Seit 2019 im Amt: EZB-Chefin Christine Lagarde tritt vorzeitig zurück

Frankfurt am Main - Spekuliert wurde darüber schon lange, nun ist es amtlich: Die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde (70), tritt vorzeitig von ihrem Posten zurück.

Christine Lagarde (70) tritt vorzeitig als Präsidentin der Europäischen Zentralbank ab.  © Florian Wiegand/dpa

Lagarde habe dem EZB-Rat mitgeteilt, dass sie ihr Amt am 7. Februar aufgeben werde, teilte die EZB am Donnerstag in Frankfurt am Main mit.

Angaben zu Gründen wurden nicht gemacht, auch zur Zukunft Lagardes nicht.

Zuletzt hatte die "Financial Times" im Februar von einem möglichen vorzeitigen Rückzug Lagardes berichtet - aus politischen Gründen.

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Die wichtige Personalie solle vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April 2027 entschieden werden, sodass bei einem Sieg der Rechtspopulisten eine mögliche Hängepartie bei der Besetzung des wichtigen Postens vermieden werde.

Die Französin Lagarde steht seit November 2019 an der Spitze der EZB. Ihre Amtszeit läuft eigentlich bis Oktober 2027. "Europa hat von ihrer Führung in unsicheren Zeiten und ihrem unerschütterlichen Engagement für das europäische Projekt sehr profitiert", erklärte António Costa (65), der Präsident des Europäischen Rates.

"Inmitten einer globalen Pandemie, eines Krieges in Europa, von Energiekrisen und Inflationsschocks hat sie eine beständige und entschlossene Führung gewährleistet und damit dazu beigetragen, die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Euro-Währungsgebiets zu sichern", so Costa.

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Belegschaft äußerte zeitweise Kritik an Christine Lagarde

Lagardes Amtszeit blieb jedoch nicht ohne Kritik: So berichteten EZB-Mitarbeiter in der Vergangenheit etwa über Vetternwirtschaft, befristete Verträge und eine "Kultur der Angst und Unsicherheit", wie das "Handelsblatt" berichtete.

Zuvor war Lagarde Chefin des Internationalen Währungsfonds in Washington.

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