Von Antonia Sawallisch
Hamburg - Nach den Protesten in Frankreich, Italien und Belgien gehen am Samstag auch in Hamburg Jugendliche auf die Straße. In anderen deutschen Städten sind ebenfalls Aktionen geplant. Die Hamburger Polizei hat angekündigt, konsequent gegen "Krawallmacher" vorzugehen.
Wer demonstriert und warum?
Aufgerufen zu den Protesten hat im Internet die Initiative "Gen Z regelt". In einem auf der Website veröffentlichten Positionspapier heißt es: "Wir sind junge Menschen, die nicht länger wollen, wie über ihre Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden."
Die Initiative fordert mehr Geld für das Schulsystem, konsequenten Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und spricht sich gegen eine Wehrpflicht aus.
Was ist in Hamburg geplant?
In Hamburg ist von 14 Uhr an eine Kundgebung am Jungfernstieg geplant, wie es auf der Website der Initiative heißt. Auf der Homepage haben bis Dienstagnachmittag nahezu 9.000 Menschen ihre Teilnahme angekündigt.
Allerdings teilte die Polizei zuvor abweichend mit: "Eine eigene, der Gen-Z-Bewegung zuzurechnende Versammlung findet nach den letzten Erkenntnissen nicht statt." Ursprünglich sei eine Versammlung angemeldet gewesen.
Stattdessen habe nun eine Privatperson unter dem Motto "Gegen Wehrpflicht" eine Demonstration angemeldet, berichtete ein Sprecher. Diese solle vom Jungfernstieg über die Mönckebergstraße zum Lohmühlenpark ziehen. Der Anmelder erwartet demnach 1000 bis 2000 Teilnehmende.
Es habe offenbar Gespräche zwischen dem Anmelder der Demonstration "Gegen Wehrpflicht" und dem Anmelder der ursprünglichen Versammlung gegeben, teilte die Polizei mit.
Sie geht davon aus, dass potenzielle Teilnehmer der Gen-Z-Protestbewegung sich der anderen Demonstration anschließen könnten. Wie viele Menschen am Samstag tatsächlich protestieren werden, ist unklar.
Initiative Gen Z fordert friedlichen Protest
Wie bereitet sich die Polizei vor?
Die Polizei verfolge die aktuellen Entwicklungen sehr wachsam, sagte ein Polizeisprecher. Es zeichne sich ab, dass sie ein Großaufgebot mit mehreren Hundertschaften stellen werde. Auch Drohnen sollten zum Einsatz kommen. Die Polizei erwartet dennoch einen weitgehend störungsfreien Verlauf der Demonstrationen.
Der Sprecher kündigte an, gegen gewaltbereite Teilnehmer hart vorzugehen: "Krawallmacher werden wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln aus ihrer vermeintlichen Anonymität holen und sehr konsequent gegen solche Straftäter vorgehen."
Wie steht die Protestbewegung zu Gewalt?
Während der Proteste in Frankreich und Italien kam es wiederholt zu Ausschreitungen. Die Initiative "Gen Z regelt" ruft auf der Website zu einem friedlichen Protest auf und spricht sich gegen jede Form von Gewalt aus.
"Nur friedlich können wir gemeinsam etwas erreichen", heißt es dort.
Erstmeldung: 6.37 Uhr, aktualisiert: 20.01 Uhr