Protest gegen Aufrüstung: "Rheinmetall entwaffnen" blockiert Kölner Kaserne

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Christoph Driessen

Köln - Mitglieder des Antikriegs-Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen" haben in Köln zeitweise eine Bundeswehr-Kaserne blockiert und sich in Bonn vor einer Rheinmetall-Niederlassung festgeklebt.

Die Polizei löste in Köln eine Versammlung des Antikriegs-Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen" auf.
Die Polizei löste in Köln eine Versammlung des Antikriegs-Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen" auf.  © Thomas Banneyer/dpa

In Köln löste die Polizei die Versammlung auf. Der Grund dafür sei, dass einige Teilnehmer ihre Vermummung nicht abgenommen hätten und kein Versammlungsleiter benannt worden sei, sagte ein Polizeisprecher.

Widerstand gab es demnach nicht. Niemand sei festgenommen oder in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei leitete Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ein. Die Teilnehmer der Blockadeaktion erhielten Platzverweise. Die Aufnahme der Personalien dauerte am Mittag noch an. 

Es gebe zu wenige Lehrer, zu wenige Kindergartenplätze, zu wenige Frauenhäuser, weil das ganze Geld in die Rüstung fließe. Dagegen richte sich der Protest.

Unangemeldete Demo eskaliert: Einsatzkräfte von Vermummten mit Pyro beschossen
Demonstrationen Unangemeldete Demo eskaliert: Einsatzkräfte von Vermummten mit Pyro beschossen

Die Demonstranten hatten die Zufahrt zur Lüttich-Kaserne blockiert. Die Funktions- und Dienstfähigkeit der Kaserne sei durch die Blockade nicht beeinträchtigt worden, teilte die Polizei mit.

Camille Dietrich, Sprecherin des Antikriegs-Bündnisses "Rheinmetall entwaffnen", sagte, die Aktion sei ein Signal gegen die Rolle der Bundeswehr im Prozess der immer stärkeren Aufrüstung. Es gebe zu wenige Lehrer, zu wenige Kindergartenplätze, zu wenige Frauenhäuser, weil das ganze Geld in die Rüstung fließe. Dagegen richte sich der Protest.

Weiterer Protest in Bonn

Die Beamten hatten in Köln und Bonn einiges zu tun.
Die Beamten hatten in Köln und Bonn einiges zu tun.  © Thomas Banneyer/dpa

Bei dem zweiten Protest in Bonn klebten sich nach Polizei-Angaben knapp zehn Aktivisten auf der Zufahrt zu einer Niederlassung des Rüstungskonzerns Rheinmetall fest.

Am Nachmittag sagte ein Polizeisprecher, die Beteiligten seien vom Boden gelöst worden, nun würden auch hier noch die Personalien aufgenommen.

Dietrich sagte, die Bonner Aktivisten gehörten zu "Peacefully Against Genocide". Mit der Aktion sollten deutsche Waffenlieferungen an Israel angeprangert werden, die für den "Völkermord am palästinensischen Volk" genutzt würden.

Nach Schuss auf 14-Jährigen: Münchner gehen gegen Polizeigewalt auf die Straße
Demonstrationen Nach Schuss auf 14-Jährigen: Münchner gehen gegen Polizeigewalt auf die Straße

"Rheinmetall entwaffnen" veranstaltet derzeit in Köln ein Protestcamp mit mehreren hundert Teilnehmern. Teil des Programms sind auch mehrere Demonstrationen.

Erstmeldung 11.39 Uhr, Update 15.53 Uhr.

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa

Mehr zum Thema Demonstrationen: