Corona in Baden-Württemberg: Mehr als 5300 neue Infektionen am Montag

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg angezogen!

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Ungeimpfte Menschen in Baden-Württemberg müssen sich vom 17. November an auf empfindliche Beeinträchtigungen einstellen.

Mit dem Inkrafttreten der Coronaalarmstufe sind sie von der Teilnahme am öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Nur Geimpfte und Genesene haben jetzt noch Zugang zu Kinos, Museen, Schwimmbädern sowie den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen.

Auch wer in Restaurants oder Cafés nur einen negativen Test vorweisen kann, muss draußen bleiben. Schüler und Schülerinnen müssen wieder Masken am Platz tragen.

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Auch die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte werden weiter verschärft. Treffen sind in der Alarmstufe nur noch für einen Haushalt und eine weitere Person erlaubt. Ausgenommen sind davon Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Mittlerweile gibt es 824.512 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 664.148 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 11.748 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 29. November)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 29. November, 19.57 Uhr: Fußball-Spielbetrieb in Südbaden geht vorzeitig in die Winterpause

Der Vorstand des Südbadischen Fußballverbandes hat beschlossen, mit dem Spielbetrieb in allen südbadischen Alters- und Spielklassen von der Verbandsliga abwärts vorzeitig in die Winterpause zu gehen.

Der Vorstand sieht eine ordnungsgemäße Durchführung des Spielbetriebes unter aktuellen Infektions-Entwicklungen sowie den weiteren bereits geltenden, sowie zu erwartenden Verschärfungen für den Amateursport als nicht mehr möglich an.

Insbesondere die Kurzfristigkeit der Verkündung am Freitagabend durch das Kultusministerium hatte am vergangenen Wochenende für viel Unmut und Unverständnis bei den Vereinen und für einige Spielausfälle gesorgt.

Damit werden ab 30. November 2021 keine Spiele mehr durchgeführt und alle noch in 2021 angesetzten und noch nicht absolvierten Pflichtspiele durch den Verband abgesetzt.

Ein etwaiger Trainingsbetrieb unter den in der aktuellen Corona-Verordnung Sport des Landes Baden-Württemberg genannten Bedingungen steht den Vereinen frei.

Update, 29. November, 17.56 Uhr: Über 5300 neue Infektionen

Das Landesgesundheitsamt meldet am Montag 5383 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 824.512 Menschen angesteckt.

Auch wurden 53 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 11.748.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 511,4.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 511,4. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 511,4. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 29. November, 13.49 Uhr: Lucha will wegen Corona-Lage die Bundesnotbremse noch in dieser Woche

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) fordert die erst vor kurzem ausgelaufene "epidemische Lage nationaler Tragweite" noch in den kommenden Tagen zurück, um in der Corona-Lage über schärfere Maßnahmen entscheiden zu können. Er sprach sich am Montag zudem dafür aus, eine Bundesnotbremse, wie sie von Ende April bis Ende Juni 2021 in Kraft war, ebenfalls in der laufenden Woche zu verhängen. "Dann wäre für alle klar, was gilt", sagte Lucha am Montag dem Deutschlandfunk. Nur in einer erklärten Notlage können Landesregierungen auf einfachem Verordnungsweg weitreichende Maßnahmen ergreifen.

Der Minister erwartet auch weitere Verschärfungen in Baden-Württemberg. Kontakte müssten um 70 bis 90 Prozent zurückgefahren werden, um Krankenhäuser nicht weiter zu überlasten, sagte er und fügte hinzu: "Das müssen wir jetzt signifikant reduzieren. Die Grundbotschaft lautet, Kontakte, die nicht nötig sind, nicht zu machen." Unter anderem könnten Großveranstaltungen abgesagt werden.

Eine bundesweite Impfpflicht hält Lucha außerdem ebenso für unabdingbar wie die schnelle Besetzung des Gesundheitsministeriums in Berlin. Den von der neuen Ampel-Koalition und designierten Bundesregierung angekündigten weiteren Corona-Krisenstab bezeichnete der Minister dagegen also unnötig. "Wir brauchen auch jetzt keinen General unbedingt, der uns sagt, was wir zu tun haben", meinte er.

Die "epidemische Lage nationaler Tragweite" war nach dem Entschluss der Ampelkoalition einen Tag nach Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes im Bund am vergangenen Donnerstag ausgelaufen. Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht keine Lockdown-Maßnahmen mehr vor, bis die epidemische Lage erneut vom Bundestag festgestellt oder das Infektionsschutzgesetz ein weiteres Mal verändert wird.

Er sprach sich am Montag für eine Bundesnotbremse, wie sie von Ende April bis Ende Juni 2021 in Kraft war, aus.
Er sprach sich am Montag für eine Bundesnotbremse, wie sie von Ende April bis Ende Juni 2021 in Kraft war, aus.  © Bernd Weißbrod dpa

Update, 29. November, 6 Uhr: Präsenzlehre an Unis soll trotz Corona weitgehend erhalten bleiben

Die zum Wintersemester verstärkte Präsenzlehre soll nach dem Willen von Hochschulen und Politik trotz steigender Corona-Zahlen nicht wieder in großem Umfang eingeschränkt werden. So heißt es etwa an der Universität Heidelberg, man werde versuchen, möglichst viel Präsenz zu erhalten, aber immer "unter der Maßgabe der dramatischen Situation".

Nach der neuen Coronaverordnung Studienbetrieb ist für den Zutritt zu Hörsälen und Lernräumen ein Nachweis der Impfung oder Genesung von Covid-19 zwingend erforderlich. Allerdings heißt es in einem Schreiben der Heidelberger Universitätsleitung an die Studierenden, dass die Studierbarkeit für alle Fächer weiter gegeben sei. Auch bei einer Impfquote von über 90 Prozent würden manche nicht mehr zu den Präsenzveranstaltungen kommen. Diese müssten auf bewährte Online-Formate oder Hybrid-Angebote zurückgreifen.

Ausnahmen von 2G sind Prüfungen und Praxisveranstaltungen, bei denen Anwesenheit erforderlich ist. In diesen Fällen reicht ein negativer PCR- oder Antigen-Schnelltest aus. Auch für Mensen und Bibliotheken gilt 3G.

Auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) plädiert für den weitgehenden Erhalt des Campuslebens. Die mancherorts über 90 Prozent hohe Impfquote zeige, dass die Studenten das gemeinsame Lernen, den Diskurs und ein Stück weit Normalität wünschten. Bauer: "Wir wollen sie nicht zurück in die Einsamkeit vor den Bildschirmen schicken müssen."

Aus Sicht der Landesrektorenkonferenz der Universitäten (LRK) ist der Universitätsbetrieb wegen hoher Impfquoten sehr sicher. Bisher seien auch keine größeren Ausbrüche bekannt. "Die Ansteckungen, die uns Studierende und Mitarbeitende mitteilen, scheinen im privaten Bereich stattzufinden", heißt es von der LRK.

Die Rektoren sehen aber ein Vermittlungsproblem: Mit Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und der allgemeinen Coronaverordnung des Landes gelte überall Homeoffice, wo es möglich ist. Den Studierenden, die vielleicht vulnerable Angehörige zu Hause haben, die Präsenz schmackhaft zu machen, sei nicht leicht. "Hier müssen wir eine Balance finden", heißt es.

Auch für die Freiburger Studentenvertretung stellt sich die Meinung der jungen Leute "sehr gemischt" dar. Viele legten großen Wert auf Präsenz, andere bewegten sich schon wieder in Richtung virtuelles Lernen, sagte der Referent für Hochschulpolitik Christian Kröper. Er befürchtet, dass das Präsenzangebot eingeschränkt wird. Die psychologische Beratung des Studierendenwerks erreiche angesichts verunsicherter und frustrierter junger Menschen das Kapazitätslimit.

Die Uni-Rektoren setzen trotz aller Widrigkeiten auf das Prinzip Hoffnung: "Wir beginnen, uns auf das Frühjahrssemester 2022 vorzubereiten, das - hoffentlich, hoffentlich - endlich wieder einigermaßen normal werden kann!"

Mit Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und der allgemeinen Coronaverordnung des Landes gelte überall Homeoffice, wo es möglich ist, aber was ist mit Studenten?
Mit Neufassung des Infektionsschutzgesetzes und der allgemeinen Coronaverordnung des Landes gelte überall Homeoffice, wo es möglich ist, aber was ist mit Studenten?  © DPA / Sebastian Gollnow

Update, 28. November, 17 Uhr: 7-Tage-Inzidenz auf über 500

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, wurden in Baden-Württemberg insgesamt 819.129 Fälle und damit 3955 mehr als am Vortag gezählt.

Weitere 12 und damit insgesamt 11.695 Menschen verstarben im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Am Samstag hatte die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche bei 514,7 gelegen, am vorherigen Sonntag bei 454,1. Wie aus den Daten des Landesgesundheitsamts weiter hervorgeht, stieg auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen: von 603 am Samstag auf 617.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag bei 5,94 (Vortag: 5,93). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen ist allerdings in der Regel höher als in der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen. Die vollständigen Werte liegen oft erst nach ein bis zwei Wochen vor.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle steigt auf 819.129.
Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle steigt auf 819.129.  © Oliver Berg/dpa

Update, 28. November, 13.56 Uhr: Bayaz: Wenn sich Corona-Lage ändert, muss man umdenken können

Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) hält es in der Debatte über weitere Corona-Maßnahmen wie Lockdown oder Impfpflicht für besser, politische Entscheidungen entlang der sich verändernden Lage anzupassen.

Es heiße oft "haben wir ausgeschlossen, können wir nicht machen, da geht es um politische Glaubwürdigkeit", schrieb Bayaz am Sonntag auf Twitter. Er fügte hinzu: "In dieser Pandemie ist Dickköpfigkeit aber gefährlicher als Ausgeschlossenes zu kassieren. Vielleicht hilft ja auch Keynes dabei."

Dabei postete Bayaz ein Foto des britischen Ökonomen John Maynard Keynes mit einem Zitat: "When the facts change, I change my mind. What do you do, sir?" (Wenn Tatsachen sich ändern, ändere ich meine Meinung. Was machen Sie, Sir?).

Update, 28. November, 7 Uhr: Kliniken verschieben planbare Operationen

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg verschieben aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen immer mehr sogenannte planbare Operationen. Landesweit werden nach Angaben der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) mittlerweile rund 50 Prozent der planbaren OPs verschoben, wie eine Sprecherin in Stuttgart mitteilte.

Hintergrund ist demnach die hohe Zahl an Covid-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden muss. Das hierfür benötigte Pflegepersonal fehlt für die Nachsorge von Patienten auf einer Intensivstation nach einer planbaren Operation. In der Folge werden immer häufiger Operationen abgesagt oder verschoben.

Zu den planbaren OPs zählen demnach Eingriffe, die nicht einer sofortigen Behandlung bedürfen. Darunter fallen etwa Hüft- oder Kniegelenks-Operationen. Aber auch die Behandlung von Krebspatienten ist demnach durch die Verschiebung von Operationen inzwischen betroffen.

So hat etwa das Uniklinikum Ulm am vergangenen Dienstag angekündigt, ab sofort planbare Behandlungen, soweit medizinisch vertretbar, zu verschieben oder auszusetzen. Am Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart werden nach Angaben des Hauses bereits seit Ende Oktober wieder planbare OPs verschoben. Inzwischen müssten auch Herz- und Tumoroperationen zeitweise verschoben werden, hieß es in Stuttgart. Allein auf der Warteliste der Herzchirurgie befänden sich bereits rund 200 Patienten.

Auch an den Unikliniken in Heidelberg und Freiburg werden planbare Eingriffe mittlerweile wieder verschoben. Am Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen ist dies laut einer Sprecherin bereits seit zwei Wochen der Fall.

Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg verschieben aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen immer mehr sogenannte planbare Operationen. (Symbolbild)
Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg verschieben aufgrund der vielen Covid-Patienten auf Intensivstationen immer mehr sogenannte planbare Operationen. (Symbolbild)  © Jonas Güttler/dpa

Update, 27. November, 19.26 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt bei über 500

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen ist am Samstag in Baden-Württemberg auf 514,7 gestiegen.

Am Freitag hatte sie bei 505,9 gelegen. Wie aus den Daten des Landesgesundheitsamts weiter hervorgeht, stieg auch die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen: von 572 am Freitag auf nun 603. In mehr als jedem vierten Intensivbett in den baden-württembergischen Krankenhäusern liegt inzwischen ein Covid-19-Patient.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz (Krankenhauseinweisungen pro 100.000 Menschen und Woche) lag bei 5,93 (Vortag: 6,2).

Update, 27. November, 15.38 Uhr: Staatsministerium bestätigt Unterstützungsangebote

Das baden-württembergische Staatsministerium bestätigte am Samstag, dass es bereits Unterstützungsangebote aus der Schweiz, der französischen Region Grand Est und der italienischen Region Lombardei gebe.

Regierungssprecher Arne Braun hatte den Badischen Neuesten Nachrichten am Freitag gesagt, Frankreich wolle Covid-Intensivpatienten aus Baden-Württemberg in Kliniken im Elsass aufnehmen.

Die Landesregierung sei dankbar für dieses Angebot. Es sei zunächst noch nicht zu so einer Verlegung gekommen, es könne aber gut sein, dass man das Angebot annehmen müsse.

Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren französische Covid-Intensivpatienten nach Baden-Württemberg verlegt worden.

Update, 27. November, 13.37 Uhr: Womöglich Verlegungen von Intensivpatienten ins Ausland

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus.

"Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen", sagte Dahmen der Welt am Sonntag. "Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Dahmen schätzt, dass bundesweit über zivile und militärische Rettungshubschrauber und Ambulanzflugzeuge gerade einmal 25 bis 50 Patienten gleichzeitig verlegt werden können. Er forderte Gespräche mit privaten Luftrettungsbetreibern über Kapazitätserweiterungen. Die Luftwaffe der Bundeswehr beteiligt sich seit Freitag erstmals an der Verlegung von Corona-Intensivpatienten innerhalb Deutschlands.

Hermann Schröder, der die Abteilung Krisenmanagement im baden-württembergischen Innenministerium sowie den Arbeitskreis Rettungswesen in der Innenministerkonferenz leitet, bestätigte, dass es bei den aktuell 80 Verlegungen lediglich um Fälle geht, "die jetzt notwendig" seien.

"Wir können es aktuell nicht ausschließen, dass Patienten auch ins Ausland verlegt werden müssen", sagte er Welt am Sonntag.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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