DB-Fahrplanwechsel in Hessen: Diese Fernverbindungen sind neu, diese fallen weg

Von Jens Albes

Frankfurt am Main - Mit dem Bahnfahrplan 2027 bekommt Hessen einerseits neue Fernverbindungen, verliert aber andererseits zumindest zeitweise bestehende Verbindungen.

Der neue Fahrplan tritt am 13. Dezember 2026 in Kraft. Tickets können schon von diesem Donnerstag (14. Oktober) an gebucht werden. Die Preise bleiben laut der Deutschen Bahn insgesamt stabil. 

Auch 2027 werde "auf Rekordniveau gebaut" - mit bestmöglichen Ersatzkonzepten. "Trotzdem sind leider immer wieder temporär veränderte Ziele, längere Fahrzeiten und reduzierte Verbindungen nicht zu vermeiden", gestand die Bahn ein.

Das betreffe beispielsweise teils die raschesten Verbindungen zwischen Frankfurt und Berlin. Das deutsche Schienennetz gilt vielerorts als sanierungsbedürftig.

Künftig gibt es unter anderem wieder eine tägliche ICE-Direktverbindung von Frankfurt zur Mecklenburgischen Seenplatte und zur Ostseeküste. (Archivbild)  © Andreas Arnold/dpa

Auf folgende Fahrplan-Änderungen müssen sich die Menschen in Hessen einstellen

  • Auf der Achse Frankfurt–Kassel–Braunschweig–Berlin fahren ganzjährig statt des gewohnten stündlichen ICE-Takts baubedingt nur noch alle zwei Stunden ICE von Stuttgart/Frankfurt nach Braunschweig/Wolfsburg. Die zweistündliche ICE-Linie Schweiz–Frankfurt–Berlin leitet die Bahn stattdessen via Erfurt und Halle um.
  • Während der geplanten Sperrung der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main zwischen 15. Mai und 19. Juli 2027 sind der Bahn zufolge nur noch stündliche ICE-Fahrten ohne Halt zwischen Frankfurt-Hauptbahnhof und Köln Messe/Deutz mit 75 Minuten längerer Fahrzeit möglich. Andere Linien entfallen. Für Limburg Süd und Montabaur ist ein Ersatzverkehr mit Bussen nach/von Köln und Frankfurt-Flughafen vorgesehen. 
  • Nach einem Jahr Pause gibt es laut Bahn künftig wieder eine tägliche ICE-Direktverbindung zur Mecklenburgischen Seenplatte und zur Ostseeküste. Der rasche Zug fährt zum Beispiel künftig um 11.15 Uhr ab Frankfurt und 13.12 Uhr ab Fulda umsteigefrei nach Waren an der Müritz (Ankunft 17.56 Uhr), Rostock und Warnemünde (19.02 Uhr). Der ICE in der Gegenrichtung startet um 10.53 Uhr in Warnemünde und erreicht Fulda um 16.47 Uhr und Frankfurt um 17.44 Uhr.
  • Nach der sogenannten Korridorsanierung zwischen Nürnberg, Regensburg und Passau gibt es laut Bahn vom 19. Dezember an wieder "schnelle Direktverbindungen" nach Linz und Wien, auch "am Tagesrand": So fährt etwa ein ICE um 18.19 Uhr ab Frankfurt von Sonntag bis Freitag über Passau bis Linz (Ankunft 23.34 Uhr) und Wien (1.03 Uhr). Neu verkehrt von Montag bis Samstag auch ein ICE von Wien (4.57 Uhr) und Linz (6.26 Uhr) nach Frankfurt (11.37 Uhr).
  • Ebenfalls nach fast einem Jahr baubedingter Pause fährt in Kassel wieder ein ICE täglich umsteigefrei beispielsweise via Ansbach, Augsburg und Rosenheim nach Innsbruck. Abfahrt in Kassel ist um 15.38 Uhr, Ankunft in Innsbruck um 21.18 Uhr. Zurück geht es um 8.42 Uhr, Ankunft in Kassel aus Tirol ist um 14.22 Uhr. Zudem fährt neu ganzjährig ein weiterer ICE freitags nach Innsbruck und sonntags zurück.

Von Frankfurt direkt an den Bodensee und nach Tirol

Auch an den Bodensee und nach Tirol wird es mit dem Fahrbahnwechsel von Frankfurt und Darmstadt aus wieder direkt mit dem ICE gehen. (Archivbild)  © Boris Rössler/dpa
  • Auch ab Frankfurt und Darmstadt geht es nach einem Jahr Pause wieder am Wochenende direkt zum Bodensee und nach Landeck-Zams in Tirol. Der ICE startet um 6.11 Uhr ab Frankfurt und 6.30 Uhr ab Darmstadt weiter nach Ravensburg, Friedrichshafen (an 10.04 Uhr), Lindau-Reutin, Bregenz und Landeck (an 12.44 Uhr). Retour geht es samstags und sonntags um 15.14 Uhr ab Landeck-Zams und Friedrichshafen (17.59 Uhr) nach Darmstadt (21.34 Uhr) und Frankfurt (21.56 Uhr). Das ICE-Zugpaar (Hin- und Rückfahrt) fährt nur bis zum 4. April an den Bodensee und nach Tirol. 
  • Abends ist ein ICE ab Bensheim (17.13 Uhr) und Darmstadt (17.27 Uhr) neu über Frankfurt hinaus als Sprinter nonstop nach Hannover (an 20.17 Uhr) und Hamburg (an 21.37 Uhr) unterwegs.
  • Von einer neuen nächtlichen ICE-Fahrt von Hamburg (0.06 Uhr), Lüneburg, Uelzen, Celle und Hannover nach Frankfurt sollen insbesondere Kassel (ab 5.30 Uhr), Fulda (6.00 Uhr) und Hanau (6.51 Uhr) profitieren. Diese hessischen Städte erhalten dadurch auch eine frühe Direktverbindung nach Frankfurt (an 7.15 Uhr), Mannheim (an 7.57 Uhr) und Stuttgart (an 8.38 Uhr). Bisher fuhr dieser ICE laut Bahn nur morgens von Frankfurt nach Stuttgart.
  • Dafür entfällt nach ihren Angaben der "insgesamt schwächer nachgefragte" frühe Sprinter um 6.23 Uhr ab Hamburg nach Frankfurt Flughafen (an 10.18 Uhr). Insgesamt werden die Sprinterfahrten Hamburg–Frankfurt baubedingt ganzjährig veränderte An- und Abfahrtszeiten haben.
  • Die IC-Linie Münster/Dortmund–Siegen–Bad Nauheim–Frankfurt wird der Bahn zufolge offiziell eingestellt, nachdem sie baubedingt seit Ende April 2026 schon nicht mehr verkehrt. "Auf der Linie fuhren insgesamt zu wenige Fernverkehrskunden", hieß es. Fernreisende zwischen Frankfurt und Westfalen seien über die Schnellfahrstrecke via Köln rascher unterwegs. Der Nahverkehr profitiere von neuen Regionalexpress-Verbindungen.

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