl 2021 zu handeln. "Das halten wir für nicht verantwortbar."

Update, 2. Juni, 11.39 Uhr: Tragen von Schutzmasken in Arztpraxen jetzt Pflicht

Das baden-württembergische Sozialministerium teilte mit, dass aufgrund der zahlreichen Bitten von Ärztinnen und Ärzten die Maskenpflicht ab sofort auch beim Aufenthalt in Arztpraxen gilt. Für Behandlungen am oder im Gesicht sowie über die Mund- oder Nasenöffnung gelten erhöhte Hygieneanforderungen (z.B. FFP2-Maske).

Update, 2. Juni, 6.17 Uhr: Experten prophezeien langfristigen Aufschwung für Telemedizin

Die Corona-Krise könnte der Telemedizin aus Sicht von Experten einen entscheidenden Schub nach vorne geben. "Man kann davon ausgehen, dass Anfang April über 3000 der niedergelassenen Haus- und Kinderärzte die Genehmigung von den Krankenkassen für Videosprechstunden hatten", sagte der Präsident der Landesärztekammer, Wolfgang Miller. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sind es sogar rund 3800. Das heiße zwar nicht, dass alle diese Möglichkeit bereits nutzten. Es zeige aber, dass die Mediziner vorbereitet seien.

"Es ist keine Revolution, die jetzt stattfindet, aber eine stetige Entwicklung, die durch die Corona-Krise Schwung bekommen hat", sagt Miller. Auch die KVBW rechnet mit einem langfristigen Aufschwung für die Telemedizin. "Vor der Corona-Krise waren es nicht viele Ärzte, die die Telemedizin in ihren regulären Praxisbetrieb integriert hatten", sagte eine Sprecherin. Jetzt seien es deutlich mehr, und viele nutzen die Möglichkeit, um schnellen Kontakt mit ihren Patienten zu bekommen.

"Das alles wird nach Überwindung der Corona-Krise nicht wieder einschlafen", betonte auch Miller. Mit all ihren Bausteinen werde die Telemedizin langfristig die Versorgungsrealität verändern.

Der Arzt Michael Thomas Becker führt in seiner Praxis eine Telemedizinberatung per Videokonferenz durch.
Der Arzt Michael Thomas Becker führt in seiner Praxis eine Telemedizinberatung per Videokonferenz durch.  © Uli Deck/dpa

Update, 1. Juni, 18.26 Uhr: Jetzt 1758 Tote und 34.769 Infizierte

In Baden-Württemberg sind sechs weitere Menschen am Coronavirus gestorben, somit steigt die Gesamtzahl der Opfer auf 1758.

Zudem wurden dem Gesundheitsministerium bis 16 Uhr weitere 14 bestätigte Infektionsfälle gemeldet. "Damit steigt die Zahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten in Baden-Württemberg auf mindestens 34.769 an", heißt es weiter.

Davon sind ungefähr 31.912 Personen bereits wieder von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Derzeit sind geschätzt noch 1.099 Menschen im Land mit dem Erreger infiziert. 

Die Reproduktionszahl wird vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit R 1,13 angegeben.

Auch am Pfingstmontag ist die Zahl der Toten und Infizierten weiter gestiegen. (Symbolbild)
Auch am Pfingstmontag ist die Zahl der Toten und Infizierten weiter gestiegen. (Symbolbild)  © Pedro Rances Mattey/dpa

Update, 1. Juni, 17 Uhr: Strobl blickt auf Pfingstwochenende zurück

Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat ein erstes Fazit des langen Pfingstwochenendes gezogen.

"Wahr ist freilich, die Realität ist auf absehbare Zeit ein Leben mit Corona, nicht eines ohne Corona. Aber an diesem Pfingstwochenende können wir sehen und spüren: Die Menschen genießen das gute Wetter. Es gilt aber glasklar: achtsam bleiben und mit den notwendigen Vorsichtsmaßnahmen den Weg zu einer neuen Normalität finden", zitiert eine Mitteilung Strobl.

Auch am Samstag und Pfingstsonntag legte die Polizei laut Ministerium einen Schwerpunkt auf die Überwachung der Regelungen der Corona-Verordnung - "und im Vergleich der vergangenen Wochenenden ist die Zahl der Verstöße insgesamt kontinuierlich rückläufig". 

An den beiden Tagen kontrollierte die Polizei demnach landesweit insgesamt 7306 Personen. 237 Personen hielten sich nicht an die Regeln und sehen einer Ordnungswidrigkeitenanzeige entgegen: "Der Schwerpunkt der Verstöße liegt dabei weiterhin auf dem 'Aufenthalt im öffentlichen Raum' in Gruppen mit zu vielen Personen."

Strobl mahnte: "Je mehr wir weiter die gebotenen Regeln beachten, umso schneller kommen wir gemeinsam ans Ziel. Das gilt für alle Lebenslagen." 

Dass es bei der Lockerung der einschränkenden Maßnahmen dem ein oder anderen nicht schnell genug gehen könne, sei nachvollziehbar. Sich für eine schnellere Rückkehr einzusetzen, dafür zu demonstrieren, sei auch in Ordnung. 

"Aber man muss sich dabei an die Regeln und Auflagen halten - wie alle anderen an allen anderen Orten eben auch", so der Innenminister.

Innenminister Thomas Strobl.
Innenminister Thomas Strobl.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 1. Juni, 13.53 Uhr: Ab dem Wochenende öffnen Wellnessbereiche

Die Schwimmbäder und Wellnessbereiche der Hotels in Baden-Württemberg sollen vom kommenden Wochenende an wieder öffnen dürfen. Das sagte Tourismusminister Guido Wolf (CDU) der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Karlsruhe. "Die Hotellerie wartet sehnlichst auf die Möglichkeit, ihre Hotelbäder und -wellnessbereiche öffnen zu können."

Das werde den Unternehmen einen enormen Auftrieb geben. "Das ist ganz entscheidend für das Buchungsverhalten der Gäste", sagte Wolf. Der Verordnungsentwurf liege bereits vor. Hotels durften bereits am 29. Mai wieder öffnen.

Die Hotelbranche warte auf die Öffnung.
Die Hotelbranche warte auf die Öffnung.  © Photo by Denny Müller on Unsplash

Update, 1. Juni, 12.53 Uhr: Start in die Pfingstferien bringt wieder Gäste in die Hotels

Nach Wochen weitgehenden Stillstandes ist der Tourismus in Baden-Württemberg mit Beginn der Pfingstferien wieder auf Touren gekommen. Im ganzen Land füllten sich bei frühsommerlichem Wetter Hotels und Campingplätze. Christian Willam, der einen Campingplatz in Allensbach am Bodensee betreibt, zog am Montag eine sehr positive Bilanz. "Wir sind ausgebucht." Die meisten Gäste hielten sich problemlos an die Regeln zur Vermeidung der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Geschäftsführerin des See Hotels Off in Meersburg (Bodenseekreis), Elisabeth Off, hatte dagegen mit mehr Gästen gerechnet. Das Haus sei Pfingsten etwa zu einem Viertel belegt gewesen, überwiegend mit Stammgästen. "Es geht langsam los", sagte sie. In ein bis zwei Wochen rechne sie mit deutlich mehr Buchungen.

Auch im Hotel Meschenmoser in Langenargen (Bodenseekreis) lief das Geschäft erst langsam an. Besonders ältere Gäste seien mit Buchungen noch zurückhaltend, sagte Silvia Meschenmoser. Noch fehle auch die Möglichkeit, den Urlaub am Bodensee mit Ausflügen nach Österreich und in die Schweiz zu verbinden. Eine höhere Nachfrage zeichne sich für den Sommer ab, sagte sie.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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