Coronavirus im Norden: Mehrere Infektionen in Schulen und Kita

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen seit ein paar Tagen wieder deutlich an.

Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.
Polizisten kontrollieren das Alkoholverbot in der Schanze.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5849 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3768 Fälle bekannt, in Bremen 1831, in Mecklenburg-Vorpommern 970 und in Niedersachsen 15.299. (Stand 14. August, 19.11 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 14. August, 19.11 Uhr: 24 neue Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein

Kiel - In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Corona-Infizierten innerhalb eines Tages um 24 gestiegen. Wie die Landesregierung am Freitag mitteilte, wurden bisher - Stand Freitagabend - insgesamt 3768 Corona-Fälle im nördlichsten Bundesland registriert. 

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben 158 Menschen, diese Zahl hat sich nicht erhöht. Im Krankenhaus werden 24 Corona-Patienten behandelt - vier mehr als einen Tag zuvor. 

Rund 3300 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten laut Landesregierung inzwischen als genesen.

Update, 14. August, 19.11 Uhr: Elf neue Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag elf weitere Corona-Infektionen registriert worden. Damit ist die Zahl der landesweit nachgewiesenen Fälle auf 970 gestiegen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. 

Die neuen Fälle traten in den Landkreisen Nordwestmecklenburg (5), Mecklenburgische Seenplatte (2), Rostock (1) und Vorpommern-Rügen (1) sowie in der Landeshauptstadt Schwerin (2) auf.

Die Zahl der Menschen, die im Nordosten im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, blieb bei 20. Als genesen gelten schätzungsweise 857 der Infizierten. 

In den vergangenen sieben Tagen wurden landesweit 40 Neuinfektionen gemeldet.

Update, 14. August, 17.37 Uhr: Zahl der neuen Corona-Fälle an Hamburgs Schulen weiter niedrig

Hamburg - Die Zahl der neuen Corona-Fälle an Hamburgs Schulen ist weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Insgesamt seien am Freitag sieben neue Fälle gemeldet worden, teilte eine Sprecherin der Schulbehörde auf Nachfrage mit. Betroffen seien sechs der 471 staatlichen und privaten Schulen der Hansestadt Schulen.

Lediglich in einem Fall - bei der Stadtteilschule Altona - müssen den Angaben zufolge zwei Klassen und die Klassenlehrerin in Quarantäne. In allen anderen Fällen gibt es entweder keine größeren Auswirkungen auf den Schulbetrieb oder noch keine Rückmeldungen über Maßnahmen des Gesundheitsamts. 

Insgesamt besuchen derzeit 256.890 Kinder und Jugendliche in Hamburg eine Schule.

Update, 14. August, 17.25 Uhr: 17-jähriger Maskenverweigerer schlägt Frau in Aufzug

Hamburg - Weil er in einem Aufzug trotz Aufforderung keine Maske tragen wollte, hat ein Pizzalieferant eine 54-Jährige in Hamburg angegriffen. Der 17-Jährige war danach zunächst geflüchtet, aber später von der Polizei identifiziert worden, wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte. 

Der Mann hatte ohne Gesichtsmaske den Aufzug in einem Hochhaus im Stadtteil Harvestehude betreten, während die Frau sich darin befand. Sie forderte ihn auf, eine Maske aufzusetzen, er weigerte sich. 

Als sie ihm drohte, sich bei seinem Vorgesetzten zu beschweren und daraufhin ihr Handy zückte, um ihn zu fotografieren, schlug er ihr demnach mit der flachen Hand ins Gesicht. Zudem versuchte er, ihr das Handy aus der Hand zu schlagen. Anschließend habe er bei der Tat Anfang August weitere Male auf sie eingeschlagen, hieß es.

Die Beamten konnten den Jugendlichen schließlich über den Pizzalieferdienst identifizieren. Gegen ihn sei in der Vergangenheit schon mehrfach wegen Körperverletzung ermittelt worden, sagte der Sprecher.

Update, 14. August, 15.59 Uhr: Corona-Fall in Kita in Uetersen

Uetersen - Wegen eines corona-infizierten Kindes in einer Kita in Uetersen (Kreis Pinneberg) sind mehr als 40 Kinder und vier Erzieherinnen vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Es sind eine Elementargruppe und weitere Kinder einer anderen Gruppe betroffen, die gemeinsam im Freien gespielt hatten, wie die Kreisverwaltung Pinneberg am Freitag mitteilte. Die restlichen Gruppen könnten - teilweise mit erhöhten Hygiene-Auflagen - weiterlaufen. Die Krippengruppe bleibt geöffnet.

Die Familie des infizierten Kindes war den Angaben zufolge aus dem Urlaub in einer nicht vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet benannten Region im Balkan nach Deutschland zurückgekehrt. "Es bestand also keine Quarantäne- oder Testpflicht", hieß es. Dem Kind gehe es gut. Die Testergebnisse aller anderen Familienmitglieder seien negativ. Die Kita-Leitung hatte die Familie - alle ohne Symptome - vorsichtshalber zur Testung geschickt.

Eine Übersicht, wie viele Kitas in Schleswig-Holstein von Corona-Fällen betroffen sind, gibt es nicht. "Wir erfassen das nicht, das ist Angelegenheit der Regionen", sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Update, 14. August, 15.27 Uhr: Corona-Fall an Schule in Schönberg bei Lübeck

Schönberg/Lübeck - An der Regionalen Schule in Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) nahe Lübeck gibt es einen Corona-Fall. Ein zwölfjähriges Kind sei positiv getestet worden, teilte der Landkreis am Freitag mit. Kurz zuvor war eine Infektion an einer Schule in Schwerin bekannt geworden.

Die fünften und sechsten Klassen der Regionalen Schule in Schönberg vor den Toren Lübecks - zusammen 110 Kinder - sowie sechs Lehrer und ein Betreuer müssen nun vorsorglich zu Hause bleiben, wie es hieß. Alle betroffenen Lehrer und Schüler sollen am Montag getestet werden. Die zweiwöchige Quarantäne soll aber auch dann bestehen bleiben, wenn alle diese Tests negativ ausfallen.

Das Kind hat sich nach bisherigen Erkenntnissen wahrscheinlich im Familienkreis mit dem Coronavirus angesteckt. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) appellierte an die Bevölkerung, weiterhin Abstand zu halten und Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen, wo es angeordnet ist. 

"Ein infizierter Fall, über 100 Menschen in Quarantäne: Das zeigt, wie schnell es gehen kann", sagte sie.

Update, 14. August, 14.02 Uhr: Datenschützer kritisiert Umgang mit Kontaktformularen

Hamburg - Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar beklagt einen weiter zu laxen Umgang mit Corona-Kontaktformularen in Gaststätten. 

Bei einer Kontrolle im Juni seien bei einem Drittel der 100 kontrollierten Gewerbe- und Gaststättenbetriebe frei zugängliche Listen gefunden worden. Und eine nun erfolgte Nachschau habe gezeigt, dass etwa ein Siebtel der Betriebe die Kontaktdatenerfassung auch nach behördlicher Ansprache immer noch fehlerhaft durchführt, erklärte Caspar am Freitag.

Woran die datenschutzkonforme Umsetzung gescheitert sei, hätten die betroffenen Gaststättenbetreiber nicht plausibel darlegen können. "Bedauerlicherweise haben sich die Betriebe auch in der Nachkontrolle nicht einsichtig gezeigt." Gegen sie würden nun Bußgeldverfahren eingeleitet.

Den Datenschutzbeauftragten erreichten nahezu täglich Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern über Restaurants mit offenen Kontaktlisten. Teilweise werde auch vom Missbrauch der Telefonnummern für Flirt-Nachrichten oder ähnliche private Zwecke berichtet. 

Caspar appellierte daher an alle Gaststättenbetreiber: "Bitte behandeln Sie die Kontaktdaten vertraulich." Die Regeln zum Datenschutz seien keine unverbindlichen Empfehlungen.

Update, 14. August, 13.14 Uhr: Schweriner Schule bleibt nach Corona-Fall geöffnet

An der Werner-von-Siemens-Schule in Schwerin ist ein Schüler mit Corona infiziert. (Symbolbild)
An der Werner-von-Siemens-Schule in Schwerin ist ein Schüler mit Corona infiziert. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin - Ein Schüler der Werner-von-Siemens-Schule in Schwerin ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Der Siebtklässler sowie 42 Mitschüler und Lehrer, die mit ihm Kontakt hatten, seien in Quarantäne geschickt worden, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Die Schule bleibe geöffnet.

"Die übrigen Schüler und Lehrer, die nicht vom Gesundheitsamt informiert worden sind, gelten auch nicht als Kontaktperson ersten Grades und müssen nicht in Quarantäne", erklärte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). 

Die Familie des Schülers habe sich nach Bekanntwerden eines Corona-Falles im privaten Umfeld vorbildlich verhalten und damit eine größere Ausbreitung verhindert.

Update, 14. August, 12.53 Uhr: Urlauber können Corona-Test selbst buchen

Hannover - Reiserückkehrer können in Niedersachsen ab Freitagnachmittag selbst einen Corona-Test buchen. Das gab die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) bekannt. 

"Das heißt, wenn man als Reiserückkehrer auf einen Test zurückgreifen möchte, kann man sich online bei der KVN in das entsprechende Testzentrum einbuchen", sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Oliver Grimm, in Hannover. Zuvor lief das über die Hausärzte.

"Die Termine werden in einem Zeitrahmen von 72 Stunden vergeben - danach verfällt ohnehin der Anspruch für Rückkehrer aus dem Ausland auf einen kostenlosen Test", so die KVN. Auch für mehrere Personen, etwa eine ganze Familie, können Termine gebucht werden.

Wie bereits am Flughafen in Hannover erhielten die Betroffenen dann entweder direkt beim Test oder später per E-Mail einen Zugangscode zur jeweiligen Webseite des Labors, erklärte Grimm.

Mit diesem Zugangscode könnten die getesteten Personen ihr Ergebnis herunterladen und als PDF ausdrucken. Grundsätzlich stehe auch immer der Weg zum Hausarzt offen, um dort einen Test zu beantragen, sagte Grimm.

Update, 14. August, 12.06 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg um 29 gestiegen

Hamburg - Die Zahl der registrierten Corona-Infizierten in Hamburg ist am Freitag um 29 gestiegen. Am Tag zuvor waren es 47, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. 

Seit Beginn der Pandemie wurden damit 5849 Menschen in Hamburg positiv auf das Virus getestet. Rund 5100 davon können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen werden. 

In Hamburger Krankenhäusern werden demnach unverändert 21 Menschen behandelt. Ebenfalls wie bisher liegen acht von ihnen auf Intensivstationen. Letzten Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf zufolge starben in Hamburg bisher 231 Menschen an Covid-19. 

Hamburg liegt damit nach wie vor deutlich unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte. Gegenwärtig liege der Wert bei 13,5 - nach 16,3 am Vortag.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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