Feueralarm in ICE! Rund 500 Reisende sitzen plötzlich auf freier Strecke fest
Adelheidsdorf - Zwischen Hannover und Celle (Niedersachsen) kam ein ICE mit rund 500 Fahrgästen mitten auf der Strecke zum Stehen. Im Bereich der Stromverteilung des voll besetzten Zuges soll ein Feuer ausgebrochen sein!
Gegen 18.52 Uhr ging der Notruf ein, teilte die Feuerwehr mit. Der ICE befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa acht Kilometer vom Hauptbahnhof Celle entfernt im Bereich Dasselsbruch (Gemeinde Adelheidsdorf) zwischen Celle und Großburgwedel.
Die erste Meldung, dass ein Feuer ausgebrochen sei, ließ zunächst Schlimmeres befürchten. Doch als die Kräfte den Zug erreichten, kam es anders.
Die Brandmeldeanlage des ICE hatte im Bereich der Stromverteilung zwar Alarm geschlagen – ein Brand konnte dort allerdings nicht festgestellt werden.
Dennoch überprüfte die Feuerwehr entsprechend genau den betroffenen Bereich. Mit einer Wärmebildkamera suchten die Einsatzkräfte unter anderem nach möglichen Hitzeentwicklungen.
Doch damit war der Einsatz noch nicht vorbei. Denn obwohl keine Flammen entdeckt wurden, durfte der ICE aus Sicherheitsgründen nicht einfach wieder regulär weiterrollen.
ICE kann Fahrt nach vermeintlichem Feuer fortsetzen
Eine Evakuierung der rund 500 Reisenden mitten auf der Strecke sollte möglichst verhindert werden.
Feuerwehr und Deutsche Bahn berieten deshalb vor Ort über verschiedene Möglichkeiten, wie der Zug weitergebracht werden könne. Es war der Beginn einer langen Wartezeit für die Passagiere.
Nach längerem Überlegen konnte schließlich eine Lösung für das Problem gefunden werden.
Die sogenannte Traktionssperre des ICE konnte aufgehoben werden. Dabei handelt es sich um eine technische Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass sich der Zug in Bewegung setzen kann, solange bestimmte Sicherheitsvoraussetzungen nicht erfüllt sind. Somit war eine Weiterfahrt endlich möglich.
Der Zug setzte sich wieder in Bewegung, allerdings zunächst nur langsam und unter Begleitung von Feuerwehrkräften. Schließlich trudelte er im Celler Hauptbahnhof ein. Dort angekommen mussten die Passagiere zur Weiterfahrt in einen Ersatzzug umsteigen. Gegen 21.30 Uhr konnte der Einsatz für die rund 130 Feuerwehrleute beendet werden.
Verletzt wurde bei dem außerplanmäßigen Halt niemand.
Titelfoto: Feuerwehr Samtgemeinde Wathlingen

