Kuriose Aktion aufgrund der Hitze: Feuerwehrleute sorgen für eine lebensnotwendige Abkühlung - und zwar für Fische!
Gießen - Mit einer außergewöhnlichen Aktion haben in der Nacht auf Donnerstag Feuerwehrleute und Mitarbeitende der städtischen Wasserbetriebe in Gießen wohl unzählige Leben gerettet - und zwar von Fischen im Schwanenteich.
Wie die Stadt Gießen mitteilte, wurde mit Pumpen circa ein Fünftel des Wassers umgewälzt. Zweck dieser Maßnahme: die Temperatur senken und das Wasser mit Sauerstoff anreichern, um den Tieren so eine lebenswichtige Abkühlung zu verschaffen.
Den Angaben zufolge konnte die Temperatur um zwei Grad gesenkt werden. Der Sauerstoffgehalt des Wassers liege jetzt bei sieben Milligramm pro Liter - was eine "gute Überlebenschance" biete.
Die Fische waren aufgrund der Hitze und des fehlenden Sauerstoffs demnach akut gefährdet.
"Alle, die spontan an dem besonderen nächtlichen Einsatz teilgenommen haben, sind nun guter Hoffnung, dass die Tiere auch die kommenden Hitzetage überleben", erklärte die Feuerwehr.
Auch Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher (63, SPD) sprach den Kräften seinen Dank aus: "Mit diesem großartigen Einsatz haben sie gezeigt, dass wir uns auf sie verlassen können: Menschen wie Tiere. Sie haben Leben gerettet."
Feuerwehreinsatz am Schwanenteich in Gießen: Rund 5000 Kubikmeter Wasser bei Aktion bewegt
Gestartet war der Einsatz laut Feuerwehr in den Morgenstunden mit einem Tanklöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr und drei Löschfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr. Hinzu kamen noch zwei Lenzpumpen der Mittelhessischen Wasserbetriebe.
Aufgrund der Tatsache, dass die entsprechende Sauerstofflöslichkeit im Wasser direkt mit der Temperatur zusammenhänge, sei die Großaktion in den kühleren frühen Morgen verlegt worden.
Pro Stunde wurden demnach rund 900 Kubikmeter Wasser bewegt. "Neben jeweils vier Kollegen der Berufsfeuerwehr und der Wasserbetriebe waren auch zwölf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gießen mitten in der Nacht aufgestanden, um zu helfen", hieß es. Insgesamt wurden im Rahmen des Einsatzes 5000 Kubikmeter Wasser umgewälzt.
"Feuerwehr, Wasserbetriebe sowie Garten- und Umweltamt hoffen, mit der heutigen Aktion einen nachhaltigen Effekt geschaffen zu haben, welcher in den kommenden Tagen die Problematik abmildert." Dies werde weiter beobachtet.
Titelfoto: Peter Clasen/Stadt Gießen/dpa

