Von Catharina Zelt & Martin Oversohl
Schramberg - Der Waldbrand bei Schramberg im Landkreis Rottweil hat sich in der Nacht deutlich ausgebreitet. Nach Angaben der Feuerwehr lässt er sich aufgrund des steilen Geländes nur schwer löschen.
Nach Angaben eines Polizeisprechers brennen inzwischen rund zehn bis zwölf Hektar Waldfläche, das ist etwa so groß wie 14 Fußballfelder. Am Sonntagabend hatten zunächst noch etwa zwei Hektar in Flammen gestanden.
Die Flammen am Hang würden von drei Seiten bekämpft. Dadurch habe bislang verhindert werden können, dass sich der Brand vor allem in Richtung eines angrenzenden Wohngebiets ausbreite.
Die Sicherheit der Feuerwehrleute habe Vorrang. "Die Einsatzkräfte können nicht näher an die Brandherde rücken, weil das Gelände es nicht zulässt", teilte der Landkreis mit.
In der Nacht waren etwa 330 Feuerwehrleute im Einsatz, sie wurden inzwischen abgelöst. Rund 80 Fahrzeuge, darunter spezielle Tanklöschfahrzeuge, unterstützen die Löscharbeiten.
Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis Rottweil und darüber hinaus seien mit mehr als 160 Kräften vor Ort, teilte die Feuerwehr in der Nacht mit.
Wann der Einsatz beendet und das Feuer vollständig gelöscht werden kann, lässt sich nach Angaben der Feuerwehr derzeit nicht absehen.
Hoffnung auf Wetterumschwung
Zahlreiche Landwirte unterstützten die Löscharbeiten mit ihren Gülle- und Wasserfässern. "Um die Wasserversorgung in Schramberg-Stadt auch weiterhin sicherzustellen, kann nur begrenzt Wasser aus dem Trinkwassernetz gezogen werden", teilte der Landkreis mit.
Wasser komme auch aus einem Löschteich und aus dem Freibad im Stadtteil Tennenbronn.
Hoffnung könnten die Einsatzkräfte auf einen Wetterumschwung setzen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet am Vormittag eine stärker ausgeprägte und länger anhaltende Schauerlinie, die aus Richtung Freiburg kommen soll. Nach seiner Einschätzung könnte der Regen mindestens eine Stunde dauern und zwischen 10 und 15 Liter Wasser pro Quadratmeter bringen.
Die Feuerwehr hatte sich bereits bei den Meteorologen über die weitere Wetterentwicklung informiert. Ob der Regen die Löscharbeiten entscheidend erleichtert, blieb zunächst offen.
Die Bevölkerung in den Bereichen Schramberg-Tal, Sulgen, Tennenbronn und Lauterbach wird vorsorglich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Außerdem sollen Klimaanlagen und Lüftungsanlagen vorerst abgeschaltet werden.
Erstmeldung um 9.59 Uhr, aktualisiert um 10.02 Uhr.