Von Michael Evers
Frankfurt am Main - Die vier in die Niederlande ausgeflogenen deutschen Passagiere des von dem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius" sind am späten Sonntagabend von Eindhoven aus nach Deutschland gebracht worden.
Der sogenannte Sonderisoliertransport kam an der mehr als 300 Kilometer entfernten Uniklinik Frankfurt an. Dort sollen die Passagiere zunächst weiter untersucht und beobachtet und anschließend zur Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Über die Maßnahmen entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.
Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa, wo die "Hondius" nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte, nach Eindhoven in den Niederlanden gebracht worden. Neben Niederländern und Deutschen befanden sich unter anderem auch Belgier und Griechen an Bord. Alle waren ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven aus ging es für die Passagiere in einem Fahrzeugkonvoi weiter nach Frankfurt.
RKI-Chef: Keine Gefährdung oder Pandemiegefahr
Der Chef des deutschen Robert‑Koch-Instituts sieht keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen sehr krank machen, sagte Lars Schaade (60) am Sonntagabend im ZDF-"heute journal".
"Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemie-Gefahr."
Mit Blick auf den dieser Tage oft gezogenen Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar." Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen.
Schaade sprach von sicherlich einigen Tausend Fällen seit der Entdeckung 1995. "Und immer ist es gelungen, die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen."
Kreuzfahrtschiff "Hondius" fährt weiter nach Rotterdam
Die "Hondius" soll nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt.
Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden erfolgen.
Bis nach Rotterdam wird die "Hondius" rund fünf Tage unterwegs sein.