In Deutschland bargeldlos zahlen? Klappt häufiger nicht, als man denkt!

Von Jörn Bender

Neu-Isenburg - Viele würden gerne noch häufiger mit Karte oder Smartphone zahlen. Doch manche Geschäfte oder auch Restaurants nehmen auch weiterhin nur Bargeld. Ein Vorstoß des Finanzministers kommt bei Volksbanken gut an.

Bargeldlos zahlen? Geht längst nicht überall. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa

Mehr als jeder zweite Erwachsene konnte in Deutschland in diesem Jahr mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen.

Mit 56 Prozent lag der Anteil in der jüngsten YouGov-Umfrage für den Genoverband sogar höher als 2021 mit damals 45 Prozent. 

Die Mehrheit derjenigen, die eine Rechnung entgegen Planung statt mit Karte oder Smartphone doch mit Schein und Münze begleichen mussten, berichtet von zwei bis fünf Fällen im laufenden Jahr (28 Prozent). Insgesamt wurden im August dieses Jahres 1534 Erwachsene repräsentativ befragt. 

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Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) will Geschäfte und Restaurants verpflichten, künftig zusätzlich zum Bargeld auch digitale Zahlungen mit Karte oder Handy zu akzeptieren.

Eckpunkte für eine solche Regelung sind in der Abstimmung. Ziel des Finanzministeriums ist, dass ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen und 2027 umgesetzt wird. Für den Staat hat digitales Bezahlen Vorteile: Weil solche Zahlungen immer dokumentiert werden, werden Steuerhinterziehung und Geldwäsche deutlich erschwert.

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Kundinnen und Kunden sollen Wahlfreiheit haben

Dabei würden viele Menschen in Deutschland gerne noch häufiger mit Karte oder Smartphone zahlen. (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Unter den Vorständen der Volksbanken im Verbandsgebiet des Genoverbandes, das alle Bundesländer außer Bayern sowie Baden-Württemberg umfasst, findet eine Akzeptanzpflicht von Kartenzahlungen und digitalen Zahlungen mehrheitlich Zustimmung: Gut drei Viertel (77 Prozent) von 196 Vorständen befürworten dies.

Zugleich sind fast die Hälfte (49 Prozent) dafür, dass Bargeld bis zu einer bestimmten Grenze verpflichtend angenommen werden muss. 

"Das Smartphone und die Karte werden zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt für Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr - gleichzeitig bleibt es den Menschen aber auch wichtig, die Option einer Barzahlung zu haben", argumentiert der Vorstandsvorsitzende des Genoverbands, Michael Hoeck mit Blick auf die Möglichkeiten.

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Ziel der Volks- und Raiffeisenbanken sei es, ihren Kundinnen und Kunden Wahlfreiheit zu bieten.

Hat Bargeld irgendwann komplett ausgedient? (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Hat Bargeld überhaupt eine Zukunft?

Vier von zehn der befragten Verbraucherinnen und Verbraucher gehen entsprechend davon aus, dass ihre persönliche Bargeldnutzung in den kommenden Jahren abnehmen wird, deutlich (20 Prozent) oder zumindest etwas (21 Prozent).

Dass sie häufiger mit Schein und Münze zahlen werden, erwarten lediglich sechs Prozent. 

Passend dazu sagen 49 Prozent der Umfrageteilnehmer – unter Jüngeren mit noch größerem Anteil. Sie würden gern häufiger mit Karte oder auch dem Smartphone bezahlen: wenn es mehr Möglichkeiten dafür gäbe, sie zugleich an der Ladenkasse Bargeld abheben könnten oder sie einen besseren Überblick hätten, wo bargeldloses Bezahlen möglich ist.

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