Nach "Gen Z regelt"-Demo: 129 Menschen in Hamburg festgenommen
Von Markus Klemm
Hamburg - Bei den Auseinandersetzungen zwischen Randalierern und der Polizei im Anschluss an eine weitgehend störungsfreie Jugenddemo mit rund 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind 129 Menschen vorläufig festgenommen worden.
Darüber hinaus seien in acht Fällen Personen zur Verhinderung von Straftaten vorsorglich in Gewahrsam genommen worden, hieß es in einer ersten vorläufigen Bilanz der Polizei.
Die Festnahmen erfolgten den Angaben zufolge wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, nachdem Einsatzkräfte wiederholt beworfen worden seien. Unter den Festgenommenen befanden sich 43 Jugendliche, die nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an ihre Erziehungsberechtigten übergeben worden seien.
77 Erwachsene wiederum seien zur polizeilichen Gefangenensammelstelle gebracht worden. Darüber seien 85 Aufenthaltsverbote und 18 Platzverweise ausgesprochen worden.
Die "Gen Z regelt"-Initiative hatte am Samstag in ganz Deutschland zu Aktionen aufgerufen. Demonstriert wurde für mehr Geld für das Schulsystem, konsequenten Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen eine Einführung der Wehrpflicht.
In Hamburg lief die Situation im Anschluss in der Nähe des Hauptbahnhofs aus dem Ruder. Es wurden Böller gezündet, Straßenabsperrungen aus den Verankerungen gerissen und angezündet, Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik beworfen.
Zwölf Polizisten verletzt: Aktuell 40 Strafanzeigen gefertigt
Nach Polizeiangaben wurden bislang rund 40 Strafanzeigen gefertigt. Diese würden unter anderem Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, den Verdacht des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs, gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz umfassen.
Von den rund 1300 Einsatzkräften seien zwölf verletzt worden – vornehmlich durch den Bewurf mit Gegenständen, darunter auch Pyrotechnik.
Innensenator Andy Grote (58, SPD) sprach von einem "umsichtigen und gleichzeitig konsequenten Vorgehen" der Einsatzkräfte. "Die Polizei hat sich sehr intensiv und professionell auf diesen schwierigen Einsatz vorbereitet und ihr Einsatzkonzept mit starken Kräften sowohl im Rahmen des Versammlungsgeschehens als auch im Nachgang bis tief in die Halloween-Nacht erfolgreich umgesetzt", sagte der SPD-Politiker.
Es sei gerade der sehr hohen Präsenz und dem schnellen Vorgehen der Einsatzkräfte zu verdanken, dass es nicht zu größeren Ausschreitungen oder Plünderungen wie in anderen Städten gekommen sei.
Gleichzeitig nannte er Angriffe auf Einsatzkräfte und gewalttätige Vorfälle nach der weitgehend friedlich verlaufenden Versammlung vollständig inakzeptabel. "Friedlicher Protest jeder Art wird von der Polizei geschützt. Gleichzeitig muss jeder Gewalttäter damit rechnen, zur Verantwortung gezogen zu werden", sagte Grote.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

