Bahnlinie Pirna-Sebnitz vor dem Aus? Bürger kämpfen für den Erhalt ihrer Zugverbindung
Sebnitz - Monatelang war der Bahnhof Sebnitz wegen Bauarbeiten gesperrt, seit Anfang Oktober rollen wieder Züge. Doch nun droht der RB71 zwischen Pirna und Sebnitz das Aus. Eine Petition setzt sich für den Erhalt der wichtigen Bahnverbindung ein.
Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hatte Anfang Oktober angekündigt, sein Angebot im Schienenverkehr einschränken zu müssen. Erste Änderungen treten bereits ab dem 13. Dezember in Kraft.
Davon betroffen sind unter anderem die S-Bahn-Linie S3, auf der künftig die Verbindung zwischen Tharandt und Freiberg entfällt, sowie die RB45. Auf dieser Linie wird das Zugangebot zwischen Döbeln und Elsterwerda reduziert.
Doch damit könnten die Einschnitte noch nicht beendet sein: Auch die Regionalbahn RB71 zwischen Pirna und Sebnitz steht auf der Streichungsliste.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Strecke gibt es zwar noch nicht. Allerdings gehört die Verbindung zu den Linien, bei denen eine vollständige Einstellung des Zugverkehrs im Raum steht.
Weitere Überlegungen betreffen zusätzliche Fahrten auf der S-Bahn-Linie S1 zwischen Meißen und Schöna sowie die Sonntagsverbindungen der S2 zwischen dem Flughafen und Pirna.
Petition für den Erhalt der RB71 erhält breite Unterstützung
Hinter den geplanten Einschränkungen stehen vor allem die gestiegenen Trassenpreise. Diese Gebühren müssen Eisenbahnunternehmen entrichten, wenn sie das Schienennetz nutzen. Allein für das Jahr 2026 rechnet der Zweckverband mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 8,8 Millionen Euro.
Der Verkehrsverbund sieht sich dadurch zu Einschnitten gezwungen. "Uns bleibt daher keine andere Wahl, als die bei den Bahngesellschaften bestellten Leistungen zu reduzieren", erklärt der VVO.
Gegen eine mögliche Einstellung der RB71 regt sich inzwischen jedoch Widerstand. Mit der Online-Petition "RB71 erhalten - Schienenverkehr zwischen Pirna, Lohmen, Neustadt und Sebnitz sichern!" wollen Unterstützer auf die Bedeutung der Strecke aufmerksam machen und sich für ihren Fortbestand einsetzen.
Die Initiatoren warnen davor, dass eine Streichung die Erreichbarkeit der betroffenen Orte erheblich beeinträchtigen würde. Gerade für Menschen, die regelmäßig auf Bus und Bahn angewiesen sind, hätte der Wegfall der Verbindung weitreichende Folgen. "Die RB71 ist wesentlicher Teil der Infrastruktur unserer Region - und damit ein Teil unserer Zukunft", heißt es.
Die Petition stößt bereits auf Resonanz: Mehr als 3200 Menschen haben sich bislang mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der RB71 ausgesprochen.
Titelfoto: Bildmontage: Daniel Förster, Max Patzig

