Nachverfolgung von Corona-Kontakten? Deutscher Virologe findet das "sinnlos"

Köln – Die Kontakt-Nachverfolgung nach Corona-Infektionen ist aus Sicht eines Virologen nicht mehr angemessen.

Klaus Stöhr (63) ist der Meinung, dass eine Kontakt-Nachverfolgung künftig keinen Sinn mehr ergebe. Gesundheitsämter könnten die Flut nicht mehr bewältigen.
Klaus Stöhr (63) ist der Meinung, dass eine Kontakt-Nachverfolgung künftig keinen Sinn mehr ergebe. Gesundheitsämter könnten die Flut nicht mehr bewältigen.  © imago/teutopress

"Von der Inzidenz her ist es von den Gesundheitsämtern nicht mehr zu stemmen", sagte der Wissenschaftler Klaus Stöhr (63) in dem Podcast "Die Wochentester" des Kölner Stadt-Anzeigers und des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

"Wenn ein Großteil der Bevölkerung mild und asymptomatisch infiziert ist und Antikörper hat, wird eine sogenannte Kontaktnachverfolgungs-Quarantäne sinnlos", so der frühere Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die WHO Europa hatte unter Berufung auf eine Hochrechnung davor gewarnt, dass sich in zwei Monaten schon über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnten.

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Dabei erwarten Experten, dass sich auch viele Geimpfte und Geboosterte zumeist asymptomatisch infizieren. Das wäre eigentlich der beste Weg aus der Pandemie, sagte Stöhr im Podcast mit Blick auf den dann eintretenden Immunschutz.

"In der Reihenfolge sich erst impfen lassen und dann sich infizieren. Das kann man nicht provozieren und kann man auch nicht steuern das Infizieren, aber das Impfen kann man", sagte Stöhr. Vor wenigen Tagen noch prophezeite Klaus Stöhr im Interview mit Antenne Thüringen, dass die Corona-Pandemie im Sommer 2022 für viele ein Ende habe.

Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland

"Die Kombination aus Impfschutz und Infektion ist eigentlich der Weg – und dass sich so viele Menschen infizieren werden, ist sehr wahrscheinlich."

Titelfoto: imago/teutopress

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