Schock für Millionen Reisende: 80 Minuten mehr Fahrzeit auf der Strecke Berlin-Hannover!
Von Matthias Arnold
Berlin/Hannover - Fahrgäste im Fernverkehr der Deutschen Bahn müssen für die Fahrt zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin über Hannover ab Oktober für rund 14 Monate fast eineinhalb Stunden mehr einplanen.
Das sieht ein neues Umleitungskonzept der Bahn für die Zeit während der sogenannten Generalsanierung der Strecke Berlin-Lehrte vor, zu dem der bundeseigene Konzern nun erste Details bekanntgab.
Demnach werden vom 2. Oktober an bis Dezember des kommenden Jahres sämtliche Fernzüge zwischen Berlin und Hannover über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Das betrifft insbesondere die Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover fahren.
Die Fahrzeit verlängert sich damit den Angaben zufolge um 80 Minuten. Am Tag sollen pro Zwei-Stunden-Zeitraum jeweils drei Fernzüge pro Richtung unterwegs sein.
Eigentlich sollte ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember zumindest ein Teil der Fernzüge wieder auf direktem Weg zwischen Berlin und Hannover fahren, und zwar eingleisig über die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Stammbahn. Doch die derzeit laufende Elektrifizierung dieser Ausweichstrecke verzögert sich erheblich und wird den Angaben der Bahn zufolge ebenfalls bis Dezember 2027 dauern - ein Jahr länger als ursprünglich geplant.
Unklar blieb jedoch, was mit den Halten Stendal und Wolfsburg passiert. Halteoptionen würden derzeit geprüft, teilte die Bahn mit.
Reisende müssen sich auf Probleme einstellen
Für Reisende bedeutet das bis dahin erhebliche Einschränkungen - auch im Nahverkehr. Die Bahn will eigenen Angaben zufolge ein "verlässliches Grundangebot" bereitstellen. "Dort, wo keine Züge fahren können, sind leistungsfähige Ersatzverkehre mit Bussen vorgesehen, um die Auswirkungen notwendiger Fahrplananpassungen für Reisende möglichst gering zu halten", hieß es.
Die Züge würden möglichst nah an den gesperrten Streckenabschnitt herangeführt. Ein detaillierteres Konzept werde derzeit ausgearbeitet.
Der Güterverkehr wird den Angaben zufolge ebenfalls über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Die Strecke soll für die deutlich höhere Auslastung in den kommenden Wochen umfangreich vorbereitet werden.
Mit den Generalsanierungen will die Deutsche Bahn bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 stark ausgelastete Streckenkorridore umfassend sanieren und damit wieder für mehr Zuverlässigkeit im Netz sorgen.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

