Halloween-Proteste in ganz Deutschland: "Gen Z" erklärt in Brandbrief an Merz Hintergründe zum Aufruf
Deutschland - Nachdem die Initiative "Gen Z regelt" zu zahlreichen Demos an Halloween aufgerufen hat, ist die Sorge groß, dass die Protestwelle aus Frankreich auch nach Deutschland überschwappen könnte. In einem offenen Brief an die Bundesregierung hat die Gruppe nun ihre Beweggründe dargelegt.
"Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz, sehr geehrte Bundesregierung, es reicht uns!", beginnt das Schreiben, das "Gen Z regelt" auf der Plattform für Online-Petitionen "innn.it" veröffentlicht hat.
Zu der Initiative zählen laut eigener Aussage Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende und junge Berufstätige. Damit sei man "die Zukunft dieses Landes", heißt es weiter. "Und wir können nicht länger dabei zusehen, wie Sie unsere Zukunft verspielen. Ihre Sparpolitik nimmt uns jede Hoffnung."
Die Forderung der Bewegung ist daher klar: "Hören Sie uns endlich zu!" Schließlich erlebe aktuell eine gesamte Generation - zur "Gen Z" zählen je nach Definition die Geburtsjahrgänge 1995 bis 2010 -, "dass sie nur gebraucht, aber nie gefördert wird." Dadurch gehe "das Vertrauen in die Demokratie" verloren, heißt es in dem offenen Brief.
Beispielhaft dafür nennt die Gruppe neben den maroden Schulgebäuden und dem akuten Lehrermangel in Bildungseinrichtungen die Klimakrise, die Kriege in Europa, die steigenden Lebenshaltungskosten sowie die Wiedereinführung der Musterung.
Prominente Unterstützung für "Gen Z"-Proteste
Das alles habe die Regierung zugelassen, "ohne dass Sie uns zuhören, unsere Ängste ernst nehmen und Einwände einbeziehen".
Und mehr noch: Anstatt die jungen Menschen zu unterstützen, "kürzen Sie weiter und weiter auf unserem Rücken. Die Renten von morgen. Die Fachkräfte, die überall fehlen. Programme der Kinder- und Jugendhilfe, die Sie uns streichen."
Neben einer größeren finanziellen Unterstützung für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie will "Gen Z regelt" daher am Samstag auch für ein bezahlbareres Leben, eine gerechtere Lastenverteilung zwischen allen Generationen, den Schutz der Grundrechte sowie einen konsequenten Klimaschutz einstehen und gegen die Einführung der Wehrpflicht demonstrieren.
Insgesamt wurde dafür in über 20 deutschen Städten zu Protestveranstaltungen aufgerufen, darunter etwa in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, Leipzig und Dresden. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes zählen unter anderem die Co-Vorsitzende der Linken im Bundestag Heidi Reichinnek (38), Musiker Bela B (63), Journalist und Bestseller-Autor Marc Raschke (50) sowie die ehemalige Grünen-Chefin Ricarda Lang (32).
Titelfoto: Bildmontage: Sven Hoppe/dpa, Sven Kaeuler/dpa

